Start ETF-Marktbericht ETF-Securities Marktbericht – KW 05/2015

ETF-Securities Marktbericht – KW 05/2015

36
analyseetf

 

Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Obwohl die Ankündigung eines Kaufprogramms (Quantitiative-Easing = QE) von Seiten der Europäischen Zentralbank allgemein vorhergesehen wurde, war die Gesamtgröße des Programms letztendlich größer als erwartet. Mit monatlich 60 Milliarden EUR bis September 2016 wird die EZB im Laufe des Programms insgesamt mehr als 1 Billionen EUR kaufen. Die EZB will die Eurozone ohne jeden Zweifel vor deflationären Risiken bewahren. Die zyklischen Vermögenswerte konnten an Wert zulegen. Auch Gold, das oft als Alternativwährung angesehen wird, konnte aufgrund von Befürchtungen vor einem noch schwächer werdenden Euro durch die Bilanzausweitung der EZB weiter zulegen. Das Ergebnis der Wahlen in Griechenland am Wochenende wird zweifellos die Nachfrage nach sicheren Anlagen treiben, da Europa erneut mit einer Phase der Unsicherheit zu kämpfen hat.

Rohstoffe

Chinesische Wirtschaftsdaten und QE-Programm der EZB unterstützen zyklische Rohstoffe. Die besser als erwarteten BIP-Daten aus China für 2014 konnten den in letzter Zeit größer werdenden Druck auf Industriemetalle abmildern. China ist der weltweit größte Konsument von Industriemetallen, weshalb dessen wirtschaftliche Entwicklung maßgeblichen Einfluss auf die Nachfrage nach diesen Metallen hat. Die Entscheidung der EZB die schwächeren Länder der Eurozone vor deflationären Risiken zu bewahren wirkte sich als Katalysator auf Industrie- und Edelmetalle aus, was zu Gewinnen in diesen Werten führte.

Wachstum im Euroraum verheißt Gutes für die Nachfrage nach Industriemetallen, während Besorgnisse über eine Abwertung des Euros durch die Bilanzausweitung der EZB die Nachfrage nach Gold und Silber treiben sollte. Da das Verhältnis von Gold zu Silber Ende 2014 Jahresrekordhochs erreichte, dürften viele Investoren Silber als einen relativ günstigeren Weg sehen, um eine Partizipation an harten Vermögenswerten zu bekommen.

Aufgrund kühleren Wetters in Brasilien und damit einhergehendem Risiko für das Wachstum der Kaffeesträucher, fiel Arabica Coffee um 9,5 Prozent. Ebenfalls fiel Erdgas aufgrund der wieder milder werdenden Wetterbedingungen in den USA um 9,4 Prozent.

Aktien

Europäische Börsen jubeln nach einem größer als erwartetem QE-Programm. Das entschiedene Handeln der EZB führte zu Optimismus an den Aktienmärkten, da die Marktteilnehmer der Ansicht sind, die Zentralbank habe die Zurückhaltung der Vergangenheit beiseite gelegt und sei bereit, die deflationären Probleme direkt anzugehen. Der DAX lag am Tag der Verkündung minimal unter seinem Vortageswert, was wahrscheinlich den deutschen Zynismus gegenüber der Risikostreuung widerspiegelt, welche im erweiterten Programm enthalten ist. Zwischenzeitlich folgten Goldminenwerte dem gestiegenen Goldpreis, was zu einem Kursgewinn des DAXGlobal Goldmining Index von 5,9 Prozent führte. Chinesische A-Aktien hatten eine volatile Woche. Nach der Ankündigung von strengeren Vorschriften für Lombardgeschäfte am Montag fielen chinesische A-Aktien zunächst um 7,2 Prozent. Am Mittwoch verhalfen dann die besser als erwarteten BIP-Daten aus China bei zu einer Erholung von 4,2 Prozent bei A-Aktien. In dieser Woche dürften die amerikanischen BIP-Daten im Mittelpunkt stehen. Anhand dieser wird der Markt beurteilen, inwieweit die FED Kapazitäten für eine Zinserhöhung hat.

Währungen

Draghi liefert – Fokus auf griechisches Wahlergebnis. Die Kursbewegungen des Euros zeigen, dass das neue QE-Programm der EZB den Markt in seiner Größe und seinem Zeitrahmen etwas überrascht hat. Der offene Charakter des Programms ist ein klares Bekenntnis der EZB „mit allen Mitteln“ ihr Ziel erreichen zu wollen und die Selbstbestimmung bei der Höhe der Bilanzsumme bringt die Hochwassermarke von 2012 in erreichbare Nähe. Die Ankündigung vergangener Woche stand in scharfem Kontrast zur bisherigen Strategie, die eher von Zurückhaltung geprägt war. Bernhard Wenger, Leiter des europäischen Vertriebs, geht davon aus, dass das QE-Programm der EZB zu flacheren Zinskurven innerhalb der Eurozone führen wird und die sich ausweitenden Zinsdifferenzen den Euro weiterhin gegenüber den G10 Währungen belasten werden. Die Wahlen in Griechenland werden in dieser Woche im Fokus der Märkte sein. Der Euro wird sich wahrscheinlich abschwächen, da Befürchtungen über die Bereitschaft der Schuldenzurückzahlung Seitens der Griechen im Hinblick auf den Ablauf des EZB Förderprogramms am 28. Februar bestehen bleiben werden.

 

TEILEN
Vorheriger ArtikelAmundi mit ETF auf JPX Nikkei 400
Nächster ArtikelETFs: Europa klar im Fokus
Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.