Start ETF-Marktbericht ETF-Securities Marktbericht – KW 13 / 2015

ETF-Securities Marktbericht – KW 13 / 2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Anfang der Woche fanden Gespräche zwischen Angela Merkel und Alex Tsipras statt, dem griechischen Premier Minister, in einem Versuch, die Beziehungen zwischen den beiden Nationen zu verbessern und die Zukunft Griechenlands in der Eurozone zu sichern. „Das Treffen folgt dem Scheitern der jüngsten Verhandlungen über die Bedingungen eines Rettungspaketes für Griechenland, welche die öffentliche Meinung und die angespannten politischen Beziehungen gespaltet haben.“ so Bernhard Wenger, Head of European Distribution bei ETF Securities. An anderer Stelle wird eine Reihe von Produktions- und Häuserverkaufsdaten diese Woche Anlegern einen Einblick in die Nachhaltigkeit der Gesundung der globalen Volkswirtschaften geben. Inflationsdaten aus den USA und Großbritannien werden Schlüsse über die Auswirkungen der niedrigen Energie- und Nahrungsmittelpreise auf die Inflation, und damit auf eine potentielle Zinserhöhung geben.

Rohstoffe

Kaffee erholt sich nach Aufwertung des Brasilianischen Real.Kaffeepreise (A0KRJT) kamen in diesem Jahr stark unter Druck und fielen seit Jahresbeginn um 24 Prozent auf 1,26 US-Dollar pro Pfund. Wenger meinte „dieser Abwärtstrend wurde von Regenfällen und einer deutlichen Abwertung des brasilianischen Real getrieben. Ein schwächerer Real ermöglicht es brasilianischen Herstellern den Kaffee international zu niedrigeren Preisen (gemessen in US-Dollar) zu exportieren, ohne deswegen geringere Einkünfte in ihrer Landeswährung zu erhalten.“ Die Rückkehr von trockener Witterung in der letzten Woche hat gemeinsam mit einer vorübergehenden Aufwertung des Real am Dienstag eine Umkehr des jüngsten Trends im Kaffee verursacht. Dieser beendete die Woche 8,7 Prozent höher. US-Rohöl (A0KRJX) fiel auf ein Sechs-Jahres-Tief, da sich die Lagerbestände weiter ansammeln und Schieferproduktion keine Anzeichen einer Verlangsamung zeigt. US-Schieferproduzenten haben den Fokus auf Effizienz- und Kostensenkungen der Förderanlagen gerichtet, um das derzeitige Förderniveau halten zu können. Die Beschneidung von Explorationsausgaben zusammen mit dem Rückgang der Anzahl an Förderanlagen sollte die US-Rohölproduktion mäßigen und damit die Preise anziehen lassen.

Aktien

Weitere Impulse lassen chinesische Aktien jubeln. Am Sonntag gab der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang bekannt, die Wirtschaft weiter unterstützen zu wollen, um sicherzustellen, dass das 7 Prozent Wachstumsziel erfüllt werde. „Der chinesische Aktienmarkt begrüßte diese Aussage als Hinweis auf weitere Konjunkturmaßnahmen in Form von Mindestreservesenkungen und Zinssenkungen.“ so Wenger. Der MSCI China A Index (A1XEFE) beendete die Woche bei einem Allzeithoch 7,4 Prozent höher. Der FTSE 100 stieg um 3,0 Prozent, nachdem der Kanzler der Schatzämter Großbritanniens den Haushalt vor den Wahlen bekannt gab. Das Haushaltsbudget sendete Energie- und Immobilienaktien in die Höhe, nachdem der Schatzamtskanzler Maßnahmen zur Reduzierung von Steuer auf Nordseeöl & Gasunternehmen, sowie die Unterstützung von erstmaligen Hauskäufern ankündigte.

Währungen

Sterling wegen Inflationssorgen unter Druck. Im Anschluss an das Federal Open Market Committee Meeting letzte Woche verursachte eine zurückhaltende Presseerklärung, dass der Sterling (JE00B438PT24) gegenüber dem Dollar um 1,5 Prozent zulegte, was dem größten Sprung innerhalb eines Tages in den vergangenen fünfeinhalb Jahren entsprach. „Diese Gewinne erwiesen sich jedoch als kurzlebig, da der Dollar die Vortagesverluste gegenüber den meisten wichtigen Währungen wieder wettmachte.“ kommentiert Wenger. Das jüngste Sitzungsprotokoll der BOE betonte, dass die Teuerungsrate wahrscheinlich unter null fallen wird und dort vorerst verweilen könnte, wenn Energie- und Nahrungsmittelpreise keinen Inflationsdruck aufbauen würden. Der britische Sterling (A1DFSD) wird wahrscheinlich in den kommenden Monaten weiterer Volatilität ausgesetzt sein, da es weiterhin keinen klaren Favoriten in den kommenden Parlamentswahlen gibt und sich Randparteien wachsender Popularität erfreuen.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.