Start ETF-Marktbericht ETF-Securities Marktbericht – KW 12 / 2015

ETF-Securities Marktbericht – KW 12 / 2015

17
analyseetf

 

Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Notenbanken werden diese Woche wieder im Fokus der Märkte stehen. Das US Federal Open Market Committee (FOMC) wird in dieser Woche eine Pressekonferenz nach dem jüngsten Meeting einberufen. „Sollte das Versprechen, ruhig abzuwarten, wie sich die Wirtschaft entwickelt, aus dem Protokoll nicht länger hervorgehen, könnte dies als Auslöser für eine für Juni erwartete Zinsanhebung ausgelegt werden.“ so Bernhard Wenger, Head of European Distribution bei ETF Securities. Die Schweizer Nationalbank, die die Märkte gerne einmal überrascht, hat für diese Woche auch eine Zinsentscheidung angekündigt. Die Entfernung des Bodens gegenüber dem EUR im Januar hat die Deflation vertieft und eine weitere Zinssenkung damit wahrscheinlich gemacht. Derweil wird die Bank of England das Sitzungsprotokoll der letzten Sitzung veröffentlichen und damit einen Einblick in die Ansichten der Zentralbank zulassen.

Rohstoffe

Anhaltend anwachsende Rohöllagerbestände und mangelnde Lagerstätten revidieren die Gewinne der Vorwoche. Obwohl US-Ölförderanlagen mit einer beispiellosen Geschwindigkeit geschlossen werden, wachsen die Ölvorräte weiterhin an. „Da die WTI-Kurve in Contango ist, haben sich viele Händler bemüht, Öl in den Speicherstätten zu lagern und so von einem eventuellen Aufschwung im Spotpreis zu profitieren.“ so Wenger. „Das hatte bisher zu einer Bodenbildung im WTI beigetragen. Da sich die Lagerstätten aber nun allmählich der Kapazität annähern, wird weiteres Überangebot an Öl wahrscheinlich in den Markt eintreten und die Preise nach unten ziehen.“ so Wenger weiter. Die IEA rechnet damit, dass die US Ölvorräte auch in den kommenden Monaten weiterhin ansteigen werden. Produktionskürzungen müssen schneller vorangetrieben werden um merkliche Auswirkungen auf das Angebot zu haben. Die Preise für WTI (A0KRJX) und Brent (A1N49P) fielen daraufhin in der vergangenen Woche 7,3 und 5,6 Prozent, sodass die Gewinne der Vorwoche revidiert wurden. Der Bericht über weltweite Agrarangebots- und Nachfrageschätzungen der USDA hat überraschend die für dieses Jahr erwarteten Weizenbestände um 1 Millionen Scheffel herabgestuft, woraufhin sich der Weizenpreis (A0KRJ9) um fast 6 Prozent verteuerte.

Aktien

Schere zwischen englischer und kontinentaleuropäischen Börsen geht weiter auseinander. Der DAX Index wie auch der italienische FTSE MIB Index konnten ihren Höhenflug dank des beispiellosen QE Programms der Europäischen Zentralbank weiter fortsetzen. Der Minen- und Energie starke englische FTSE 100 Index wurde jedoch aufgrund schwacher Rohstoffpreise nach unten gezogen. Debatten aus der Politik aufgrund der bevorstehenden englischen landesweiten Wahlen im Mai und des diesjährigen Budgetvorschlages haben ein weiteres dazu beigetragen. Laut Wenger will „der englische Finanzminister weiterhin an seinem Sparkurs festhalten und den Wählern keine Steuergeschenke vor den Wahlen zugestehen.“ Ein stärker als erwartet wachsender Kreditmarkt in China und steigende Exportzahlen haben den chinesischen Aktienmarkt, gemessen an dem MSCI China A Share Index (A1XEFE), um 2,4 Prozent steigen lassen. Diese Woche wird vor allem durch das amerikanische FOMC Treffen geprägt werden. Jegliche Anzeichen, dass der lockeren Geldmarktpolitik ein Ende gesetzt wird, sollten einen „Sell-Off“ auslösen.

Währungen

Abwartende Haltung könnte das Ende der USD Rallye einläuten. Der USD Index (JE00B68GSM94) hat letzte Woche den Höchststand von vor 12 Jahren übertroffen, zusammen mit rekordverdächtigen Long-Positionen. Investoren erwarten, dass die FED die solide wirtschaftliche Erholung mit einer engeren Geldmarktpolitik unterstützen wird. „Das Treffen des FOMCs diese Woche wird dabei ausschlaggebend sein, sollte sich das FOMC zu keinen merklichen Maßnahmen zur Zinssteigerung bereit erklären.“ so Wenger. Retailverkaufszahlen sowie Produktionsindikatoren haben leicht nachgelassen, sodass wir erwarten, dass der USD zumindest eine Pause einlegen wird nach der Rallye von 11 Prozent in 2015. Europäische Investoren werden diese Woche eher auf die Schweizer Nationalbank achten. Mit drohender Deflation ist die SNB zur Handlung fast gezwungen, Investoren könnten weitere Überraschungen von der SNB erwarten (A1DFSB/ A1DFSA).

TEILEN
Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.