Start ETF-Marktbericht ETF-Marktbericht: Ohne erkennbare Richtung

ETF-Marktbericht: Ohne erkennbare Richtung

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Die Handelslust der ETF-Anleger scheint ungebrochen, aber ohne augenscheinlichen Trend.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). ETF-Händler sind mit den Umsätzen der zurückliegenden Tage zufrieden. „Mit rund 10.000 Trades hatten wir eine ausgesprochen rege Handelswoche“, berichtet Andreas Bartels, der eine gestiegene Risikobereitschaft der Anleger ausmacht. „80 Prozent der ETF-Umsätze verbucht die Commerzbank ( Zum Testbericht) in Aktien-Portfolios.“ Über alle Anlageklassen hinweg überwögen die Käufe zu den Verkäufen im Verhältnis 60 zu 40.

„Die Handelswoche war erfreulich“, bestätigt Bernardus Roelofs. Nach einem kraftlosen Oktoberanfang registriert der Händler von Flow Traders im Laufe des Monats zunehmende Käufe und Verkäufe börsengehandelter Indexfonds, die auf einige Signale konjunktureller Seite zurückzuführen seien. Einen positiven Ausblick habe es beispielsweise für Chinas Wirtschaft gegeben und die steigende Kauflust der US-Verbraucher deute auf konjunkturelle Erholung in den USA. Zuversicht gebe es zudem aus dem Euroraum. „Die Einigung über eine EU-Bankenaufsicht sowie der Ausschluss eines Staatsbankrotts Griechenlands seitens des deutschen Finanzministers Schäuble tragen zur guten Stimmung im Markt bei“, meint Roelofs.

Lichtblicke gibt es laut HSBC zudem hinsichtlich der griechischen Leistungsbilanz. „Griechenland hat mit 1,6 Milliarden Euro zum zweiten Mal in Folge einen Leistungsbilanzüberschuss erzielt und den Fehlbetrag im Jahresverlauf auf 4,6 Milliarden Euro gesenkt.“ Im Vorjahreszeitraum habe das Minus noch 13,7 Milliarden Euro betragen.

Schwellenländer im Fokus

In den Umsatzstatistiken ganz vorn führt Bartels Schwellenländer-ETFs etwa auf den MSCI Emerging Markets (WKNs A0HGZT, UB42AB, A1JJTE). „Neben der ein oder anderen Rückgabe gab es in diesen Werten fast ausschließlich Käufe.“ Per Saldo in den Anlegerdepots landeten auch Aktienkörbe mit kleinen und mittelständischen Unternehmen beispielsweise aus dem MSCI Emerging Markets Small Cap (WKN A1JJTF).

Weniger anziehend wirke der marktbreite Bluechip-Index der aufstrebenden Länder (WKNs A0HGZT, A1C9B1) offenbar bei Anlegern von Flow Traders und der DekaBank (WKNs DBX1EM). „Die ETFss von iShares und Amundi auf den MSCI Emerging Markets wurden bei uns meist zurückgegeben“, bemerkt Roelofs. Überwiegend Rückflüsse verbucht Jörg Sengfelder von der DekaBank zudem in Trackern koreanischer Unternehmen im MSCI Korea (WKN LYX078).

Mal ja, mal nein zu europäischen Aktien

Ähnlich gestaltet sich der Handel mit ETFs, die hiesige Indizes abbilden. Sengfelder spricht von Nettozuflüssen beispielsweise in DAX-Tracker (WKN ETFL01). Ebenso überzeugten deutsche Unternehmen aus der zweiten Reihe (WKN 593392). Uneinheitlich gehe es hingegen bei an ETFs mit allgemein europäischen Aktien zu. Indexfonds, die an den MSCI Europe gekoppelt sind, würden sowohl bei der DekaBank (WKNs 550888) als auch bei Flow Traders überwiegend abgestoßen. Ein Käuferbild erkennt Roelofs mit Blick auf den Euro Stoxx 50 (WKN 935927), der in Jörg Sengfelders Büchern mal gekauft (WKN ETFL02) und mal verkauft (WKN DBX1EU) würde.

Höherverzinsliches gefragt

„Auf der Bondseite war der Handel ausgeglichen“, meldet Bartels. Mit 17 Prozent am Gesamtumsatz bewegten sich die Volumina bei Festverzinslichem im unauffälligen Bereich. „Staatsanleihen kommen tendenziell aus den Depots raus, höherverzinsliche Unternehmensanleihen sind eher gesucht“, meint der Händler und nennt Käufe im SPDR Barclays Capital Euro Corporate Bond (WKN A1JJTQ) als Beispiel. Sengfelder beurteilt dies ähnlich. Das Nachsehen hätten deutsche Staatsanleihen (WKNs 628948, 628947, 628949) verschiedener Laufzeiten sowie Corporate Bond-Tracker (WKN ETFL37, A0RM45), die Finanzwerte außen vorlassen. Beide Gattungen würden abgestoßen.

Banken weiterhin beachtet

„Bei den Sektoren war wenig los“, berichtet Bartels. Das Interesse an Banken-ETFs sei weiterhin erkennbar, wenn auch auf niedrigerem Niveau als in den Vorwochen. Roelofs bestätigt Zuflüsse etwa im Lyxor ETF STOXX Europe 600 Banks (WKN LYX0AP). Bewegung registrieren beide Händler in ETFs, die Unternehmen der Grundstoffe-Industrie (WKN ETF063) enthalten, für den die Commerzbank ( Zum Testbericht) einen eher ausgeglichenen Handel ausmacht während Roelofs mehr Abflüsse als Zuflüsse registriert.

© 23. Oktober 2012 / Iris Merker

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