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ETF Securities – ETP-Marktbericht KW 22

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs und Aktienmärkten, liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Die Märkte verliefen in der Vorwoche unruhig, da sich Investoren unsicher über das globale Wirtschaftswachstum und die Entwicklung der Ukraine-Krise sind. Auch die Vielzahl an Meldungen der Zentralbank sorgten für Unruhe trotz einer weiterhin vorsichtigen Haltung der Entscheidungsträger und damit expansiven Geldpolitik. Defensive Währungen wie der japanische Yen oder Schweizer Franken profitieren in diesem Umfeld. Die Preise von Agrarprodukten fielen aufgrund erhöhter Ernteerwartungen, während eine gestiegene Nachfrage und geopolitische Risiken zu einem Anstieg des Energiesektors führten.

Rohstoff-ETPs

Die Streiks in Südafrika drücken weiterhin auf den Markt für Platinmetalle und trieben in der Vorwoche den Preis von Platin um 1,4% an. ETFS Physical Platinum (WKN: A0N62D) verzeichnete mit 6,1 Mio. US-Dollar die stärksten Zuflüssen der letzten sechs Wochen. Johnson Matthey rechnet in dem aktuell veröffentlichtem Bericht mit einem Defizit von 1,2 Mio. Unzen an Platin und 1,6 Mio. Unzen an Palladium (0,9 bzw. 0,4 Mio. Unzen im Vorjahr). Auch wenn sich die Streiks lösen sollten, wird es dauern bis die Produktion wieder voll anfahren kann. Obwohl die drei größten Produzenten bereits versuchen sich vor dem Arbeitsgericht mit der Association of Mineworkers and Construction Union (AMCU) über die Lohnfragen zu einigen, befürchtet der CEO von Impala eine Weiterführung der Streiks.

Der Preis von WTI Rohöl stieg in der Vorwoche um 2,2% nachdem die US-Lagerbestände entgegen der Analystenerwartungen um 7,2 Mio. Barrel gesunken sind – dem stärksten Rückgang seit Anfang Januar. Laut dem Research Team von ETF Securities könnte dieser Rückgang den saisonalen Beginn der Fahrsaison in den USA eingeleitet haben und eine Basis für den weiteren Preisanstieg von WTI bilden (ETFS WTI Crude Oil, WKN: A0KRJX).

Die Preise von Mais und Weizen fielen um 1,5% und 2,8% nachdem die USDA bekannt gab für 2014/15 einen Ernteüberschuss für Mais zu erwarten und verstärkter Regen die Weizenproduktion förderte. Dies wurde von Investoren als Investitionsmöglichkeit gesehen wodurch Long Corn ETPs Zuflüsse von 2,5 Mio. USD (ETFS Corn, WKN: A0KRJV) und Long Wheat ETPs Zuflüsse von 3,1 Mio. USD (ETFS Wheat, WKN: A0KRJ9) verzeichneten. Der Preis von Kaffee fiel in der Vorwoche um 6,6% nachdem Informationen von Conab, dass die Schäden durch die Dürre Anfang des Jahres nicht so schwerwiegend waren wie erwartet, weiter vom Markt verarbeitet wurden (ETFS Daily Short Sugar, WKN: A0V9X9).

Aktien-ETPs

Der DAXglobal Alternative Energy Index stieg in der Vorwoche um 2,5% an, nachdem GCL, einer der größten Anbietern von Solarpanelen, eine Partnerschaft mit China unterzeichnete, Anlagen im Umfang von mehr als 4 Gigawatt über die kommenden Jahre zu errichten (ETFS DAXglobal Alternative Energy GO UCITS ETF, WKN: A0Q8M9). Der DAXglobal Shipping Index stieg um 1,2% an, da sich das 1. Quartalsergebnis von A.P. Moller-Maersk, einer der führenden Schifffahrtsgesellschaften der Welt, aufgrund gestiegener Nachfrage nach Schifftransport zwischen Europa und Asien, fast verdoppelten (ETFS DAXglobal Shipping GO UCITS ETF, WKN: A0Q8M4). Während die europäischen Aktienmärkte vor der Wahl des Europäischen Parlaments ruhig blieben, stiegen Aktien Mittelstands-Unternehmen, die z.B. durch den Russell 2000 Index abgebildet werden, stark an und übertrafen den S&P 500 um 33% (ETFS Russell 2000 US Small Cap GO UCITS ETF, WKN: A0Q8NE).

Währungs-ETPs

Die überraschend positive Entwicklung der Wirtschaftsaktivität und geopolitischen Spannungen in der Ukraine/Russland-Krise trieben den Yen in der Vorwoche stark an, da sich Investoren absichern, oder ihre ausländischen Vermögenswerte abbauen. Während die kommenden Zahlen von Einzelhandel und Verbrauchern die aktuelle Wirtschaftslage deutlicher darstellen werden, bleiben die Investoren bei ihrer negativen Haltung. Der Britische Pfund ist von den Jahreshöchstständen zurückgegangen und bleibt anfällig. Das Research Team von ETF Securities geht davon aus, dass der Großteil an positiven Informationen bereits im Preis enthalten ist und der Markt die Chancen von Zinserhöhungen in 2015 überschätzt. Die Englische Zentralbank hat auf die „erheblichen Kapazitätsreserven“ in Großbritannien hingewiesen, die jeglichen Preisdruck ausgleichen würden. Die Risiken aus dem Immobilienmarkt möchte die Englische Zentralbank scheinbar über die Zinssätze kontrollieren.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.