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ETF-Securities Marktbericht – KW 17 / 2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Die jüngsten politischen Lockerungsmaßnahmen in China dürfte positive Einflüsse auf den Rohstoffmarkt haben, da Rohstoffe aus Angst vor einer schwachen Nachfrage eher unterbewertet sind. Der chinesische Aktienmarkt hatte die politische Lockerung vergangene Woche bereits vorausgesehen und mit einer Rally beendet. Ölpreise notierten ebenfalls höher in der Hoffnung auf eine Verknappung des Angebots, da die Lagerbestände vergangene Woche nur gering anstiegen. Demzufolge profitierten Rohstoffwährungen wie die Norwegische Krone und der Kanadische Dollar ebenfalls. „Die etwas verfrühte Rally könnte aber auch eine schnelle Korrektur nach sich ziehen, wenn ausstehende Daten diesen Optimismus nicht unterstützen“, betont Bernhard Wenger, Executive Director – Head of European Distribution von ETF Securities.

Rohstoffe

Vorzeitige Erholung am Ölmarkt durch langsamste Zunahme der Vorräte. Vergangene Woche sahen wir die niedrigste wöchentliche Zunahme der US-Rohöllagerbestände in diesem Jahr. Dies wurde als Signal gewertet, dass das Überangebot am Ölmarkt in den Griff bekommen wird. Sowohl Brent (A0KRKN) als auch WTI (A0KRJX) legten um fast 10 Prozent zu. „Es scheint jedoch, dass der Markt den OPEC Bericht der vergangenen Woche übersieht, worin betont wird, dass die Ölproduktion des Kartells um 810.000 Barrel pro Tag im März anstieg“, so Wenger. Das globale Ölangebot sieht alles andere als unter Kontrolle aus. Das Streben nach Marktanteil der OPEC dürfte kurzfristig zu einem Preisrückgang führen. Zinn gab um fast 10 Prozent nach als China neue Rekordzahlen in der Produktion bekannt gab die seit 1997 nicht mehr übertroffen wurden. Weizen (A0KRJ9) fiel um 5,1 Prozent aufgrund unerwartet viel Niederschlags in den USA und anderen wichtigen Anbaugebieten.

Aktien

Die politischen Lockerungsmaßnahmen beflügelten den MSCI China A-Sahres Index. Der MSCI China A-Share Index (A1XEFE) verbuchte ein Plus von 5,6 Prozent auf Wochenschluss. Under anderem wurden die BIP Wachstumsprognosen für Q1 in 2015 mit 7 Prozent erreicht. Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätze und Anlageinvestitionen hingegen konnten die Erwartungen nicht erfüllen. Die People’s Bank of China senkte daraufhin die politischen Richtlinien für die Mindestquote an Bankreserven, Reserven die eine Bank mindestens bei der Zentralbank halten muss und nicht im Kredit- und Anlagegeschäft verwenden kann. „Dieser Mindestreservesatz ist nach internationalem Standard nach wie vor sehr hoch, wir rechnen mit weiteren Kürzungen der People’s Bank of China in der Zukunft“, sagt Wenger. Die europäischen Börsen hielten sich weitgehens in den roten Zahlen auf, da Verhandlungen zwischen Griechenland und den internationalen Geldgebern nach wie vor für Unruhen sorgen. Am 24. April treffen sich die Finanzminister der Eurozone in Riga um über weitere Reformen im Gegenzug für Hilfspakete für Griechenland zu diskutieren. Das Ergebnis dieser Verhandlungen wird neuen Wind in die Börsen bringen sowohl mit positiven als auch negativen möglichen Auswirkungen.

Währungen

Die Erholung am Ölmarkt wirkt sehr positiv auf den Kanadischen Dollar und die Norwegische Krone. Sowohl die kanadische als auch die norwegische Wirtschaft sind sehr stark an die Entwicklung am Ölmarkt gebunden. Nachdem der Ölpreis die vergangenen Monate eine schwere Korrektur durchmachte, ist es nicht verwunderlich, dass die Währungen beider Länder ähnliche Rückgänge verbuchen mussten. Die niedrigste wöchentliche Zunahme der US-Rohöllagerbestände in diesem Jahr beflügelte den Kanadischen Dollar (A1EK0R) sowie die Norwegische Krone (A1DFSG) förmlich. „Diese Rally könnte aber von kurzer Dauer sein, da netto Short Positionen in Futures auf den Kanadischen Dollar verlängert wurden“, meint Wenger. Die Preisberechnung von Optionen zeigt, dass die Norwegische Krone am ehesten gegenüber dem US-Dollar sinkt. Inzwischen sind die Wahlen in Großbritannien der Hauptfokus für das Britisch Pfund. Jüngste Umfragen zufolge, wird ein Kopf and Kopf Rennen erwartet. Diese Unsicherheit sorgt für negative Impulse beim Britischen Pfund (A1DFSD) die zu einer erhöhten Volatilität führen könnten.

 

 

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.