Start ETF-Marktbericht ETF-Securities Marktbericht – KW 14 / 2015

ETF-Securities Marktbericht – KW 14 / 2015

21
analyseetf

Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Geopolitische Risiken machten wieder Schlagzeilen, nachdem Saudi Arabien am Donnerstag Luftschläge gegen Jemen flog. Anleger griffen daraufhin zu defensiven Portfolioabsicherungen. Öl (A0KRJX) und Gold (A0N62G) konnten solide Kursgewinne verbuchen, während die erhöhte Volatilität zu Verunsicherung bei Anlegern führte in Hinblick auf die Nachhaltigkeit der Kursgewinne am Aktienmarkt. „Diese Woche werden Anleger mit einem Auge auf die beginnende Berichtsaison in den USA schauen“ kommentiert Bernhard Wenger, Head of European Distribution bei ETF Securities. „Unternehmensprofitabilität könnte gelitten haben unter dem starken US-Dollar“. Das andere Auge wird sich auf globale Ereignisse richten, unter anderem ob Griechenlands Regierung es schafft, seinen Gläubigern ein akzeptables Reformpaket vorzulegen, ohne dabei die Wähler zu Hause zu verärgern.

Rohstoffe

Kann Öl seine jüngsten Kursgewinne halten ohne geopolitische Risiken? Die von Saudi Arabien geführte Koalition leitete Militäraktionen ein gegen die Rebellen im Jemen, woraufhin der WTI Rohölpreis um über 10 Prozent anstieg auf den höchsten Stand seit drei Wochen. „Wenn es gelingen sollte, den Rebellenaufstand niederzuschlagen und sich Anleger wieder auf das fundamentale Überangebot an Öl fokussieren, erwarten wir einen erneuten, temporären Abfall des Ölpreises“ sagt Wenger. Auf mittelfristige Sicht glauben wir jedoch, dass Öl nahe der Talsohle ist und auf absehbare Zeit wieder aufwerten wird. Edelmetalle profitierten ebenfalls von der geopolitischen Spannung, Silber (A0N62F) war dabei der größte Gewinner. Das erhöhte Marktrisiko und das negative Zinsumfeld dürften Edelmetalle weiterhin unterstützen. Der Höhepunkt im Bereich Agrarrohstoffe (A0KRKB) diese Woche wird der WASDE Erntebericht, welcher Hinweise geben wird zu den Getreideanbauplänen der US Landwirte sowie zur Qualität der Winterweizenernte (A0KRJ9). Anleger werden dadurch besser abschätzen können, wie stark die Angebotsseite im Vergleich zur Rekordernte 2014 ausfallen wird

Aktien

Goldminenaktien mit starker Outperformance, da US Anleger auf die Berichtssaison warten. In einer Woche, die stark von geopolitischen Problemen geprägt war, hatten Aktienindizes Schwierigkeiten, in der Gewinnzone zu bleiben. Goldminen jedoch konnten sich gegen diesen Trend stellen, der DAX Global Gold Minder Index (A0Q8NC) konnte seine Rallye fortsetzen und hat in den vergangenen drei Monaten über 12 Prozent Performance erzielt. „Chinesische Aktien konnten ebenfalls positive Zahlen verzeichnen, Anleger scheinen mit einem sich stabilisierenden Wachstumsausblick und trotz schwächer als erwarteten Industrieindikatoren zufrieden zu sein“ meint Wenger. Der MSCI China A Index (A1XEFE) konnte einen Zuwachs von drei Prozent verzeichnen und endetet die Woche auf einem Allzeithoch. In dieser Woche wird der Fokus vieler Investoren auf der Berichtssaison in den USA liegen und auf erste Anzeichen der Auswirkungen des starken US Dollars. Ein Abschwächen des Aktienmarktes wäre die Folge.

Währungen

US-Dollar (USD) holt vor der Veröffentlichung der Arbeitslosenzahlen (Non-Farm-Payrolls) wieder auf. Das vergangene Woche von Fed Vorsitzender Yellen geführte Interview verwies noch einmal auf ein langsames Anziehen der Geldpolitik in 2015. Der USD (A1EK0V) konnte trotz des Interviews und schwächerer Indikatoren einige der kürzlich erfahrenen Verluste wieder aufholen. Die Arbeitslosenzahlen werden daher ein wichtiger Indikator sein, da sie bisher als Anzeichen für ein starkes Wirtschaftswachstum in den USA galten.“ Die Inflation hat in vielen Ländern einen Stand um null Prozent erreicht, nicht nur in den USA, aber auch in England. „Europäische Investoren werden diese Woche auf den Konsumentenpreisindex achten sowie auf die Arbeitslosenzahlen“, meint Wenger. Die EZB hat sicher noch einen weiten Weg vor sich, um die Balance zwischen Inflation und steigender Nachfrage zu erreichen.

 

TEILEN
Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.