ETF-Marktbericht
Der wöchentliche ETF-Marktbericht der Börse Frankfurt informiert über die ETF-Trends der vergangenen Woche

„Anleger setzten auf britische Aktien und marktbreite Portfolios mit europäischen Unternehmen. Bei ETFs mit US-Aktien stehen sowohl Gewinnmitnahmen als auch Neupositionierungen auf der Agenda“, so fasst Iris Merker das Börsengeschehen der vergangenen Woche im ETF-Marktbericht KW 4 der Deutschen Börse zusammen.

Steigende Notierungen an den internationalen Aktienbörsen prägen laut Händler das Geschäft mit Indexfonds. „Hinter den gut 38.000 ETF-Transaktionen stehen sehr ansehnliche Volumina, die 10 Prozent über dem Niveau der Vorwoche liegen“, berichtet Andreas Bartels. Über alle Anlageklassen hinweg verbuche die Commerzbank ( Zum Testbericht) einen Kaufüberhang von 60 Prozent.

Den größten Zuspruch gebe es für Tracker des STOXX Europe 600 (WKN ETF060), der die 600 größten börsennotierten Unternehmen aus 18 europäischen Ländern enthält.
Auch die Kunden der UniCredit und IMC Financial Markets setzen bevorzugt auf die Breite des STOXX Europe 600 Index (WKN 263530, A0RF42), wie Florian Lenhart und Rick van Leeuwen melden. Dem gegenüber stünden bei DAX- (WKNs 593393, DBX1DA ETFL01, LYX0AC), EURO STOXX 50- (WKNs 593395, DNX1ET) und MSCI Europe-ETFs (WKN A0REJM, WKN A0MZWQ) Abflüsse im Vordergrund. „Das könnten durchaus Gewinnmitnahmen sein“, schätzt Lenhart.

Britische Bluechips begehrt

Überdurchschnittliches Interesse registrieren die Händler laut dem ETF-Marktbericht für Aktien aus Großbritannien. Tracker des FTSE All Share (WKN A1JT1A) landeten danach ebenso häufig in den Depots der UniCredit-Kunden wie FTSE 250-Produkte. „Für beide verbuchen wir fast nur Käufe.“ Rege auf beiden Seiten gehandelt würden Indexfonds, die sich am FTSE 100 (WKNs LYX0CP, 628940) orientieren.

Britischen Aktien gehören auch bei van Leeuwen zu den beliebtesten Investitionen. Neben FTSE All Share- und FTSE 100-Positionen kämen besonders häufig MSCI UK-Produkte (WKN A0YEDT) zum Zuge. Der zugrundeliegende Index deckt mit über 100 Standardaktien und mittelgroßen Unternehmen rund 85 Prozent der Marktkapitalisierung der Free Float-Aktien ab. Das sind Anteile, die sich nicht in festem Besitz etwa von Gründern oder Großinvestoren befinden und somit jederzeit an der Börse handelbar sind.

Gewinnmitnahmen und Neupositionierung bei US-Aktien

Aktien aus den Vereinigten Staaten werden laut dem ETF-Marktbericht KW 4 gleichermaßen gekauft und abgestoßen. Während IMC Financial Markets und die UniCredit für S&P 500-Produkte (WKN 622391, A1JX53) tendenziell Zuflüsse ausmachen, führen S&P 500-Positionen (WKN DBX0F2) bei Bartels die Verkaufsstatistik an. „Gleichzeitig unterm Strich gesucht waren ETFs auf den MSCI USA, Dow Jones Industrial“, bemerkt Lenhart. Die wichtigsten US-Indizes setzten zu Beginn der Woche ihre Rekordserie fort. Während sich der S&P 500 am Montag bei einem Stand von 2.832 Punkten aus dem Handel verabschiedete, ging es für den Nasdaq 100 auf 6.906 Punkte nach oben. Der Dow Jones Industrial legte auf 26.214 Zähler zu.

Bankaktien stimmen optimistisch

Starkes Interesse mit einem leichten Kaufüberhang besteht Bartels zufolge an Banken-ETFs (WKNs A0F5UJ). Portfolios mit Energiewerten (WKNs A0Q4L7) belegten Rang zwei in der Umsatzstatistik für Sektor-ETFs und seien in Summe rausgekommen. Unternehmen, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Robotik beschäftigen, überzeugten indes per Saldo. Etwa interessierten sich Investoren für den in US-Dollar notierten ROBO-STOX Global Robotics and Automation-ETF (WKN A12GJD), der gelistete Firmen mit ausgeprägten Geschäftsaktivitäten im Sektor Automation enthält.

Lenhart meldet im ETF-Marktbericht KW 4 Kaufinteresse an europäischen Banken während sich Anleger von ihren Engagements in US-Finanzhäusern (WKN A142NY) eher verabschiedeten. Nordamerikanische Energiekonzerne (WKN A14QB0) würden ebenfalls per Saldo verkauft. Hohe Nachfrage auf beiden Seiten registriert van Leeuwen am Dienstag für Tracker des STOXX Europe 600 Oil & Gas (WKN WKN LYX0A9) und STOXX 600 Telecommunication (WKN LYX0A1).

Rentenwerte ohne Tendenz

Bei Festverzinslichem trennen sich Anleger laut dem ETF-Marktbericht KW 4 unter anderem tendenziell von ihren Hochzinsanleihen, wie Lenhart anmerkt. In Summe abgestoßen würde beispielsweise ein iShares-Produkt mit Unternehmensanleihen im Euro High Yield Corporate Bond Index (WKN A1C3NE). In Summe gekauft würden Produkte, die sich am Barclays Euro Area Liquid Corporates 1-5 Year Index (WKN A110QF) orientieren. „Die größten Zuflüsse im Rentenbereich hatten wir allerdings in Money Market-Produkten.“ Der Commerzbank ( Zum Testbericht) Bund-Future Strategie Short-ETF (WKN ETF562) gehört bei Bartels zu den meist gehandelten Fixed Income-Produkten. Gleichzeitig gebe es Zuspruch etwa für US-Dollar-Geldmarktprodukte (WKN LYX0UV).

von: Iris Merker

23. Januar 2018, © Deutsche Börse

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.