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ETF-Securities ETP-Wochenbericht KW14/2014

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs und Aktienmärkten, liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Im Fokus der Marktteilnehmer lag über die Vorwoche weiterhin die Krise in der Ukraine. Während die USA und Russland Gespräche führten, um Optionen zu einer nicht-invasiven Krisenlösung zu finden, beruhigte sich die pessimistische Haltung der Investoren. Die Möglichkeit von Versorgungsstörungen in Russland ließ den Weizenpreis weiter ansteigen und niedrige Temperaturen in den USA trieben den Preis für Erdgas und Kohle nach oben. Die US-Wirtschaft scheint sich stetig zu erholen, wobei die schwachen Wirtschaftsdaten vom Jahresbeginn wahrscheinlich nur eine wetterbedingte Abweichung darstellen. Zyklische Anlagen, wie Industriemetalle, etablierte Aktientitel und der US-Dollar, sollten bei andauerndem US-Wirtschaftswachstum positiv performen, wobei Gold eine der besten Möglichkeiten darstellt, sich gegen eine Abweichung dieses Szenarios abzusichern.

Rohstoffe

Industriell genutzte Edelmetalle, vor allem Platin und Silber, standen einer starken Nachfrage gegenüber und Long-ETPs auf diese Rohstoffe verzeichneten Zuflüsse von 41 Mio. USD (ETFS Physical Platinum, WKN: A0N62D; ETFS Physical Silver, WKN: A0N62F). Obwohl die Korrelation zwischen Gold und Silber historisch sehr hoch ist, könnte sich der Silberpreis abkoppeln, sollte die Industrienachfrage weiter stark ansteigen, meint Bernhard Wenger von ETF Securities. Platin und Palladium profitierten dieses Jahr von dem Streik der Minenarbeiter in Südafrika, der nun in die 10. Woche geht und bereits ein Produktionsdefizit von 800,000 Unzen verursacht hat (14% des weltweiten Angebots). Mögliche Versorgungsprobleme Russlands, durch die Krise auf der Krim Halbinsel hervorgerufen, wirken ebenfalls preistreibend. Mit der bevorstehenden Frühjahraussaat nehmen Investoren mehr Agrarrohstoffe in ihre Portfolios auf und bei ETFS Agriculture (WKN: A0KRKB) und ETFS Grains (WKN: A0KRKF) kam es in der Vorwoche zu den stärksten Zuflüssen seit etwa einem Jahr, insgesamt ca. 11,7 Mio. USD. Bernhard Wenger sieht hierbei vor allem die Dürreperioden und außergewöhnliche Wetterlagen für die steigenden Preise von Agrarrohstoffen verantwortlich. Die Situation könnte laut Meteorologen in diesem Jahr durch ein bevorstehendes El Niño Wetterereignis beeinflusst werden. Verstärkt positionierten sich Investoren auch in WTI, auf Basis niedriger US-Lagerbestände und der anstehenden Reisesaison in den USA. Hierbei erreichten die Zuflüsse in Long-WTI ETPs mit 31 Mio. USD ein 5-Monatshoch. Der Preis für Henry Hub Erdgas stieg in der Vorwoche aufgrund von niedrigen Temperaturen im Osten der USA und Hoffnungen, dass Sanktionen der USA gegen Russland die Nachfrage nach LNG antreiben könnte, um 4,2% an. Hierbei kann man jedoch von keiner raschen Entwicklung ausgehen, da die Regierungsbestimmungen und Zeitrahmen, um die dafür benötigte Infrastruktur einzurichten, berücksichtigt werden müssen.

Aktien

Der hohe Heizbedarf aufgrund der niedrigen Temperaturen und der hohe Preis von Erdgas haben die Nachfrage nach Kohle angetrieben und in der Vorwoche zu einem Anstieg von 4% bei Aktientitel auf Kohlenminenbetreiber geführt. Anders war die Entwicklung für Goldminenbetreiber, die unter dem schwachen Goldpreis leiden. Der DAXglobal Alternative Energy Index (ETFS DAXglobal Alternative Energy GO UCITS ETF, WKN: A0Q8M9) verzeichnete einen Anstieg von 1,5%, nachdem der Aktienpreis von First Solar aufgrund der Bekanntgabe von großen Wachstumsprojekten stark angestiegen ist. Insgesamt kam es zu einer positiven Entwicklung auf den europäischen Aktienmärkten, trotz eher schwachen Wirtschaftsdaten. Die chinesischen Fertigungsdaten stellen weiterhin einen Schlüsselwert für die globalen Aktienmärkte dar.

Währungen

Der Australische- und auch Neuseeländische-Dollar waren die besten G10 Performer in der Vorwoche. Grund dafür sind Anzeichen für steigendes Wirtschaftswachstum in den beiden Ländern. Während die neuseeländische Zentralbank die erste große Zentralbank war, die die Zinsraten aufgrund des steigenden Wirtschaftswachstums erhöhte, wird die Währung vermutlich von den Entscheidungsträgern im Anstieg begrenzt werden, da sie als zu stark angesehen wird und dem Export schaden könnte. Australien wird wahrscheinlich eine ähnliche Richtung bei seiner Währungspolitik einschlagen. Obwohl man davon ausgeht, dass die Europäische Zentralbank keine Änderung ihrer Währungspolitik bekanntgeben wird, scheint eine weitere Abschwächung des Euro wahrscheinlich. Der USD scheint wiederum von der relativen Schwäche der G10 Währungen profitieren zu können und eine positive Entwicklung der US-Beschäftigungsdaten könnte diese Entwicklung weiter vorantreiben.

 

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.