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ETF Securities – ETP-Marktbericht KW 21

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs und Aktienmärkten, liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Die Märkte zeigten sich in der Vorwoche wechselhaft. Einerseits drückte die weitere Anspannung der Situation zwischen Russland und der Ukraine auf den Euro, andererseits wurden zyklische Anlagen durch verbesserte US-Wirtschaftsdaten und weitere Unterstützung des chinesischen Stimulus Programms durch ranghohe Beamte angetrieben. Mit der ukrainischen Präsidentschaftswahl am 25. Mai sollten defensive Anlagen wie Schweizer Franken, Yen und Gold, sowie von Russland dominierte Rohstoffe wie Nickel und Palladium, im aktuellen Umfeld profitieren können.

Rohstoff-ETPs

Die bevorstehende Aussaat-Saison veranlasste Investoren dazu, sich verstärkt in Agrarprodukte zu positionieren. So kam es bei ETFS Agriculture (WKN: A0KRKB) mit 5 Mio. US-Dollar zu den stärksten Zuflüssen der letzten fünf Wochen, nachdem sich die Wahrscheinlichkeit eines El Nino Wetterphänomens weiter erhöht hatte. Selbst in Australien rechnet man mit einer 70%igen Wahrscheinlichkeit von diesem Ereignis zum ersten Mal seit vier Jahren wieder betroffen zu sein. Da die Preise der meisten Agrarrohstoffe durch die extremen Wetterbedingungen und damit verbundenen Produktionsschwierigkeiten steigen würden, versuchen sich Investoren diversifiziert zu positionieren. So kam es bei ETFS Corn (WKN: A0KRJV) und ETFS Soybeans (WKN: A0KRJ7) zu Zuflüssen von 2,9 bzw. 3 Mio. USD. Der Preis von Palladium erreichte in der Vorwoche einen neuen Höchststand seit August 2011, nachdem die Streiks in Südafrika weiterhin andauern und mittlerweile gewaltsam wurden. Die Preise von Platin und Palladium konnten von dieser Situation profitieren, wobei Palladium zusätzlich von möglichen Sanktionen gegen Russland positiv beeinflusst wird, da das Land über 40% des globalen Palladiumangebots erzeugt. Sollten sich die Nachrichten vom letzten Freitag bewahrheiten, dass Russland Palladium zukaufen möchte, würde dies den Preis zusätzlich antreiben.
Der Preis von Nickel erreichte Anfang der Vorwoche, aufgrund von Angebotsbeschränkungen ein 27-Wochen-Hoch, fiel daraufhin jedoch um 11% innerhalb von zwei Tagen. Wegen der indonesischen Exportbeschränkungen und den möglichen Sanktionen gegen Russland war der Nickelpreis seit Jahresbeginn bereits um 35% gestiegen. Der Preissprung Anfang der Vorwoche wurde von vielen Investoren als zu extrem angesehen und der Preis korrigierte sich gegen Ende der Vorwoche.

Aktien-ETPs

In der Vorwoche zeigten italienische Wirtschaftsdaten einen Rückgang des BIP im ersten Quartal von 0,1%, wodurch es zu einem starken Anstieg des FTSE MIB Super Short Strategy Index von etwa 13% kam. Da auch das französische BIP unter den Erwartungen lag, rechnet der Markt nun verstärkt mit Handlungen seitens der EZB und möglichen Stimuli, um die Eurozone zu unterstützen. Weiters führte die steigende Nachfrage des Transports von Erdölprodukten wie Benzin und Diesel, kurz vor der Fahrsaison im kommenden Sommer der nördlichen Hemisphäre, zu einem Anstieg des Schifffahrtsektors um 3%.

Währungs-ETPs

Die Indische Rupie stieg, nach dem Wahlsieg von Modi’s Partei BJP und den optimistischen Erwartungen über eine daraus folgende Wirtschaftsentwicklung, stark an. Das Research Team von ETF Securities geht davon aus, dass die Rupie weiter steigen wird, da die BJP durch den Sieg ein Mandat erhalten hat, die Ausgaben für Infrastruktur sowie geschäfts- und investitionsfördernde Maßnahmen erheblich zu erhöhen. Während Japan überraschend positive Wirtschaftsdaten zeigte, geht man weiters davon aus, dass die Japanische Zentralbank an der expansiven Geldpolitik festhält und das USD/JPY Währungspaar mittelfristig gestärkt wird. Außerdem sieht man einen weiteren Rückgang des USD gegen den Britischen Pfund, mit einer zurückhaltenden Stellung der Englischen Nationalbank, die eher mit strafferen makropolitischen Maßnahmen als mit einer Zinserhöhung Sektoren wie den Wohnungsmarkt kontrollieren möchte. Das Problem für eine weitere Aufwertung des USD sind die Spannungen in der Ukraine. Sollten diese eskalieren, würden CHF und JPY profitieren.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.