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ETF Securities – ETP-Marktbericht KW 20

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs und Aktienmärkten, liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Die Krise in der Ukraine lag auch in der Vorwoche im Fokus der Investoren. Die illegale Volksbefragung im Osten der Ukraine, die über das Wochenende abgehalten wurde, könnte die Situation in der Region weiter zuspitzen und die Nachfrage für defensive Anlagen, wie Schweizer Franken, Japanischen Yen und Gold antreiben. Zusätzlich könnte sich auch der Preis für Palladium, Nickel, Weizen und Mais (wesentliche Exportprodukte der ehemaligen Sowjetunion) erhöhen, da mögliche Sanktionen und Unterbrechungen des Transports zu Angebotsengpässen führen könnten.

Rohstoff-ETPs

Die Krise in der Ukraine verleitet Investoren weiterhin dazu, Schutz in defensiven Anlagen wie Gold zu suchen. So verzeichneten Long Gold ETPs von ETF Securities (u.a. WKN: A0LP78) über die Vorwoche Zuflüsse von 36 Mio. US-Dollar. Laut dem Research Team von ETF Securities wird die ukrainische Präsidentschaftswahl am 25. Mai als erster Schritt in die richtige Richtung gesehen, während sich die ohnehin angespannte Situation in der Region weiter verschlechtert. Palladium und Nickel sollten am stärksten von einem möglichen Krieg zwischen der Ukraine und Russland profitieren, und auch Gold könnte sich als Absicherungsinvestment positiv entwickeln. Die Preise von Platinmetallen sind Anfang der Vorwoche, aufgrund der Krise in der Ukraine und den anhaltenden Streiks in Südafrika, stark angestiegen. Zum Ende der Woche korrigierten die Metalle nach Ankündigung von Truppenabzügen wieder tiefer. In Südafrika werden mittlerweile direkte Gespräche zwischen Minenbetreibern und Arbeitern geführt und man ist zuversichtlich, dass der Streik, der nun bereits in der 16. Woche ist, bald zu einem Ende kommen wird. Nachdem Vale, der weltweit zweitgrößte Nickelproduzent, in der Vorwoche seine Produktion in Neukaledonien aussetzen musste, stieg der Nickelpreis stark an und bei ETFS Nickel (WKN: A0KRJ4) kam es zu Zuflüssen von 5,6 Mio. USD. Nickel ist das Industriemetall mit der besten Performance seit Jahresbeginn (+ 40%). Gründe liegen vor allem im indonesischen Exportverbot und sinkenden Lagerbeständen in China. Trotz der bisherigen Entwicklung könnte eine weitere Anspannung der Situation in der Ukraine den Nickelpreis weiter antreiben. Darüber hinaus positionieren sich Investoren zurzeit stärker im Energiebereich, so kam es bei ETFS Longer Dated Energy (WKN: A0SVX4) zu Zuflüssen von 6 Mio. USD.

Aktien-ETPs

Der FTSE 100 erreichte in der Vorwoche ein 10-Wochenhoch, nachdem die Fed-Vorsitzende Yellen eine Weiterführung der expansiven Gelpolitik und der EZB Präsident Draghi eine Bereitschaft für Handlungen des EZB-Rates bekanntgaben. Überraschende Ergebnisse von Vestas, dem weltweit größten Turbinenhersteller, verhalfen dem DAXglobal Alternative Energy Index zu einem Anstieg von 0,6% (ETFS DAXglobal Alt.Energy. WKN: A0Q8M9).

Währungs-ETPs

Rohstoffwährungen zählten zu den besten Performern in der Vorwoche, nachdem die Korrelationen zu den zugrundeliegenden Rohstoffen aufgrund starker Wirtschaftsdaten und hoher Nachfrage aus China, angestiegen sind. Die angespannte Situation auf den Rohstoffmärkten sollte, zusammen mit den bestehenden geopolitischen Spannungen, Rohstoffe und Rohstoffwährungen in der nächsten Zeit unterstützen. Auch der Schweizer Franken und Japanische Yen sollten weiterhin Unterstützung durch die Situation in der Ukraine erhalten. Dennoch ist eine Erholung des USD, vor allem gegenüber dem Yen, bei einer Beruhigung der Lage wahrscheinlich. Dies auch aufgrund eines stabileren Wirtschaftswachstums und weiterer Reduktion der Stimuli, durch die Fed. Weiter konnten weder Euro noch Britischer Pfund in der Vorwoche die obere technische Barriere durchbrechen, nachdem der Euro nach dem EZB Treffen viel. Deflation und die eher zurückhaltende Haltung der EZB sollten weiteren Druck auf den Euro ausüben.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.