Start ETF-Marktbericht ETF-Securities Marktbericht – KW 20 / 2015

ETF-Securities Marktbericht – KW 20 / 2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Obwohl Griechenland erfolgreich ihre 750 Mio. EUR an Verbindlichkeiten der IWF zurückzahlen konnten, bleiben Investoren skeptisch, da die Griechen bereits ihre eigenen Reserven bei der IWF in Anspruch nehmen mussten. Mit knappen Bargeldreserven ist das Insolvenzrisiko nicht kleiner geworden. Die schwächer als erwarteten Q1 BIP Daten aus Deutschland, sowie die reduzierte BIP Wachstumsprognose für Großbritannien durch die Bank of England und einer Reihe von schwachen Daten aus China deuten auf weitere geldmarktpolitische Lockerungen durch die globalen Zentralbanken in absehbarer Zukunft hin. GoldgrA0N62G) reagierte daraufhin bullish und verbuchte ein Plus von 3,2 Prozent vergangene Woche. SilberesA0KRJ5) stieg um bemerkenswerte 6,4 Prozent an.

Rohstoffe

Drei aufeinanderfolgende Wochen Mittelzuflüsse in Gold. „Das Interesse in Gold wurde vor allem durch die jüngste Gold-Rallye sowie die Angst am Markt bezüglich Griechenland und dem europäischen Wirtschaftswachstum verstärkt“, meint Bernhard Wenger, Executive Director – Head of European Distribution von ETF Securities. Nach den 62,3 Mio. USD Mittelzuflüsse in Gold ETPs (A0N62G) über die letzten 3 Wochen wurden letzte Woche weitere 11,1 Mio. USD investiert. Laut den kürzlich veröffentlichten Daten des World Gold Council sank die Nachfrage nach Gold in Q1 2015 nur geringfügig im Vergleich zu den Daten vor einem Jahr. Investitionsnachfragen waren positiv, wobei die meisten Mittelzuflüsse von Gold-ETPs kamen.

Mittelzuflüsse seit drei aufeinanderfolgenden Wochen in Industriemetalle, insbesondere ETFS Copper (COPA). Die Mittelzuflüsse in Kupfer (A0KRJU) beliefen sich auf 4,8 Mio. USD, nachdem der Kupferpreis aufgrund sinkender Angebotsvorhersagen um 7,6 Prozent stieg. Die internationale Copper Study Group hat in ihrer Studie eigentlich ein Angebotsüberfluss für die nächsten Jahre vorhergesagt. Die jüngsten Marktdaten hingegen deuten auf ein Angebotsdefizit hin.

Mittelzuflüsse in ETFS Wheat (WEAT) seit fünf Wochen konstant. Nachdem der Weizenpreis vor zwei Wochen ein 5-Jahrestief erreicht hatte, stieg der Rohstoff vergangene Woche um 7,7 Prozent. „Investoren haben letzte Woche während des Preisrückgangs weiter 3,7 Mio. USD in Weizen (A0KRJ9) investiert“, berichtet Wenger. Die US-Landwirtschaftsbetriebe planen dieses Jahr weniger Weizen anzubauen, was zu einem knapperen Angebot führen könnte. Das australische meteorologische Institut bestätigte vergangene Woche, dass wir uns derzeit in einer beständig starken El Ninio Wetterlage befinden.

Gewinnmitnahmen aus Öl ETPs die achte Wochen in Folge. Sowohl Brent als auch WTI stiegen vergangene Woche um weitere 1,6 Prozent, daher ist es nicht verwunderlich, dass sich manche ETP Investoren für Gewinnmitnahmen entschieden, was zu 8,6 Mio. USD an Mittelausflüssen in Öl-Produkten führte. Nachdem die OPEC vergangene Woche ankündigte, dass die täglichen Produktionsmengen um weitere 18.000 Barrel pro Tag im April anstiegen und die Internationale Energieagentur behauptete, dass der Kampf um die Marktanteile der OPEC erst gerade begonnen hat, ist eine Preiskorrektur nach der Rallye nun sehr wahrscheinlich. Desweiteren kam es zu Gewinnmitnahmen in US-Erdgas ETPs, nachdem der Rohstoff vergangene Woche um zehn Prozent anstieg.

Aktien

Volatilität beherrscht die steigenden Aktienmärkte in China. Chinas Aktienmärkte (A1XEFE) legten trotz einer Reihe schwacher Wirtschaftsdaten nochmals kräftig zu, da Investoren davon überzeugt sind, dass Chinas Behörden weitere Impulse gegen die schwächelnde Wirtschaft leisten. „Der chinesische Aktienmarkt wurde zuletzt von volatilen Handelsaktivitäten geprägt und wir glauben, dass sich dieses Verhalten so schnell nicht beruhigen wird bis Investoren eine stabilere Fundamentalwirtschaft vorfinden“, so Wenger. Zweifellos ist das Verhältnis der Mindestkapitalreserve sowie der Leitzins hoch, daher glauben wir, dass es hier in den kommenden Monaten zu Kürzungen kommen könnte.

Inzwischen haben auch die Aktienmärkte in Europa etwas korrigiert. Das schwächere Q1 Wachstum in Deutschland sowie Griechenlands möglicher Zahlungsverzug an den IWF haben zu einer bärischen Laune am Markt geführt. Die Aktienmärkte in Großbritannien gaben ebenfalls etwas nach, als die Bank of England ihre Wirtschaftsprognosen nach unten korrigierte. „Trotz allem glauben wir, dass es zwar kurzfristig zu weiteren Korrekturen kommen könnte, mittelfristig erwarten wir jedoch steigende Aktienmärkte aufgrund einer steigenden Nachfrage durch günstige Finanzierungskosten dank der Niedrigzinspolitik und den niedrigen Energiepreisen“, sagt Wenger.

Währungen

Eine anhaltende USD-Schwäche ist unwahrscheinlich. „Wir gehen davon aus, dass die enttäuschenden Wirtschaftsdaten aus den USA (A1EK0W) eher eine kurzfristige Kurrektur als ein neuer Trend darstellen und erwarten einen schrittweise steigenden US-Dollar“, so Wenger. Das FOMC Protokoll diese Woche sollte im Einklang mit den vorherigen Sitzungen sein, eine Zinserhöhung bleibt aber nach wie vor auf der Agenda. Die Märkte haben in den vergangenen Wochen eine anstehende Zinswende wieder etwas aufgeschoben. Die Zentralbanken werden im Fokus bleiben, unter anderem die Sitzungen der Bank of England und der Bank of Japan. „Nachdem nur geringfügige Änderungen in der britischen Geldmarktpolitik erwartet werden, könnten enttäuschende Q1 BIP Ergebnisse in Japan zu neuen Impulsen durch die Bank of Japan führen, die das Währungspaar USD/JPY auf unser erwartetes Jahresendziel von 125 ansteigen lassen könnte“, Wenger.

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.