Start ETF-Marktbericht ETF-Securities Marktbericht – KW 16 / 2015

ETF-Securities Marktbericht – KW 16 / 2015

30
analyseetf

Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Die Q1 Wachstums- und Kreditvergabedaten Chinas werden diese Woche im Mittelpunkt der Märkte stehen. „Jegliche Anzeichen von Schwäche würden Spekulationen schüren, dass die chinesischen Behörden weitere Konjunkturmaßnahmen ergreifen, um das kürzlich ausgegebene Wirtschaftswachstumsziel von 7 Prozent zu erreichen“, erläutert Bernhard Wenger, Executive Director and Head of European Distribution. Inflationsdaten in Europa und den USA werden Hinweise auf die anhaltend deflationären Auswirkungen der niedrigen Energiepreise geben. Insbesondere wird die US-Verbraucherpreisinflation auf Anzeichen einer Erholung oberhalb der null Prozent des Vormonats beobachtet werden, da diese eine Schlüsselkomponente bei der Entscheidung über etwaige straffere geldpolitische Maßnahmen der Federal Reserve darstellen.

Rohstoffe

Die Rohölpreise schwanken aufgrund widersprüchlicher Signale. Der Preis für US-Rohöl (A0KRJX) endete die volatile Handelswoche 3,4 Prozent im Plus. Die Ölpreise stiegen zunächst zu Beginn der Woche 9,6 Prozent aufgrund von Berichten, dass Saudi-Arabien die Ölpreise für asiatische Verbraucher erhöht hätten, was als Anzeichen einer sich erholenden Nachfrage interpretiert wurde. Dies wurde von dem monatlichen Bericht der Energy Information Administration’s (EIA) unterstützt, da dieser für das laufende Jahr ein um eine Million Barrel anwachsenden weltweiten Ölverbrauch erwartet. „Mit $72 Mio Ausflüssen folgten die größten Gewinnmitnahmen der Öl-ETP-Investoren seit 2010″, betont Wenger von ETF Securities. Netto-Long-Positionen im Futuresmarkt hingegen erreichten den höchsten Stand seit August 2014. Nachdem ein Bericht aufzeigte, dass die US-Rohöllagerbestände den größten Zuwachs binnen 14 Jahren verbuchten, brachen die WTI-Preis binnen eines Tages um 6,6 Prozent ein.

Industriemetalle profitierten davon, dass chinesische Behörden die Tarife für Finanzierungsvereinbarungen herab gesetzt haben. Diese Entscheidung wurde als Versuch interpretiert, die Wirtschaftstätigkeit zu unterstützen, woraufhin Blei um 4,3 Prozent anstieg. Die Nettomittelzuflüsse in Industriemetall-ETPs in den vergangenen fünf Wochen belaufen sich auf über 85 Mio. USD.

Aktien

Europäische Aktien steigen nach Griechenland’s Rückzahlung. Am Donnerstag hatte Griechenland einen 450 Millionen EUR Aushilfskredit an den Internationalen Währungsfonds (IMF) zurückgezahlt, was an europäischen Aktienmärkten für bullische Impulse sorgte. Der FTSE MIB und der deutsche Leitindex DAX 30 stiegen infolgedessen um 2,7 Prozent und 1,7 Prozent. „Die Rückzahlung beruhigte die Sorgen vieler Anleger, dass die starke Spannung zwischen den Finanzministern aus Griechenland und Europa eskalieren könnte“, so Wenger weiter. Die neu gewählte Linkspartei Syriza hatte sich kompromisslos gegen einen weiteren Sparkurs in Griechenland gestellt und hält an diesem Parteiversprechen gegenüber dem Volk fest. Der FTSE 100 stieg um 2,7 Prozent diese Woche. Rohöl der Sorte Brent (A1N49P) legte um 2,9 Prozent zu und sorgte für bullische Impulse bei Öl und Gas Aktien, welche 14,3 Prozent des FTSE 100 ausmachen.

Währungen

Die australische Zentralbank überrascht die Märkte. Die Reserve Bank of Australia (RBA) schockiert die Märkte indem sie den Leitzins unverändert bei 2,25 Prozent hält. Ein Großteil der Wirtschaftsanalysten hatte prognostiziert, dass die RBA die Zinsen hinsichtlich des schwachen Wirtschaftswachstums senkt und damit neue Dynamik in Unternehmensinvestitionen bringt. Die unerwartete Entscheidung der RBA ließ den Australischen Dollar um 3,7 Prozent gegenüber dem Euro (A1EK0P) und 2,5 Prozent zum britischen Pfund steigen. Der Neuseeland Dollar behauptete sich ebenfalls sehr positiv nach der stärksten Veröffentlichung des Australian Construction Index seit fünf Monaten. Im Anschluss der Wirtschaftsdaten betonte der neuseeländische Premierminister John Key die Wichtigkeit der australischen Wirtschaft für Neuseeland und unterstrich damit nochmals ausdrücklich die positiven Wirtschaftsdaten diese Woche. Das Währungspaar NZD/EUR (A1EK0T) notierte am Freitag 2,7 Prozent im Plus.

 

 

TEILEN
Vorheriger ArtikelETF-Pressespiegel KW16/2015
Nächster ArtikelState Street mit erstem Multi-Asset-Infrastruktur-ETF
Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.