Start ETF-Marktbericht ETF-Securities Marktbericht – KW 19 / 2015

ETF-Securities Marktbericht – KW 19 / 2015

25
analyseetf

 

Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Rohstoffe

Edelmetalle profitieren von der Volatilität an den Aktienmärkten. Die Prognose hat sich für zyklische Rohstoffe verbessert, nachdem Chinas Zentralbank den Leitzins zum dritten mal in sechs Monaten gesenkt hat, um gegen die Konjunkturflaute anzukämpfen. Die Risikobereitschaft von Investoren könnte jedoch eingeschränkt bleiben, da starke Bewegungen in beide Richtungen an den Hauptaktienmärkten auf ein nervöses Verhalten hindeutet. Gold scheint infolgedessen gegen einen fallenden Stimmungsbarometer wieder in den Fokus als sicherer Hafen zu rücken. Die Risikobereitschaft von Investoren wird aufgrund der Verhandlungen zu Griechenlands Staatsverschuldung nicht bemerkenswert ansteigen, daher könnte Gold diese Woche erneut Gewinne einfahren.

Gold mit den höchsten Edelmetall-Inflows von 49 Mio. USD seit 11 Wochen. Investoren konzentrierten sich vergangene Woche auf physisches Gold um der starken Volatilität an den globalen Aktienmärkten entgegenzuwirken. „Unsere physischen Gold-ETPs (A0N62G) verzeichneten die höchsten Mittelzuflüsse seit 12 Wochen mit über 38 Mio. USD“, betont Bernhard Wenger, Executive Director – Head of European Distribution von ETF Securities. Silber (A0KRJ5) verzeichnete mit 4 Mio. USD, trotz mäßigem Preisniveau, die höchsten Inflows seit vier Wochen.

ETFS Coffee (COFF) verzeichnete die zweithöchsten wöchentlichen Mittelzuflüsse seit Auflage in 2008. Laut Kolumbiens Verband für Kaffeeanbau stieg die Produktion im April um 11,06 Prozent im Jahresvergleich. Kolumbiens Marktanteil an Arabica-Kaffee beträgt nur 11 Prozent. Brasilien belegt einen Marktanteil von 45 Prozent und leidet unter den Folgen der Dürre von 2014. „Wir gehen davon aus, dass der Preis für Kaffee (A0KRJT) durch ein knappes Angebot in Brasilien profitieren könnte“, Wenger.

ETFS Aluminium mit den höchsten Mittelzuflüssen seit sechs Monaten. Aluminium (A0KRJS) verzeichnete vergangene Woche 72 Mio. USD an Mittelzuflüssen nachdem die chinesische Wirtschaftsprognose wieder positive Impulse erfährt. Chinas Aluminiumimporte stiegen im Jahresvergleich im April über 30 Prozent. Die Investoren nutzten die jüngsten Preisanstiege am Kupfermarkt für Gewinnmitnahmen, weswegen ETFS Copper (COPA) (A0KRJU) mit 40 Mio. USD die höchsten Mittelzuflüsse seit sieben Monaten verzeichnet.

Aktien

Der FTSE 100 macht seinen Wochenverlust nach dem Wahlergebnis wieder wett. Nachdem sich die Märkte auf ein Chaos vorbereiteten, sorgte das Wahlergebnis, bei der eine Mehrheitsregierung zusande kam, für eine Erholungsrallye. Der MSCI China A-Share Index (A1XEFE) fiel von seinen 7-Jahreshoch anfangs der Woche um 6,4 Prozent und mäßigte damit seine Gewinne auf Wochenschluss. Der Optimismus am chinesischen Markt wurde von einem enttäuschenden Einkaufsmanagerindex und schwachen Handelszahlen eingetrübt. Diese Enttäuschung führte jedoch zu weiteren Leitzinssenkungen, die den Markt mit Adrenalin beflügeln sollten. „Wir rechnen mit einer weiteren Marktliberalisierung dieses Jahr, wovon der lokale Aktienmarkt langfristig profitieren wird“, so Wenger. Eine Reihe von Wirtschaftsdaten werden diese Woche in China veröffentlicht, unter anderem Industrieproduktion und Einzelhandlesumsätze, diese werden der Zentralbank und Investoren mehr Klarheit zur mittelfristigen Konjungturstärke liefern.

Währungen

Anspannungen in Griechenland belasten den Euro. Der Euro ist im Laufe dieses Jahres eine der volatilsten Währungen und dieses Verhalten wird sich auch in den kommenden Wochen nicht ändern. Wir gehen davon aus, dass die Verhandlungen in Griechenland für Druck auf den Euro sorgen werden, speziell gegenüber dem US-Dollar (A1EK0V)der trotz guten Arbeitsmarktdaten gegenüber dem Euro nicht aufwertete. „Wir glauben, dass sich die schwachen Wirtschatfsaktivitäten in den USA verbessern und für eine weitere Rallye im USD sorgen werden““ berichtet Wenger. Das Britische Pfund(A1DFSC) behauptete sich aufgrund einer überraschenden Mehrheitsregierung der Konservativen Partei als stärkste Währung der letzten Woche. Investoren warten gespannt auf die Sitzung der Bank of England nächste Woche, wo über Zinsentscheidungen diskutiert werden wird. „Wir gehen allerdings davon aus, dass eine straffere Zinspolitik noch weit in der Zukunft liegt und sich das Währungspaar GBP/USD wieder auf das Niveau von vor den Wahlen bei 1,50 einpendelt“,  so Wenger abschliießend.

TEILEN
Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.