Start ETF-Marktbericht ETF-Securities ETP-Wochenbericht KW12/2014

ETF-Securities ETP-Wochenbericht KW12/2014

23
analyseetf

 

Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs und Aktienmärkten, liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Da die Situation in der Ukraine kaum Anzeichen einer Stabilisierung zeigt und die chinesischen Wirtschaftsdaten jüngst unterhalb der Erwartungen verblieben, rutschten die Aktienkurse in der vergangenen Woche ab. Gold– und Silberpreise hingegen kamen ihrem Ruf als Portfolio-Diversifikator und Versicherungswerte nach und stiegen an. ETP- und Futures-Investoren haben ihre Goldpositionen entsprechend wieder erhöht, da Risikoabsicherungseigenschaften von Gold wieder gefragt sind. Auch wenn Bedenken möglicher Abwicklungen von mit Kupfer besicherten Finanzierungsgeschäften in China den Kupferpreis letzte Woche stark gedrückt haben, so könnte die über das Wochenende angekündigte Urbanisierungs-Initiative in China in Höhe von RMB 1bn dazu beitragen, die Stimmung in dieser Woche wieder zu heben. Nachdem EZB-Präsident Draghi sich zu den negativen Auswirkungen eines starken Euro äußerte, haben Deflationsbedenken in der Euro-Zone weiteren Nährboden gefunden.

ROHSTOFFE – Die Woche im Rückblick

Gold wurde während der Ukraine-Krise wieder verstärkt als Risikoabsicherungen nachgefragt. So haben Investoren ihre Long-Positionen in Gold mittels ETPs und Futures ausgebaut, nachdem makroökonomische sowie geopolitische Risiken die Investoren an die Versicherungseigenschaften des Goldes erinnert haben. Darüber hinaus wurden weitere Zuflüsse in Höhe von 38 Mio. USD im physisch hinterlegten Silber ETC (A0N62F) verbucht, nachdem es vergangene Woche bereits zu Rekordzuflüssen von 132 Mio. USD kam. „Sind beide Edelmetalle in der Vergangenheit gemeinsam gestiegen, so hat Silber gegenüber Gold nochmals deutlich outperformed; etwas worauf Investoren nach wie vor“, so Bernhard Wenger von ETF Securities. Unterdessen kam der Kupferpreis in der vergangenen Woche, aufgrund von globalen Makro-Sorgen und Ängsten über die mögliche Freisetzung von Kupfervorräten nach dem Ausfall einer chinesischen Unternehmensanleihe, stark unter Druck. „Aus unserer Sicht sind diese Ängste jedoch unbegründet und sobald diese kurzfristigen Turbulenzen abgeklungen sind, gehen wir davon aus, dass der Kupferpreis aufgrund zugrundeliegender Nachfrage nach dem Metall steigen wird“, so Wenger weiter. Der Preisrückgang von fast 9 Prozent vergangene Woche wurde entsprechend von Investoren als Kaufgelegenheit wahrgenommen, sodass es zu 19 Mio. USD Zuflüssen in den ETCs kam, den höchsten Käufen in den letzten 10 Wochen. „Chinas Kupfernachfrage bleibt in der Tat robust, was von den Januar und Februar Importen belegt wird, die über 40% oberhalb der Vorjahresdaten lagen und ein Rekordniveau erreichten. Die Nachfrage nimmt in der Regel nach dem Ende des ersten Quartals zu, einen Verlauf den wir auch für dieses Jahr erwarten“, so Wenger. Eine weitere Besonderheit wurde vergangene Woche im dem Preis von Magerschweinen verbucht, der aufgrund der Ausbreitung der Schweinekrankheit in den USA und Osteuropa um 6,0% stieg.

AKTIEN – Die Woche im Rückblick

Globale Aktien stürzten aufgrund von Ängsten einer Konjunkturabkühlung China’s, sowie anhaltenden Spannungen in der Ukraine ab; Goldminen hielten diesem Trend jedoch stand. Obwohl die chinesischen Exporte, Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion nur leicht unter den Erwartungen zurück blieben, weisen die derzeitigen Medienberichte auf eine Rückkehr der Ängste einer möglichen drastischen Abkühlung des chinesischen Wachstums hin, was sich bereits im vergangenen Jahr als falsch erwiesen hat. Ein steigendes Kriegsrisiko in der Ukraine, gekoppelt mit den Wachstumsängsten für China, haben zum ersten Mal in diesem Monat in den meisten Aktienindizes zu Verlusten geführt. Die Rallye in Gold half dem DAXglobal Gold Mining Index sich diesem Trend zu wiedersetzen, woraufhin der Index im Verlauf der Woche um 3% anstieg. Ein weiterhin fester Goldpreis sollte Goldminenaktien in den kommenden Wochen unserer Sicht nach unterstützen.

WÄHRUNGEN – Die Woche im Rückblick

Die Inflationserwartungen in der Eurozone befinden sich auf dem niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren. EZB-Präsident Draghi hat in der vergangenen Woche die deflationären Erwartungen gehoben und vor möglichen schädlichen wirtschaftlichen Auswirkungen eines starken Euro gewarnt. Darüber hinaus bestehen Befürchtungen, dass, wenn der Russland-Ukraine-Konflikt nicht schnell gelöst wird, etwaige Handels- und Finanzsanktionen gegen Russland das Wachstum der Eurozone schwächen werden. Der Schweizer Franken dürfte weiterhin von geopolitischen Risiken profitieren. Die US-Notenbank trifft sich in dieser Woche, angesichts der jüngsten verbesserten wirtschaftlichen Daten erwarten wir, dass sich das Tempo vom Tapering unvermindert fortsetzen wird und damit den USD unterstützt. Unterdessen wurde am Wochenende in China die tägliche Handelsspanne des Renminbi von 1% auf 2% ausgeweitet, um die Flexibilität der Währung voranzutreiben. Während wir von einer längerfristigen Wertsteigerung des CNY ausgehen, so könnte es kurzfristig zu erhöhter Volatilität kommen, da die Politik weiterhin versucht ein Risiko in Chinas Wirtschaft zu injizieren, um die Entwicklung einer rationalen, marktpreisbestimmten Wirtschaft zu beschleunigen.

TEILEN
Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.