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ETF-Securities Marktbericht – KW 06/2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Das FOMC Meeting der US-Notenbank Fed hat ein gemischtes Bild hinterlassen. Auf der einen Seite wurde die schwache Inflation erkannt, aber gleichzeitig auf das stärkere Wirtschaftswachstum und den soliden Arbeitsmarkt verwiesen. Der US Dollar wertete weiter auf und fokussierte sich auf eine mögliche Zinsanhebung. Der Optimismus der Wirtschaftsaktivität ist im Widerspruch zu den etwas enttäuschenden BIP-Zahlen, die zum Ende der Woche veröffentlicht wurden. Die Arbeitsmarktdaten am kommenden Freitag könnten zu einer Umkehr in der Dollar-Stärke führen, wenn sie sich als enttäuschend erweisen.

Rohstoffe

Emissionsrechte von Hoffnung auf Reform im Emissionshandel unterstützt. Nachdem das Europäische Parlament die Vorschläge zu einer Änderung des Emissionshandelssystems abgelehnt hatte, stiegen Emissionsrechte (JE00B3CG6315) um 4,1 Prozent. „Das Scheitern der Reformen schafft eine Gelegenheit für die Umsetzung tiefergreifender Veränderungen und damit einen schnelleren Abbau des aktuellen Überangebots an Emissionsgutschriften“, so Bernhard Wenger, Leiter des europäischen Vertriebs. Nachdem eine US-Behörde einem Antrag von argentinischen Biokraftstoffherstellern zugestimmt hat den US-Markt beliefern zu dürfen, sind Sojaöl-Preise (A0KRJ6) um 7,6 Prozent gefallen. Denn dies führte zu Befürchtungen, dass der US-Markt mit der südamerikanischen Produktion geflutet würde. Binnen der vergangenen Handelswoche ist der Zuckerpreis (A0KRJ8) um 6,7 Prozent gefallen, nachdem indische Behörden Zuschüsse für die Produktion von Rohzucker signalisierten. Durch diesen Zuschuss wäre es für die Zuckerfabriken in Indien wirtschaftlich tragbar zu exportieren, bevor dies die internationalen Konkurrenten wie Brasilien und Thailand im Laufe des Jahres tun.

Aktien

Europäische Aktien steigen nach Beginn des QE-Programms. Die europäischen Börsen endeten die Woche höher, wiesen aber auch höheren Volatilität auf. Die Aktienmärkte bleiben nach der EZB Ankündigung weiter im Aufwind, stehen aber unsicheren Entwicklungen in Griechenland und einem ungewissen Ansatz der neu gewählten linken Syriza Regierung in Bezug auf Verhandlungen mit internationalen Schuldnern gegenüber. Laut Wenger signalisierte die FOMC nach der ersten Sitzung, dass es immer noch auf dem Weg einer Zinserhöhung innerhalb dieses Jahres sei. Die Aussicht auf höhere US-Zinsen wirkten sich mit -2,1 Prozent negativ auf den Goldpreis (A0LP78) aus. Dementsprechend gerieten Goldminenwerte (A0Q8NC) unter Druck und schlossen die Woche mit einem Minus von 4 Prozent.

Währungen

US Arbeitsmarkt im Fokus nachdem BIP enttäuscht. „Da der US-Dollar (A1EK0V) gegenüber den meisten Haupt-Währungen in der vergangenen Woche weiter aufgewertet hat steigt das Risiko einer Korrektur, insbesondere wenn die zugrunde liegenden Wirtschaftsdaten enttäuschen“, so Wenger. Die US-Notenbank hielt weiter an ihrem Kurs in der Geldpolitik fest. Sollte ein globaler wirtschaftlicher Abschwung größeren Einfluss auf die inländische US Wirtschaft haben, kann sich dies jedoch sehr schnell ändern. In diesem Zusammenhang werden in dieser Woche ISM-Index- und die Arbeitsmarktdaten am Freitag richtungsweisend sein. Sollten die Daten enttäuschen, wie es die Q4 BIP-Daten getan haben, wird es wahrscheinlich eine negative Reaktion im USD geben. Sowohl die Zinsentscheidung der Reserve Bank of Australia, als auch die der Bank von England werden wahrscheinlich im Schatten der US-Wirtschaftsdaten bleiben, wobei für die BOE auch keine Änderungen erwartet werden. Für den Australischen Dollar (AUD) (JE00B68GQZ83) gibt es hingegen das Risiko einer Zinssenkung, da die wirtschaftliche Erholung weiterhin nur schleppend vorankommt. Die Märkte preisen derzeit eine 65 prozentige Chance eines Zins-Schnittes ein.

 

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.