Start ETF-Marktbericht ETF-Securities Marktbericht – KW 18 / 2015

ETF-Securities Marktbericht – KW 18 / 2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Nachdem die Ölpreise eine vorzeitige Erholung erreicht haben, nehmen Investoren aktuell Gewinne mit. Das weltweite Ölangebot ist jedoch noch nicht knapper geworden, was auf geopolitische Gründe für die jüngsten Preisanstiege hindeutet. „Wir glauben, dass es zu einer kurzfristigen Korrektur kommen kann, jedoch werden die Preise mittelfristig steigen sobald das Angebot eingeschränkt wird“, meint Bernhard Wenger, Executive Director – Head of European Distribution von ETF Securities.

Ein verknapptes Angebot hat unter anderem zu steigenden Zinnpreisen geführt und wir glauben, dass Ähnliches bei den meisten Industriemetallen dieses Jahr passieren wird. Die fallenden Energiepreise haben die Produktionskosten für Metalle nicht ausreichend gesenkt um profitabler zu sein, demzufolge ist ein Angebotsrückgang die logische Folge.

Rohstoffe

58,1 Mio. USD Gewinnmitnahmen aus Long Öl ETPs. Nachdem sowohl Brent (A0KRKN) als auch WTI (A0KRJX) weitere 1,4 Prozent bzw. 1,8 Prozent vergangene Woche zulegten, nutzen Investoren dies für Gewinnmitnahmen. Über die letzten drei Handelswochen verbuchte Brent ein Plus von 16 Prozent und WTI von 22 Prozent. Dies ist hauptsächlich auf die schneller als erwartet ansteigenden Lagerbestände in den USA zurückzuführen. Weiteres übertrifft die OPEC mit ihren Fördermengen von 810.000 Barrel pro Tag ihre vorherigen Werte. Geopolitische Risiken konzentrierten sich auf die Auseinandersetzungen im Jemen bei Beb el-Manded, einer Meerenge wo ca. 3,8 Mio. Barrel Öl pro Tag durchgeführt werden, das entspricht 4 Prozent des weltweiten Angebots. Saudi-Arabien könnte die Produktionsmenge infolgedessen weiter erhöhen, was die Preise am Markt wiederum drückt. „Eine kurzfristige Korrektur am Ölmarkt bietet Einstiegsmöglichkeiten für Long Positionen, noch vor der anstehenden OPEC Sitzung im Juni, bei der wir erste Gespräche über moderate Produktionskürzungen erwarten“, so Wenger.

Aktien

Konjunkturmaßnahmen lassen chinesische Aktienbörsen steigen. Der MSCI China A Index (A1XEFE) stieg vergangene Woche um weitere 5,4 Prozent. Grund dafür waren Ankündigungen, die bis dato geforderten Bankeinlagen um 1 Prozent auf 18,5 Prozent zu reduzieren. Spekulationen, dass die chinesische Regierung das konjunkturelle Wachstum durch weitere aggressive, geldpolitische Maßnahmen ankurbeln will, haben den Index auf den höchsten Stand seit 2007 getrieben. Europäische Aktienindizes sind vergangene Woche jedoch gefallen, ausschlaggebend hierfür waren Vermutungen, dass die Griechen ihre im Mai fällige Schuldenzahlung von 780 Mio. EUR an den IMF nicht begleichen werden können. Die Direktorin des IWF, Christine Lagarde, hat klargestellt dass sie eine Verzögerung nicht bewilligen wird und hat damit den Druck auf Griechenland, endlich die notwendigen Reformen einzuleiten, weiterhin erhöht. Der Dax 30 und FTSE MIB Index sind um 2,3 Prozent bzw. 1,7 Prozent gefallen.

Währungen

EUR/JPY im Fokus beim BOJ-Treffen und durch Inflationszahlen der Eurozone. Die Bank of Japan scheint mit den aktuellen Inflationszahlen und zukünftigem Ausblick derer zufrieden zu sein, deswegen glauben wir nicht, dass das Treffen maßgeblich Neues hervorbringen wird. Erste Lohnsteigerungen zeichnen sich ab, was wiederum das Inflationsniveau stabil auf 2 Prozent hält, dem Niveau, das die BOJ anpeilt. Neben den Inflationszahlen werden auch Daten wie Industrieproduktion und Einzelhandel angekündigt. Das Industriesentiment scheint sich trotz Volatilität verbessert zu haben und bei weiterem Gewinnwachstum sollte sich auch der Einzelhandel verbessern. Die Inflationsdaten der Eurozone werden aus Sicht von Investoren im Hauptfokus stehen, da aber keine deutliche Bewegung erwartet wird, sollte kommende Woche EUR/JPY auf einem niedrigeren Niveau handeln.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.