Start ETF-Marktbericht ETF-Securities ETP-Wochenbericht KW16/2014

ETF-Securities ETP-Wochenbericht KW16/2014

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs und Aktienmärkten, liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Die letzte Woche veröffentlichten Fed-Protokollezeigten, dass die Entscheidungsträger mit Vorsicht agieren und die Zinsen noch länger auf dem niedrigen Niveau belassen werden. Obwohl sich Inflation und Arbeitslosigkeit normalisiert haben, soll die Niedrigzinspolitik das Wirtschaftswachstum weiter antreiben. Diese Nachrichten drückten auf den US-Dollar und trieben kurzzeitig die breiten US-Aktienindizes nach oben, bevor globale Aktienbenchmarks zum Ende der Woche abschwächten. Edelmetalle konnten vom niedrigeren USD profitieren und die anhaltenden Streiks in Südafrika wirken sich auf das Platinangebot aus. Industriemetalle performten letzte Woche im Umfeld eines positiven, globalen Wirtschaftsausblickes vielversprechender.

Rohstoff-ETCs

Rohstoffinvestoren scheinen sich aufgrund des anhaltenden Wirtschaftswachstums eher in zyklischen Anlageklassen zu positionieren und laut der Meinung des Research Teams von ETF Securities, haben sich die Preise von Industriemetallen dem erwarteten Angebotszuwachs angepasst. Auch der Wirtschaftsrückgang in China scheint überbewertet. Anhaltende Befürchtungen, dass sich die Lagerbestände von Platinmetallen dem Ende neigen, führten zu den stärksten Zuflüssen bei ETFS Physical Platinum (WKN: A0N62D) von ETF Securities seit September 2012, im Ausmaß von 37,5 Mio. USD. Die Streiks in Südafrika sind nun in der 12. Woche und große Produzenten des Landes haben bereits Force Majeure deklariert, was die möglichen Lieferschwierigkeiten aufzeigt. Die Platin- und Palladiumpreise stiegen um 1,3% bzw. 0,3%. Auch ETFS Nickel (WKN: A0KRJ4) sah starke Zuflüsse von 15,5 Mio. USD aufgrund des indonesischen Exportverbots und zurückgehenden Lagerbeständen in China, da das Land zuletzt 58% des Nickels aus Indonesien importierte. Aufgrund der stärkeren Positionierung in zyklische Anlageklassen kam es zu Abflüssen bei Gold und Silber ETPs, jedoch weist das Research Team von ETF Securities auf die Preisanstiege von 2,8% und 2,1% bei Gold und Silber in der Vorwoche hin und zeigt auf, wie diese Edelmetalle auf schlechte Wirtschaftsnachrichten reagieren. Der Energiesektor lag in der Vorwoche auch im Fokus der Investoren, aufgrund einer stärkeren Erdöl-Nachfrage und wetterbedingten Preisanstiegen bei Erdgas. ETFS Energy (WKN: A0KRKD) verzeichnete Zuflüsse von 7,6 Mio. USD, den stärksten seit August 2012. Der Preis für Arabica Kaffeestieg in der Vorwoche um 18% an, nachdem das National Coffee Council die niedrigsten Ernteerträge seit fünf Jahren prognostiziert hatte.

Aktien-ETFs

Die Korrektur des US-Aktienmarkts, aufgrund von Sorgen um US-Unternehmensgewinne und hohen Bewertungen, führte zu starken Berichtigungen bei den europäischen Aktienbenchmarks. Der FTSE MIB Super Short Strategy Index und der ShortDax x2 Index stiegen um 5,1% und 3,5%, während der Russell 2000 Index um 4,5% zurückging. Goldminenbetreiber (ETFS DAXglobal Gold Mining, WKN: A0Q8NC) konnten um 3,6% zulegen, nachdem auch der Goldpreis in der Vorwoche angestiegen ist und sich Investoren in defensive Aktientitel positionieren wollten. Da europäische Benchmarks in diesem Jahr bereits Rekordniveaus erreichten, erwarten Investoren starke Fundamentaldaten, welche die Aktienbewertungen und den Aufwärtstrend bekräftigen.

Währungs-ETCs

Durch die Veröffentlichung der Fed-Protokolle wurde ein Szenario höherer Zinsen kurzfristig unwahrscheinlicher, was den USD auf ein 5-Monatstief abfallen liess. Das Research Team von ETF Securities erwartet eine Erholung des USD, vor allem gegenüber Euro und Japanischen Yen, da sich Investoren weiterhin auf die starken US-Wirtschaftsdaten stützen werden. Die Eurozone steht weiterhin unter Druck durch Deflationsgefahren und steigende Erwartungen, dass die Europäische Zentralbank weitere Maßnahmen setzen wird. Dies sollte sich negativ auf den Euro auswirken. Mittelfristig liegt die erwartete Inflation bei rund 2%, könnte jedoch stark sinken, sollten die Inflationsdaten diese Woche enttäuschen. EZB Präsident Draghi meinte vor kurzem, dass weiterer Stimulus notwendig sei, sollte der Euro stark bleiben. Während die Bank of Japan in der Vorwoche keinen weiteren Stimulus einbrachte, rechnet man mit einer Lockerung der Geldpolitik im 2. Quartal dieses Jahres.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.