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ETF-Marktbericht KW 41: Blick über den Teich

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ETF-Marktbericht
Der wöchentliche ETF-Marktbericht der Börse Frankfurt informiert über die ETF-Trends der vergangenen Woche

„Anleger vertrauen auf weiter steigende US-Indizes, auch japanische Werte überzeugen“, das berichtet Iris Merker von der Deutschen Börse im aktuellen ETF-Marktbericht KW 41.

„Trotz einiger Feiertage berichten Händler von einem anziehenden Geschäft mit Indexfonds“, so die Deutsche Börse. „Im Vergleich zur Vorwoche verbuchen wir rund 20 Prozent höhere Handelsaktivitäten, insbesondere der Montag vor dem 3. Oktober war sehr stark“, meldet Oliver Kilian von der UniCredit.

Anleger setzen auf US-Aktien

Ihren Schwerpunkt legten Anleger auf Aktien entwickelter Märkte. „Tracker von US-Werten, etwa im S&P 500 Index (WKN A0YEDG, A1C5E9), sind mit einem deutlichen Kaufüberhang stark gefragt.“ Vor dem Hintergrund einer potenziellen steuerlichen Entlastung der US-Wirtschaft markierten der Dow Jones mit 22.803 Punkten und der Nasdaq 100 mit 6.078 Punkten in den vergangenen Tagen abermals neue Rekorde. Auf den Erholungskurs japanischer Aktien reagierten Anleger ebenfalls mit Zuspruch. Unterm Strich landeten Produkte auf den MSCI Japan (WKN A0DK60) in den Depots, wie Kilian registriert.

Raus aus spanischen Werten

„Mit knapp 40.000 liegt die Anzahl der ETF-Transaktionen bei uns spürbar über dem Durchschnitt der Vorwoche“, beschreibt Sophia Wurm von der Commerzbank das Handelsgeschehen. Das dahinterstehende Volumen sei hingegen kaum verändert. DAX-Werte (WKNs DBX1DA, 593393) führten unangefochten die Bestenliste an. Bei starken Umsätzen würden beide Seiten gleichermaßen gespielt. Die seit gestern im Vordergrund stehenden Käufe muten nach Ansicht von Wurm wie eine kleine Wiedergutmachung an. Nach dem neuen untertägigen Rekord von 12.996 Punkten am gestrigen Montag versucht der deutsche Aktienindex nun die Marke von 13.000 Punkten zu knacken.

Auch Kilian führt DAX-Tracker (WKNs 593393, ETFL01) sowohl auf der Haben- als auch Sollseite. Einen leichten Verkaufsdruck verbucht die UniCredit bei europäischen Aktien. Investoren trennten sich per Saldo beispielsweise von ihren MSCI Europe- (WKN A0JDGC) und Stoxx Europe 600-Positionen (WKN 263530). Auf die Konflikte zwischen Madrid und Barcelona reagierten Anleger zumeist mit Abflüssen aus ETFs, die sich am IBEX 35 Index (WKNs LYX0A6, DBX0HR) orientieren.

Kaum Augen für Emerging Markets

Schwellenländer spielen Wurm zufolge derzeit eine eher untergeordnete Rolle. Auf überschaubarem Niveau verabschiedeten sich Anleger von FTSE Emerging Markets-ETFs (WKN A1JX51). 

Kilian bestätigt den vergleichsweise ruhigen Handel mit Aktien aufstrebender Staaten, spricht aber von einem leichten Plus für MSCI Emerging Markets-Produkte (WKNs LYX0BX, A1C9B1, A0HGWC).

Automobilwerte beflügeln die Fantasie

Finanzwerte belegen bei der Commerzbank mit einem Anteil von 19 Prozent wie so häufig einen Spitzenplatz im Geschäft mit Branchen-ETFs, wie Wurm informiert. „Zu- und Abflüsse halten sich dabei in etwa die Waage.“ Dem gegenüber würden Automobil- und Technologiewerte stark gekauft. „Aktien von Autobauern haben sich in den vergangenen Wochen gut entwickelt“, begründet die Händlerin. Defensivere Zweige wie die Grundstoffe-Industrie etwa im Stoxx Europe 600 Basic Resources (WKN LYX0AX, A0F5UK) stünden hingegen unterm Strich zur Disposition. Ebenso verabschiedeten sich Anleger zu 90 Prozent von ihren Stoxx Europe 600 Food & Beverage-ETFs (WKN A0H08H).

Kilian registriert Zuflüsse für Banken und andere Finanzwerte. Seine Kunden setzten dabei aber hauptsächlich auf Tracker des S&P Financials Select Sector Index (WKN A14QB1), der Finanzaktien aus dem S&P 500 enthält.

Abkehr von britischen Staatsanleihen

Mit rund 7 Prozent vom Gesamtaufkommen liegen ETFs mit festverzinslichen Werten Wurm zufolge bei der Commerzbank unter dem Durchschnitt. Rege Nachfrage in beide Richtungen macht die Händlerin nach Produkten auf den Barclays Capital Emerging Markets Local Currency Liquid Government Index (WKN A1JJTV) aus, der Staatsanleihen von Schwellenländern in lokaler Währung enthält.

Diese Gattung (WKNs A1JJTV, A1JJADV) belegt auch in Kilians Statistik einen vorderen Rang. „Bei uns dominieren die Zuflüsse.“ Auffällig viele Anleger verabschiedeten sich zudem von ihren britischen Guilts, während es bei europäischen Staatsanleihen in beide Richtungen gehe.

Von: Iris Merker

10. Oktober 2017, © Deutsche Börse AG