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ETF-Securities Marktbericht – KW 27

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs und Aktienmärkten, liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Der Irak-Konflikt blieb auch letzte Woche weiter im Fokus, woraufhin Investoren ihre Allokationen in Edelmetalle und Öl als Absicherung gegen eine mögliche Verschlechterung der Situation im Nahen Osten aufgestockt haben. In der Zwischenzeit hat ein stärker als erwarteter HSBC China Einkaufsmanagerindex in der vergangenen Woche darauf schließen lassen, dass die Konjunkturmaßnahmen beginnen,Auswirkungen auf die Wirtschaft zu haben. Investoren zeigten sich entsprechend positiver gegenüber zyklischen Vermögenswerten eingestellt, wie zum Beispiel Industriemetallen, chinesischen Aktien und dem kanadischen Dollar. Wir glauben, dass das Wachstum im 1. Quartal die Talsohle durchschritten hat und für die zweite Jahreshälfte eine gewisse Erholung, und damit ein Wendepunkt nach dreijähriger Wachstumsverlangsamung, ansteht.

Entwicklung der wichtigsten ROHSTOFFE

Kaffee steigt aufgrund Angebotssorgen an. Der Preis für Arabica-Kaffee ist in den letzten 6 Monaten aufgrund einer Dürre in Brasilien, dem weltweit größten Produzenten, um fast 50% gestiegen. Während sich die Unsicherheit über die nächste Ernte bereits abzeichnet, behielt die United States Department of Agriculture (USDA) vergangene Woche ihre Prognose von 33.1mn Säcken bei. Sollte ein El Nino-Ereignis in den nächsten Monaten eintreten, könnten wir eine scharfe Korrektur im Arabica-Preis sehen, denn die üblichen Frostschäden an den Sträuchern in Brasilien und Kolumbien wären vermindert und ein trockenes Klima in Mittelamerika würde den Pilz, der Blattrost verursacht, eindämmen.

Die Angst vor einer Verschlechterung der Lage im Irak in der Vorwoche hat zu einer Steigerung von 4,5% im Silberpreis geführt. Während die jüngste Rally wahrscheinlich durch die hohe Korrelation von Silber zu Gold getrieben wurde, dürfte es aufgrund dessen breiter Anwendung in der Industrie von einer Erholung der Weltwirtschaft profitieren.

Was tut sich bei den AKTIEN

Chinesische Aktien steigen aufgrund positiver Impulse, während europäische Aktien fallen. Letzte Woche stieg der MSCI China-A Index um 1,6%, da sich Anzeichen einer wirtschaftlichen Stabilisierung fortgesetzt haben. Der Eurostoxx 50 rutschte hingegen erstmals nach einer fünfwöchigen Rally um 2,5% ab, als sich Sorgen über die Fähigkeit einer europäischen Erholung breit machten. Die Markit Einkaufsmanagerindizes für Frankreich, Deutschland und die Gesamtregion blieben Anfang letzter Woche unter den Erwartungen zurück und drückten europäischen Aktienindizes ins Minus. Das dem Markt gegenüber gebrachte Misstrauen von vergangenem Freitag dürfte auch die kommende Woche bestimmen. Die Inbetriebnahme zwei neuer Verarbeitungsanlagen stützte den US-Energieinfrastruktur Solactive MLP Index TR, der trotz des Rückgangs der Ölpreise letzte Woche um 2% stieg.

WÄHRUNGEN

Kanadischer Dollar springt aufgrund Inflationssorgen, US-Dollar rutscht dank schwacher Q1-Daten ab. Die Erwartung einer Zinssenkung in Kanada hat einen Rückschlag erhalten, nachdem die Inflationsdaten zum ersten Mal in zwei Jahren mit 2,3% oberhalb der Zielvorgaben der kanadischen Zentralbank lagen. Der negativen Korrektur der Q1 US-BIP-Daten folgte die Schwäche des US Dollar, was wiederum den Euro stütze. Sollte die EZB, wie wir es erwarten, diese Woche keine neuen geldpolitischen Impulse geben, dürfte der Euro trotzt Zinsdifferenzen kurzfristig noch weiter profitieren. Während die Inflation der Eurozone gedrückt bleibt, erwarten wir, dass die Notenbank abwarten wird, ob die Stimulierungsmaßnahmen der letzten Monate die erlahmte Wirtschaft angekurbelt haben. Unterdessen stieg der japanische Yen aufgrund geopolitischer Risiken, da die Anleger ihre Short-Positionen aufgelöst haben. Wir erwarten eine Umkehr der jüngsten JPY-Stärke, da Investoren ihren Fokus wieder mehr auf die Lockerungen der Bank of Japan richten werden.

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.