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ETF-Securities Marktbericht – KW 07/2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Besser als erwartete US-Arbeitsmarktdaten sorgten für Aufwind in zyklischen Vermögenswerten und dem US-Dollar. In dieser Woche wird der Markt nach Anzeichen weiterer Lockerungen der Zentralbank in den chinesischen Inflations-, Geld- und Kreditangebotsdaten suchen. In der vergangenen Woche hat die People‘s Bank of China den Mindestreservesatz zum ersten Mal in mehr als 2 Jahren gesenkt, so dass die Kreditvergabe der Banken erleichtert wurde. Der Veröffentlichung der Euroraum Q4 2014 BIP-Daten und die Sitzung der Finanzminister in Griechenland werden in dieser Woche wahrscheinlich die Volatilität in Europa hoch halten.

Rohstoffe

Rückgang der Anzahl von aktiven Ölbohrungen treibt Preisrally. Brent und WTI legten in der Vorwoche um 13% bzw. 15% zu, nachdem sich Anzeichen einer Verknappung des Angebotes verdichten. Laut einer Zählung der Großdrehbohr-Anlagen von Baker Hughes gab es einen 16% Rückgang der aktiven US-Ölbohranlagen im Januar 2015. „Wir glauben, dass die OPEC-Länder diese Entwicklungen als positiv bewerten und halten somit einer Einschnitt deren Fördermenge in der kommenden Juni-Sitzung für möglich“, so Bernhard Wenger, Leiter des Europavertriebs. „Das Kartell wird mit Vorsicht agieren, da trotz des jüngsten Rückgangs der Ölförderanlagen, die Produktion in den USA leicht wieder steigen könnte“, so Wenger weiter. Saudi-Arabien, der größte Produzent im Kartell, wird nur ungern Marktanteile aufgeben und daher den Preiskampf so lange weiterführen, bis die Marktdominanz behauptet wurde. Berichten zufolge, dass Saudi Aramco den Preis in Asien für arabisches light crude oil mit Lieferung März reduziert habe, dürfte die jüngste Preis-Rally verlangsamen. Investoren positionierten sich vergangene Woche im Goldmarkt (A0N62G), um etwaige politische Unsicherheiten und Risiken abzusichern. Der Goldpreis selber handelte wechselhaft und ging am Ende der Woche mit einem Minus von 0,7% aus dem Handel. Der Preis für magere Schweine (A0KRJ1) sank in der Vorwoche um 9,5%, da die Industrie Anzeichen einer Erholung von der Porcine-Epidemie zeigt.

Aktien

Aktien steigen dank wachsendem Optimismus. Aktienmärkte machten die Verluste aus der Vorwoche (nach enttäuschenden Q4 BIP-Daten der USA) wieder wett. Die Woche endete mit besser als erwarteten Arbeitsmarktdaten in den USA. Laut Wenger scheint die Zuversicht an den Aktienmärkten anzuhalten, da eine zunehmende Anzahl von Zentralbanken weltweit in den Lockerungs-Modus gewechselt hat. Schlechte PMI-Daten aus China führten zu einem Einbruch des MSCI China A-Share-Index (A1XEFE) von 3,3%, der nur zeitweise durch die Senkung des Mindestreservesatzes seitens der Zentralbank umgekehrt werden konnte. Die jüngste Erholung an den Ölmärkten hat sich auch positiv auf die Stimmung der Energie-Infrastruktur-Unternehmen (MLPs) ausgewirkt, sodass der Solactive US Energy Infrastructure MLP Index TR (A1XE2Q) in der Vorwoche um 4,5% anstieg. Goldminen-Aktien (A0Q8NC) waren von einem sich stabilisierenden Goldpreis unterstützt und stiegen um 4,2%.

Währungen

USD dank Arbeitsmarkt im Aufwind, aber wird dieser Trend halten? Nach den besser als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten vergangene Woche und der diese Woche einzig nennenswerten Veröffentlichung in Form von Einzelhandelsumsätzen, würden etwaige Bewegungen gegenüber dem USD von anderen Währungs-Nachrichten bestimmt werden. „BIP-Daten der Eurozone dürften den Euro (A1EK0V) weiter unter Druck halten“, so Wenger. Es gibt keine Anzeichen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Eurozone verbessert. Abwärtsrisiken für den Euro werden voraussichtlich weiter steigen, ins Besondere vor der Veröffentlichung der BIP-Daten. Daten zur Industrieproduktion werden sowohl für Großbritannien, als auch die Eurozone veröffentlicht, woraufhin es sich zeigen wird, ob die Wachstumsdynamik in Großbritannien von der Euro-Zone nach unten gezogen wird. In der Zwischenzeit wird Gouverneur Carney wieder die Gründe aufführen müssen, warum die Inflation hinter der Zielsetzung zurückgeblieben ist. Eine Aussage zu einer erwarteten anhaltenden Ölpreisschwäche (und damit eine Ursache des Deflationsdruckes) würde sich negativ auf den GBP auswirken, da daraufhin die Erwartungen einer Zinssteigerung nach hinten geschoben werden würden.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.