ETF-Marktbericht
Der wöchentliche ETF-Marktbericht der Börse Frankfurt informiert über die ETF-Trends der vergangenen Woche

„Auf die neuen Höchstwerte an den US-Börsen reagieren Anleger mit dem Glattstreichen von Gewinnen als auch Neupositionierungen. Überwiegenden Zuspruch gibt es für ETFs mit japanischen und chinesischen Aktien“, so fasst Iris Merker von der Deutschen Börse das Marktgeschehen im ETF-Marktbericht KW 43 zusammen.

„Politische Ereignisse und überzeugende Wirtschaftsdaten prägen Händler zufolge das Geschehen an den Kapitalmärkten“, heißt es weiter. „Wir hatten eine starke Woche im ETF-Handel und kommen im Oktober bereits jetzt an die Umsätze des ebenfalls guten Septembers“, meldet Florian Lenhart von der UniCredit. Aktien-Tracker mit Werten aus den Ländern der Eurozone seien sehr stark gehandelt worden. Einen Trend erkenne der Händler indes kaum. Tracker des MSCI Emu (WKN A0REJN), MSCI Europe (WKN A0REJM) oder MSCI Emu US-Hedged (WKN A14SMA) seien in beide Richtungen gespielt worden. DAX-Produkte (WKNs ETFL01, ETFL06) führt Lenhart unterm Strich auf der Kaufseite. „Nach dem neuen Rekord rechneten Anleger vermutlich mit weiteren Gewinnen beim deutschen Aktienindex.“

ETF-Marktbericht KW 43: US-Aktien selektiv gesucht

Vor dem Hintergrund meist steigender Börsen in Asien, den Vereinigten Staaten und Europa stehen Aktien-ETFs bei den Commerzbank ( Zum Testbericht)-Kunden deutlich im Fokus, wie Andreas Bartels schildert. „S&P 500-Tracker (WKNs ETF012, A1JULM) belegen in unserer ETF-Umsatzstatistik den Spitzenrang, unterm Strich standen hier Gewinnmitnahmen im Vordergrund.“ Auch von rege auf beiden Seiten gehandelten MSCI World-ETFs (WKN A1W4HS) hätten sich Investoren in Summe verabschiedet. „DAX-Produkte tauchen anders als gewohnt in der Bestenliste erst weiter unten im Feld auf, was vermutlich an der recht engen Handelsspanne liegt.“

Auch Lenhart berichtet im ETF-Marktbericht KW 43 von überwiegenden Abflüssen aus S&P 500-Werten (WKN A0YEDG). Die Kunden der UniCredit hätten stattdessen auf Tracker des Russel 2000 (WKN A1W9FT) und Dow Jones Industrial (WKN 628939) gesetzt. „Bei beiden stehen Käufe im Vordergrund.“

Japanische Unternehmen gefragt

Die Zuversicht am japanischen Markt schürt laut UniCredit das Interesse an entsprechenden Indexfonds. Bei den ETFs mit Aktien der entwickelten Länder Asiens verbucht Lenhart insgesamt Kaufüberhänge, wobei vor allem Tracker des Topix Index (WKN ETF021) und mittelständischer Unternehmen im MSCI Japan Small Cap (WKN A0X8SD) im Mittelpunkt gestanden hätten. „Bei beiden überwiegen die Zuflüsse.“

„Beflügelt vom Wahlsieg der bisherigen Koalition in Japan ging der Nikkei 225 gestern zum 15. Mal in Serie mit einem Plus aus dem Handel. Gleichzeitig markierte der japanische Leitindex mit 21.696 Punkten den höchsten Schlussstand seit 1996“, so die Deutsche Börse im ETF-Marktbericht KW 43.

Chinesische Aktien kommen an

Tracker des in Hongkong geführten Hang Seng China Enterprises Index (WKN ETF023) gehören bei Bartels auf Wochensicht mit einem ungewöhnlichen dritten Rang zu den gefragtesten Werten. „Anleger deckten sich in Summe ein.“ Das gestiegene Interesse gehe einher mit überzeugenden Konjunkturdaten. Mit einem Plus von 6,8 Prozent im dritten Quartal, höheren Einzelhandelsumsätzen im September und einer steigenden Industrieproduktion schicke sich Chinas Wirtschaft an, stärker zu wachsen als bislang prognostiziert. Anleger hätten zudem unterm Strich zu breiter aufgestellten MSCI Emerging Markets-Werten (WKN A1C9B1) gegriffen.

Vertrauen in den Finanzsektor steigt

Mit Blick auf die Branchen stünden Banken-ETFs im Vordergrund. „Hier hatten wir sehr starkes Interesse und einen Kaufüberhang von 70 Prozent“, informiert Bartels im ETF-Marktbericht KW 43. Unternehmen aus dem Technologie- und Immobiliensektor würden hingegen tendenziell abgestoßen. Banken-ETFs führt auch Kilian auf der Habenseite. Gleichermaßen Zu- und Abflüsse gebe es für Tracker des MSCI Europe Consumer Staples- (WKN A1191N) und MSCI Europe Industrial Goods & Services (WKN LYX0AT).

Hochverzinsliches bevorzugt

Die Umsätze mit Rentenwerten beschreibt Kilian als eher durchschnittlich. Europäische Staatsanleihen mit mittleren Laufzeiten kämen bei Investoren zumeist ebenso zum Zuge wie italienische und spanische Bonds. Von britischen Staatsanleihen mit Laufzeiten zwischen null und fünf Jahren (WKN A1C3NF) verabschiedeten sich die Kunden der UniCredit zumeist. Reges Treiben registriert der Händler hinsichtlich Staatsanleihen von Schwellenländern in lokaler Währung. Zumeist Rückläufer gebe es beispielsweise bei Produkten auf den Barclays Capital Emerging Markets Local Currency Liquid Government Index (WKNs A1JJTV, A1JADV). Der Index enthält liquide Staatsanleihen von Schwellenländern in lokaler Währung.

Hochverzinsliche Unternehmensanleihen im Markit iBoxx Euro Liquid High Yield Index (WKN A1C3NE) kommen Bartels zufolge auf der Kaufseite zum Tragen. Gleichzeitig stünden Tracker des Barclays Capital Euro Corporate Bond Index (WKN A0RGEP) vermehrt zur Disposition.

von: Iris Merker
24. Oktober 2017, © Deutsche Börse AG

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.