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ETF-Securities Marktbericht – KW 24/2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

 

Rohstoffe

Platin behauptet den Trend unter den Edelmetallen mit den größten Mittelzuflüssen seit 19 Wochen.

Der Energiesektor stand im Mittelpunkt einer schwachen Woche am Rohstoffmarkt. Anhaltende Unsicherheiten in Griechenland und steigende geopolitische Risiken dürften kommende Woche wahrscheinlich weiterhin unterstützende Impulse für Edelmetalle geben. Am Rande davon hat der starke US-Dollar (A1EK0V) derzeit nachteilige Auswirkungen auf den Rohstoffmarkt. „Allerdings glauben wir, dass ein nachhaltig steigender US-Dollar die Gewinne bei Rohstoffen auf kurze Sicht zwar einschränkt, die steigenden Wirtschaftsaktivitäten die Rohstoffmärkte auf lange Sicht jedoch unterstützen“, meint Bernhard Wenger, Executive Director – Head of European Distribution von ETF Securities. Da Rohstoffe in USD notieren, können europäische Investoren einen Währungsgewinn erzielen, falls ihre lokale Währung gegen den USD abwertet – das Ergebnis aus unterschiedlichen Geldmarktpolitiken und einem trägen Wirtschaftswachstum in Europa.

Berichte über mögliche Streiks in Goldmienenunternehmen (A0KRJZ) in Südafrika haben Investoren anscheinend unverzüglich dazu bewogen, die größten Summen seit ende Januar in Long Platinum ETPs (A0N62D) zu investieren. Südafrika ist traditionell bekannt für Arbeitsunruhen, derzeit herrschen Auseinandersetzungen zwischen den zwei größten rivalisierenden Gewerkschaftsverbänden NUM und AMCU bezüglich den Mindestlöhnen für Goldmienenarbeiter. Palladium (A0N62E) wird auf dem niedrigsten Stand seit über zwei Jahren gehandelt, nachdem die Anzeichen rückläufiger Automobilabsätze in China durch den Chinesischen Automobilverband bestätigt wurden. Auf Jahressicht fielen die Absätze im Mai um 0,4 Prozent, Palladium reagierte darauf negativ.

Trendumkehr bei Mittelflüssen in ETFS Industrial Metals (AIGI). Investoren bevorzugen aktuell breit gestreute Produkte auf Industriemetalle gegenüber Einzelrohstoffen. ETFS Industrial Metals (A0KRKG) verzeichnete 8 Mio. US-Dollar an Mittelzuflüssen, den größte Zufluss seit drei Wochen, da sich fundamentale Bedingungen für eine Reihe von Industriemetallen zuspitzen. „Während sich einzelne Industriemetalle weiterhin entsprechend ihren Fundamentaldaten bewegen, gehen wir davon aus, dass zunehmende Wirtschaftsaktivitäten aus China (A1XEFE) und Europa vorteilhaft für den gesamten Industriemetallkomplex sein sollten, da die Zentralbanken beider Nationen weitere Maßnahmen zur Förderung ihres jeweiligen Wirtschaftswachstums planen“, Wenger.

Energiepreisanstiege sorgen für Mittelabflüsse aus Long Öl ETPs zum 12. Mal in Folge pro Woche, da Investoren eine kurzfristige Korrektur erwarten. Weitere 39,3 Mio. USD an Mittelabflüssen wurden vergangene Woche aus Long Öl-ETPs verzeichnet, da eine mögliche Korrektur befürchtet wird. Die Anzahl an US-Ölförderanlagen scheint sich beim aktuellen Preis zu stabilisieren, lediglich vier Anlagen wurden vergangene Woche geschlossen. Die Long-Positionierungen von Investoren in Brent (A1N49P) und WTI (A0KRJX) gingen im Vergleich zum Vormonat um 44 Prozent bzw. 5 Prozent zurück, dies deutet auf eher pessimistischen Ansichten hin.

Divergierende Mittelabflüsse aus Landwirtschaftsprodukten, allen voran, aus Weizen und Kaffee. Allumfassende Preisrückgänge führten vergangene Woche zu Mittelabflüssen aus Landwirtschafts-ETPs. Der größte Mittelabfluss im Landwirtschaftssektor seit Januar wurde mit 5,6 Mio. USD aus Weizen-ETPs (A0KRJ9) verbucht. Die USDA hat die Vorhersage zum Weizenangebot überraschen angehoben. Weizenpreise stiegen zuvor aufgrund von starken Regenfällen in den Hauptanbaugebieten in den USA.

Aktien

Positive Indikationen von MSCI lassen China A-Aktien steigen. Für MSCI stellt sich die Frage „wann“ und nicht „ob“ sie die lokal gehandelten chinesischen A-Aktien in ihre Emerging Market Benchmark hinzufügen. „MSCI gab bekannt, dass sie bereits mit Chinas Wertpapieraufsichtskommission zusammenarbeiten, um die letzten Hürden für eine Aufnahme zu überwinden“, Wenger. Weiteres würden sie mit der Bekanntgabe zur Aufnahme nicht unbedingt bis zur jährlichen Indexüberprüfung warten. Sofern die Reformen im aktuellen Tempo vorangehen, ist es sehr wahrscheinlich, dass MSCI‘s Bedenken zur Kapitalmobilität, Verteilung der Anteile und Eigentum schnell geklärt sind. Dies würde den Weg zur Aufnahme von lokal gehandelten Aktien in den Emerging Market Index, welcher derzeit ca. 1,5 Bio. USD beinhaltet, frei machen.
Bedenken zu Griechenlands unsicherer Finanzlage bleiben bestehen, weswegen die europäischen Aktienmärkte aktuell auch tiefer handeln.

Währungen

Divergierende Rohstoffwährungen. Aufgrund schwacher Rohstoffpreisen, sinkender Importpreise und einer signifikanten Lohninflation hat sich die Reserve Bank of New Zeland vergangene Woche daher entschieden, ihren Leitzins zu senken, was zur Abwertung des NZD (A1EK0U) führte. Weitere Leitzinssenkungen sind möglich, da die Währung trotz einer Abwertung seit April weiterhin überbewertet ist.
Die Reserve Bank of Australia bleibt ebenfalls friedlich. Der jüngste Ölpreisanstieg unterstützte den NOK (A1DFSG) und den CAD (A1EK0R), weswegen die Rohstoffwährungen weiter auseinander driften. Der Euro geriet durch die mangelhaften Fortschritte bezüglich Griechenlands Verhandlungen mit ihren Gläubigern unter Druck. Nach dem sich der IWF aus den Verhandlungen zurückgezogen hat, wird das Risiko für ein dramatisches Ende zwischen der griechischen Regierung und ihren Gläubigern immer wahrscheinlicher.
„Der USD bleibt für Investoren ein sicherer Hafen, solange die FED an ihren Indikationen festhält, die Zinsen im September zu erhöhen“, Wenger.

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