Start ETF-Marktbericht ETF-Securities Marktbericht – KW 11 / 2015

ETF-Securities Marktbericht – KW 11 / 2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Alle Augen richten sich diese Woche auf den Beginn des lange erwarteten Quantitative Easing Programmes der EZB. Die starken US Arbeitsmarktzahlen am vergangenen Freitag verdeutlichten nochmal die unterschiedlichen Ausgangslagen der US Notenbank und der Europäischen Zentralbank. „Wie sich Freitag gezeigt hat, dürfte sich die wirtschaftliche Entwicklung der beiden Regionen weiterhin im Einklang mit der Finanzmarktpolitik auseinanderbewegen“, kommentiert Bernhard Wenger, European Head of Distribution bei ETF Securities. Nachdem China sein Wachstumsziel nach unten revidiert hat, könnte sich die Aufmerksamkeit nächste Woche auch auf Daten am chinesischen Kreditmarkt richten.

Rohstoffe

Eisiges Wetter treibt Preis für Erdgas. Schneefall und kalte Temperaturen im Osten der USA führten zu erhöhter Nachfrage nach Erdgas (WKN: A0KRJ3) zum heizen. Der Preis für Henry Hub beendete die Woche 5,3 Prozent höher, nachdem die Lagerbestände stärker als erwartet gesunken waren. Berichte, das WTI (WKN: A0KRJX) Lagerbestände auf einen Rekordwert von 444,4 Mio Fässer geklettert seien, vermochten nicht, einen Preisanstieg bei WTI zu verhindern. Bernhard Wenger sagt, „die US Rohölsorte wurde gestützt durch Meldungen aus dem Beige-Book der US Notenbank, welche Kürzungen bei den Investitionsausgaben von US Rohölproduzenten in 2015 prognostizieren aufgrund des fallenden Rohölpreises.“ Der Preis für CO2 Emissionszertifikate fiel um 4,4 Prozent, weil Mitglieder des europäischen Parlamentes, welche auf Kohle angewiesen sind, die Gespräche über eine Verknappung der Emissionsrechte in Europa zu blockieren drohten.

Aktien

Beginn von QE belastet Goldminenbetreiber. Nach der Bestätigung von QE gab EZB Präsident Draghi einen positiven Ausblick zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Eurozone. „Der optimistische Grundton verhalf europäischen Aktienmärkten nach oben, der DAX und der FTSE MIB kletterten um jeweils 1,6 und 1,1 Prozent höher“, so Wenger. Der anstehende Stimulus beflügelte die Erwartungen der Anleger und schadete der Nachfrage nach Gold (WKN: A0N62G), dessen Preis unter die psychologisch wichtige Marke von 1200 US-Dollar pro Unze fiel. Daraufhin fiel der DAXglobal® Gold Miners Index (WKN: A0Q8NC) um 4,8 Prozent. Der MSCI China A (WKN: A1XEFE) Index fiel 0,9 Prozent nachdem der chinesische Premierminister Li Keqiang das offizielle Wachstumsziel für die chinesische Wirtschaft von 7,5 auf 7,0 Prozent senkte, damit das Land Strukturreformen umsetzen kann.

Währungen

Unterschiedliche Finanzmarktpolitik belastet Euro. Der anstehende Start des QE Programmes in Europa ließ den Euro (WKN: A1EK0V) auf ein elfeinhalb Jahrestief fallen gegenüber dem US Dollar. Die Verluste beim Euro stiegen weiter am Freitag als starke US Arbeitsmarktdaten die Erwartung erhöhten, dass die FED bereits im Juni mit dem Zinserhöhungszyklus beginnen könnte. Die jüngsten Anzeichen einer weiteren Erholung der US Wirtschaft lassen den Zeitpunkt einer Zinserhöhung näher rücken. Im Gegensatz dazu plant die EZB in Europa eine weitere Lockerung der Zinspolitik, andere Zentralbanken haben bereits negative Zinsen eingeführt um Deflation zu bekämpfen. Diese unterschiedlichen Ausblicke führten zu einer entgegengesetzten Entwicklung von USD und Euro gegenüber anderen globalen Währungen. „Dieser Trend dürfte sich weiter fortsetzen“, kommentiert Wenger abschließend.

 

 

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.