Start ETF-Marktbericht ETF-Securities Marktbericht – KW 25/2015

ETF-Securities Marktbericht – KW 25/2015

30
analyseetf

 

Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Rohstoffe

Gold als sicherer Hafen unverständlicherweise kaum nachgefragt.

Der Markt interpretierte die Kommentare im Anschluss an die FED Sitzung als taubenhaft, weshalb der USD (A1EK0W) um 1 Prozent nachgab. Gold (A0KRJZ) stieg gemessen in USD um 2 Prozent an, da die Dollar-Schwäche gemeinsam mit Sorgen um Griechenland den Rohstoff als sicheren Hafen unterstützte. Der Stillstand in den Verhandlungen um die griechischen Staatsschulden könnte den Goldpreis weiterhin steigen lassen. Da Griechenland diesen Monat eine Vielzahl an Tilgungszahlungen zu leisten hat, ist die finanzielle Situation des Landes so prekär wie nie zuvor. Die Finanzmärkte verbleiben jedoch optimistisch, dass eine Einigung in den Verhandlungen erzielt wird. Es könnte zu einigen Marktverwerfungen kommen, sollte diese Einigung wider Erwarten nicht erreicht werden. Gold sollte in diesem Zuge seine traditionelle Rolle als sicherer Hafen einnehmen, wobei die Nachfrage bisher überraschenderweise verhalten blieb.

Platinmetalle sehen inmitten Preisrückgängen Abflüsse. In der vergangenen Woche haben wir 8,7 Mio. USD Nettomittelabflüsse in Platin ETPs und 5,0 Mio. USD in Palladium ETPs (A0N62E) verbucht, wobei die Metalle um 1,8 Prozent bzw. 2,9 Prozent gefallen sind. Auch wenn die Automobilverkäufe nicht so stark waren wir um Vorjahr, so dürften sich die niedrigen Energiepreise positiv auf den Kauf von insbesondere größeren Fahrzeugen auswirken, die entsprechend mehr Platin (A0N62D) und Palladium in den Katalysatoren benötigen. Zusätzlich könnte die berüchtigte anstehende Streiksaison in Südafrika das Angebot verknappen. „Unserer Meinung nach ist das Marktumfeld übertrieben negativ eingestellt. Somit ergeben sich taktische Einstiegspunkte für Investoren, die kurzfristig volatilere Marktphasen überstehen können“, meint Bernhard Wenger, Executive Director – Head of European Distribution von ETF Securities.

Investoren steigen aufgrund niedriger Preise in Agrarrohstoffe ein. Drei der Top 5 Nettomittelzuflüsse der Vorwoche konnten in Agrarrohstoffen verbucht werden. Ein abwertender brasilianischer Real, sowie für die Ernte (bis auf weiteres) begünstigendes Wetter, haben die Kaffee- und Zuckerpreise um 2,5 Prozent(A0KRJT) bzw. 3,4 Prozent (A0KRJ8) nach unten gedrückt. Nachdem die Preise für Weizen (A0KRJ9) Anfang des Monats aufgrund heftiger Regenfälle in den USA stark anstiegen, fiel der Preis nun um 3,2 Prozent da wieder besseres Wetter einsetzte. Das Wetter wird auch weiterhin der Schlüssel für die Agrarrohstoffe bleiben. „Die erhöhte Wahrscheinlichkeit eines El Niño Effekts bis Jahresende erhöht auch die Wahrscheinlichkeit von wetterbedingten Schäden an den Pflanzen, woraufhin einige Investoren den jüngsten Preisrückgang als taktischen Einstiegszeitpunkt gewählt haben“, Wenger. So konnten wir 5,4 Mio. USD Nettomittelzuflüsse in Weizen ETPs (6-Wochenhoch), 4,9 Mio. USD in Zucker (13-Wochenhoch) und 5,1 Mio. USD in Kaffee ETPs (4-Wochenhoch) verbuchen. Nettomittelzuflüsse in breite Rohstoffkorb-ETPs erreichten mit 9,6 Mio. USD ein 5-Wochenhoch, was die gehobene Nachfrage nach Rohstoffen als gesamte Anlageklasse bestätigt.

Öl ETPs sehen nach 12 Wochen wieder die ersten Nettomittelzuflüsse. Während es nach 12 Wochen Sektor übergreifend zu den ersten Nettomittelzuflüssen in Öl ETPs kam, fielen sämtliche Zuflüsse auf WTI (5,6 Mio. USD) aus. Brent ETPs (A1N49P) sahen hingegen leichte Nettomittelabflüsse in Höhe von 0,3 Mio. USD, wobei der Brentpreis um 1,3 Prozent fiel und WTI (A0KRJX) um 0,5 Prozent nachgab. „Unserer Meinung nach werden die Ölpreise kurzfristig weiter nachgeben, da die Erwartungen an eine Verlangsamung des Angebots sich als zu optimistisch erweisen werden“, Wenger. Erst wenn die Hochkostproduzenten außerhalb der USA beachtliche Produktionskürzungen vornehmen, werden wir eine Preiserholung sehen.

Aktien

Die Achterbahnfahrt bei chinesischen A-Aktien geht weiter. Nachdem MSCI ankündigte, die Aufnahme von chinesischen A-Aktien (A1XEFE) weiterhin zu prüfen, fiel der Fokus erneut auf die ungewollten Mengen an Fremdkapital in chinesischen Aktien. Das Durchgreifen der Regulatoren bzgl. unbefugter Leerkäufe sorgten vergangene Woche für einen Rückschlag von über 6 Prozent bei chinesischen A-Aktien. „Trotz der Volatilität erwarten wir mittelfristig weitere Gewinne, da die Bewertungen mit den historischen Durchschnitten übereinstimmen und die Marktwerte noch signifikantes Potenzial nach oben haben“, Wenger. Volatilität bestimmte auch europäische Börsen, die zwischenzeitlich höher als US-Indizes notierten und damit die Gefahr eines Grexit zurückstellten.

Währungen

Euro trotz potenziellen Griechenlandaustritt. Der Markt für das Währungspaar EUR/USD (A1EK0W) polarisiert zunehmend, wobei manche Anleger Gewinnmöglichkeiten aufgrund steigender Volatilität erwarten. „Wir erwarten zunehmende Abwertrisiken und würden kurzfristige Rallyes eher als Einstiegsmöglichkeit für Short-Positionen beurteilen“, Wenger. Der Optimismus für eine Lösung mit Griechenland stützt den Euro im frühen Handel. Die FOMC Sitzung vergangene Woche wurde von den Märkten als relativ taubenhaft interpretiert, damit begann die Abwertung des US-Dollars in Verbindung mit Investitionsflüssen in den Euro. Sollten sich die Sorgen über Griechenlands Staatsverschuldung etwas stabilisieren werden sich Investoren wohl wieder auf Fundamentalwerte und die relative Stärke der US-Wirtschaft besinnen. Die momentane Preisbildung am Markt deutet diese Woche auf eine weitere Stärkung des US-Dollars gegenüber den meisten G10-Währungen hin. „Das britische Pfund zeigte sich freundlich und wir gehen davon aus, dass steigende Löhne und zunehmende Erwartungen an die Bank of England, ihren Leitzins anzuheben, diesen Trend vorantreiben“, Wenger. Die Einzelhandelsumsätze überraschten vergangene Woche positiv und heben damit eine gesunde Haushaltsbilanz hervor.

TEILEN
Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.