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ETF-Securities Marktbericht – KW 09/2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Das politische Gerangel um Griechenlands Erweiterung des Rettungspaketes hat eine ansonsten starke Woche für zyklische Vermögenswerte belastet. Auch wenn in letzter Minute scheinbar noch eine Einigung gefunden wurde, könnte der Mangel an Details die Marktstimmung diese Woche trüben. Das Sitzungsprotokoll der FED zeigte wenig Dringlichkeit einer Anhebung der Zinsen, obwohl eine Reihe von Fed-Vertretern darauf hinweist, dass Juni ein möglicher Termin dafür sein könnte. Die Japanische Zentralbank hat die quantitativen Lockerungsmaßnahmen derweil nicht erhöht, sondern trotz der schlechten BIP-Daten der Vorwoche auf eine gebesserte Wirtschaftsaussicht verwiesen.

Rohstoffe

Rally bei Erdgas nach Wintereinbruch. US-Erdgas (A0KRJ3) stieg in der vergangenen Woche um 5 Prozent, nachdem ein Wintereinbruch den Heizbedarf antrieb. Laut Bentek Energie (einem Energiemarkt Analyseunternehmen), stieg die Nachfrage im Nordosten der USA am Montag auf den höchsten Stand in ihrer 10-jährigen Datenreihe und übertraf damit den bisherigen Höchstsatz des Polarwirbel vom Januar 2014. „Meteorologische Agenturen erwarten jedoch, dass sich die bittere Kälte im Osten der USA in dieser Woche wieder mäßigen wird, woraufhin sich die Gaspreise wieder entspannen dürften“, so Bernhard Wenger Leiter des Europavertriebs. „Wir sahen einige Abflachung der Brent Futures-Kurve in der Vorwoche, da der Preis für den Frontmonat (A0KRKM) anstieg, während längerfristige Verträge sanken (JE00B1YP7409).“ so Wenger weiter. WTI (A0KRJX) hingegen fiel über die gesamte Kurve und gab die Kursgewinne der ergangenen Woche ab. Der Kaffeepreis (A0KRJT) brach um 8,9 Prozent ein, nachdem Regen in Brasilien die Hoffnung auf eine bessere Kaffeeernte erhöhte.

Aktien

Einhorn oder trojanisches Pferd? Der S&P500 und der Russell 2000 (A0Q8NE) haben jeweils einen neuen Höchststand erreicht und letzte Woche 0,4 Prozent bzw. 1 Prozent gewonnen. Wenger: „Geringer Inflationsdruck haben die Börsen in positiver Stimmung gelassen, wobei die Verhandlungen über die Schuldenfinanzierung Griechenlands die Börsen daran hinderte, absolute Höchststände zu erzielen.“ Der FTSE MIB, FTSE 100 und DAX Index konnten bis Donnerstag Gewinne von 3,6, 1,3 und 0,6 Prozent erzielen, MSCI China A-Aktien (A1XEFE) stiegen um 2,5 Prozent an bevor die chinesische Börse zum Neujahrsfest schloss. Die Stimmung gegenüber chinesischen Aktien bleibt weiterhin gut, da weitere Zentralbank Maßnahmen wahrscheinlich sind.

Währungen

Der US-Dollar (USD) bleibt weiterhin stark, Investoren hören auf die Zentralbanken. Geringer Inflationsdruck bei steigender Wirtschaftsleistung und gleichzeitigen, aggressiven Maßnahmen seitens der Zentralbanken halten die Währungs-Volatilität auf erhöhtem Level. „Während wir annahmen, dass dem USD (A1EK0V) eine Korrektur bevor stehen könnte, so wird diese nicht in dieser Woche stattfinden, da Aussagen von Fed Chair Yellen und EZB Präsident Draghi erwartet werden. Mit unterschiedlichen Auffassungen, wie die Maßnahmen eingesetzt werden, wird der USD weiterhin unterstützt bleiben.“, berichtet Wenger. Investoren scheinen eine Zinserhöhung in den USA Mitte des Jahres nicht einzuplanen, Yellen’s Rede sollte diese Marktmeinungen jedoch wieder ändern. Sollten die Inflationsraten in Europa und Japan (A1DFSF) aufgrund des niedrigen Ölpreises weiter enttäuschen, sollte das den USD auch weiterhin stützen.

 

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.