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ETF-Marktbericht: Aktienindizes etablierter Märkte bevorzugt

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Aktienindizes der Industrieländer profitieren von der zunehmenden Risikofreude der Anleger zulasten der Geldmarkt-Tracker. Daneben kommen die Baubranche und Hersteller neuer Energien zum Zuge.

(Börse Frankfurt). Von steigenden Volumina und einem Überhang vorsichtig optimistischer Käufer berichten die Spezialisten im ETF-Handel. Anleger erhöhten derzeit generell ihre Aktienquoten angesichts der nach wie vor niedrigen Zinsen. Auch habe sich die Nachrichtenflut rund um die Japankatastrophe etwas beruhigt, weshalb es vermutlich Rückflüsse bei Geldmarkt-Indextrackern gebe. „Nach Ausbruch der Japankrise parkten viele Investoren ihre Gelder zwischenzeitlich in den als sicher geltenden Cash-ETFs“, erklärt Marco Salaorno die aktuellen Bewegungen weg vom Geldmarkt hin zu Aktien. Hauptaugenmerk vieler Anleger liege weiter auf den großen Indizes der etablierten Märkte. „Investoren steht nach wie vor weniger der Sinn nach etwaigen Abenteuern in aufstrebenden Ländern“, glaubt der Händler der Société Générale, dessen Beobachtung Flow Traders bestätigt. Deshalb bleibe das Interesse an Trackern mit Fokus auf Emerging Market eher begrenzt.

ETF Securities erwartet keine großen Zinssprünge

Zudem stehe die Beantwortung großer Fragen noch aus. „Es fehlen die Lösungen für die geopolitischen Probleme, und wie es mit Japan weitergeht ist ebenfalls noch offen“, meint Bernardus Roelofs von Flow Traders. Auch der Weg des Ölpreises und seinen Einfluss auf die inflationären Entwicklungen spielten beim Anleger eine Rolle. Denn derzeit bereite sich die Europäische Zentralbank auf den ersten Zinsanstieg innerhalb des Euroraums seit Juli 2008 vor. Angesichts der nach wie vor finanziellen und wirtschaftlichen Zerbrechlichkeit der Staatengemeinschaft und der G8-Länder erwartet ETF Securities dennoch keine großen Zinssprünge. In den USA unterstreiche ein Zweijahrestief bei der Arbeitslosenrate sowie ein viel versprechender ISM Einkaufsmanagerindex die Fortsetzung des Erholungskurses. Es gebe gar erste Hinweise in den Protokollen des FOMC der USA, dem Offenmarktausschuss der dortigen Notenbank, auf eine mögliche Verkürzung beim Quantitative Easing Programm QE2. Dies könne eine vorzeitige Verabschiedung der USA von einer ultra-lockeren Geldpolitik bedeuten.

Bluechips machen das Rennen

Ganz oben auf der Wunschliste stünden auch in dieser Woche wieder Bluechip-Tracker. „Das noch niedrige Zinsniveau spielt den Aktienindizes in die Hände“, weiß Roelofs. Nach dem Einbruch rund um die Japankrise habe sich etwa der DAX sowie die US-Indizes Dow Jones und S&P 500 im Eiltempo wieder gefangen. Der Erholungskurs der Industrienationen stimme Investoren einerseits positiv, dennoch agierten sie immer noch recht vorsichtig. „Deshalb sind auch eher kurzfristig orientierte Akteure am Werk“, glaubt der Händler.

Weitest gehend gekauft würden etwa ETFs auf den DAX (WKN 593393, ETF001, DBX1DA, LYX0AC), den Euro Stoxx 50 (WKN 935927, 593395) und den MSCI North Amercia (WKN A0J206). Beim S&P 500 (WKN 264388) beobachtet Flow Traders Handelsbewegungen in beide Richtungen, während Salaorno von überwiegend Käufern spricht. Einige Anleger engagierten sich laut Société Générale durchaus auch wieder im Nikkei (WKN A0H08D), nachdem in Folge der Katastrophe eine Weile Ausverkaufsstimmung für japanische Werte geherrscht hatte.

Abgaben bei Geldmarkt-ETFs

Waren Cash-ETFs während der Japankrise vorübergehend als sicherer Hafen eine willkommene Anlageklasse, so würden Anleger jetzt auf Kosten der Währungen an einer Erhöhung der Aktienquote im Portfolio arbeiten. „Bei den Geldmarkt- Trackern kommt es deshalb zu erhöhten Rückflüssen“, registriert Marco Salaorno. Stellvertretend für viele trennen sich Anleger beispielsweise vom Lyxor ETF EURO Cash EONIA (WKN LYX0B6).

Telekommunikationsbranche unbeliebt

Wenig überzeugen kann in dieser Woche der Telekommunikationssektor. Flow Traders spricht beispielsweise von Anteilsverkäufen des breit aufgestellten STOXX 600 Telecommunications (WKN LYX0A1, DBX1ST). Die anhaltenden Diskussionen um eine Abkehr von der Kernenergie habe die Nachfrage nach neuen Energien auch in Form von Indexfonds beflügelt. Gesucht sei beispielsweise der Lyxor ETF New Energy (WKN LYX0CB). Interesse zeigten Investoren zudem an Baustoffen und Baumaterialien (WKN LYX0AZ), bei denen sie an der Wertentwicklung von 14 Rohstoffen (WKN DBX1LC) partizipieren.

Wenig los bei Festverzinslichem

Kaum Betrieb herrsche auch in dieser Woche bei den Rentenfonds. „Derzeit zeigen Anleger mit einem Hang zu Aktienanlagen generell eine höhere Risikobereitschaft“, meint Salaorno. „Alles konzentriert sich weiter auf Unternehmensanteile“, stellt auch Roelofs fest. Deshalb seien die Umsätze im Rentenbereich eher verhalten. Tendenziell auf der Abgabenseite sieht Flow Traders deutsche Staatsanleihen-Fonds mit Laufzeiten zwischen 5,5 und 10,5 Jahren. Verkauft werde etwa der iShares eb.rexx Government Germany (WKN 628949). Eher abgegeben werde zudem der iShares Barclays Capital EURO Corporate Bond ETF (WKN A0RM45). Der ETF investiert in Unternehmensanleihen von Industrieunternehmen, Versorgern oder Finanzunternehmen mit einer Restlaufzeit von mindestens einem Jahr und einem ausstehenden Mindestvolumen von 300 Millionen Euro.

© 5. April 2011 / Iris Merker

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