etfmarktbericht

Händler berichten von niedrigen Umsätzen und Gewinnmitnahmen. Vor allem aus Renten-ETFs steigen Investoren aus, bei Aktien-ETFs fehlt ein klarer Trend.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Von einer ruhigen Woche berichten Market Maker aus dem ETF-Handel. „Zwar sind wir nicht auf dem extrem niedrigen Niveau der Sommerflaute im Juni und Juli, im Vergleich zu Anfang September sind die Umsätze aber deutlich zurückgegangen“, kommentiert Gregor Hamme von der Unicredit Group. Auch Martina Schröttle von der Commerzbank ( Zum Testbericht) spricht von einem ruhigen Geschäft: „Mit 7.700 Trades lagen wir in der vergangenen Woche schon am unteren Ende der üblichen Umsätze.“

Uneinheitliche Tendenz

Eine Richtung lässt sich – zumindest bei Aktien – indes nicht ausmachen. Die Commerzbank ( Zum Testbericht) und die Unicredit berichten von Gewinnmitnahmen und Umschichtungen in defensivere Produkte. „Der Aktienbereich hat wie üblich gut drei Viertel der gesamten Orders ausgemacht, wobei der DAX der am meisten gehandelte Index war. Hier ist doppelt so viel zurückgekommen wie rausgegangen“, erklärt Schröttle und verweist etwa auf den iShares DAX (DE) (WKN 593393), der von den Anlegern stark verkauft worden sei. Hamme beobachtet ebenfalls Gewinnmitnahmen bei den europäischen Bluechip-Indizes (WKNs 593395, 593393).

Laut Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank ist der Risikoappetit indes weiterhin da. Der Market Maker beobachtet einen Kaufüberhang sowohl in DAX-ETFs (WKNs DBX1DA, 593393) als auch in Euro Stoxx 50-ETFs (WKN 593395).

Aber auch Emerging Market-Indizes sowie die Euro-Peripherie sind laut Kleefeld weiterhin gefragt. Unter anderem würden der db x-trackers MSCI Emerging Markets TRN Index ETF (WKN DBX1EM), der Lyxor ETF IBEX 35 (WKN LYX0A6) oder der db x-trackers IBEX 35 1C (WKN DBX0HR) gekauft.

Raus aus Renten

Ein einheitlicheres Bild bietet sich hingegen bei den Festverzinslichen: Nach übereinstimmender Auskunft der Market Maker standen Renten-ETFs in der vergangenen Handelswoche auf der Abschussliste. „Die Anleger haben deutsche Staatsanleihen mit den unterschiedlichsten Laufzeitbändern verkauft (WKNs 628947, 628949), während Short-Tracker aus dem Bondbereich gesucht waren (WKN ETF562)“, erläutert Schröttle.

Auch im Geldmarktbereich beobachten Händler überwiegend Gewinnmitnahmen. „Es war eine eindeutige Tendenz raus aus Renten- und Moneymarket-Trackers zu verzeichnen. Unter anderem trennten sich die Investoren vom iShares eb.rexx Money Market (DE) (WKN A0Q4RZ) oder dem db x-trackers II EONIA Total Return Index ETF (WKN DBX0AN)“, merkt Kleefeld an. Die Unicredit berichtet ebenfalls von einem Verkaufsüberhang bei deutschen Bundesanleihen.

Umschichtungen in defensive Sektoren

Mit Blick auf die Sektoren spricht Hamme von Umschichtungen raus aus zyklischen und rein in defensivere Branchen. „Deutliche Zuflüsse haben wir in den Sektoren Gesundheit und Lebensmittel gesehen (WKNs 550884, LYX0AR), während der Bankensektor (WKN LYX0AP) verkauft wurde“, berichtet der Market Maker.

Schröttle beobachtet deutliche Abflüsse aus dem zyklischen Rohstoffsektor (WKN ETF063), im Bankensektor verzeichnet die Händlerin indes überwiegend Käufe (ETF062). „Nach dem Rohstoffsektor sind die Banken nach wie vor der Sektor mit den zweitstärksten Umsätzen. In den vergangenen Tagen sind die Anleger hier eher eingestiegen.“

© 2. Oktober 2012 / Karoline Kopp

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