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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Rohstoffe

Anleger meiden Gold nach Griechenland-Deal

Auf der Suche nach günstigen Einstiegsmöglichkeiten erfahren Long WTI Öl-ETPs (A0KRJX) mit 44 Mio. USD die höchsten Mittelzuflüsse seit 16 Wochen. Die zweite aufeinanderfolgende Woche steigen Rohöllagerbestände zusammen mit zunehmenden Ölförderanlagen, dies deutet auf ein weiter anhaltendes Überangebot hin, wobei die Preise noch nicht tief genug sind, um US-Produzenten aus dem Markt zu verdrängen. Die Internationale Energieagentur erklärte, dass sich die Auswirkungen eines massiven Überangebots wiederholen und zu weiteren Preisrückgängen führen könnten. Unterdessen ist das Angebot durch die OPEC weiterhin von den Nuklearverhandlungen mit dem Iran abhängig. Durch den erfolgreichen Abschluss könnte das 3-Jahreshoch für das Rohölangebot übertroffen werden. „Investoren nutzen das aktuelle Preistief für günstige Einstiegsmöglichkeiten, wobei es zu weiteren, leichten Korrekturen kommen könnte, bis das Überangebot von einer steigenden Nachfrage ausgeglichen wird“, meint Bernhard Wenger, Executive Director – Head of European Distribution von ETF Securities.

Investoren bevorzugen „industrielle“ Edelmetalle und meiden Gold (A0KRJZ). Die stimmungsgetriebenen Verkäufe von Edelmetallen locken Investoren nun mit Einstiegsmöglichkeiten in Silber (A0KRJ5) und Platin (A0N62D). „Investoren suchen gezielt nach Edelmetallen mit einem hohen industriellen Nutzen, da diese aufgrund des steigenden Weltwirtschaftswachstums trotz der negativen Stimmung und niedrigen Preisen attraktive Bewertungsgrundlagen vorweisen“, so Wenger. Long Silber-ETPs verbuchten 18 Mio. USD Mittelzuflüsse in vier aufeinanderfolgenden Wochen. Platin verbuchte über drei aufeinanderfolgende Wochen 17 Mio. USD an Mittelzuflüssen.

Weizen-ETPs mit den höchsten Mittelabflüssen seit 6 Monaten. Investoren haben Ihre Positionen in den vergangenen zwei Wochen reduziert und die jüngsten Gewinne aus Weizen (A0KRJ9) mitgenommen. Die gesamten Mittelabflüsse umfassten 4,3 Mio. USD wobei die USDA von einem steigenden US-Weizenangebot für dieses Jahr ausgeht. Das Sojabohnenangebot wurde ebenfalls nach oben korrigiert, während der Bericht eine rückläufige Maisproduktion zeigt.

Long Kupfer- und Nickel-ETPs setzten sich gegen den Trend der Mittelabflüsse bei Industriemetallen.  ETFS Long Kupfer (A0KRJU) verbuchten mit 8,6 Mio. USD die größten Mittelzuflüsse binnen der vergangenen zehn Wochen. ETFS Nickel (A0KRJ4) konnte über vier aufeinanderfolgende Wochen 15,7 Mio. USD an Mittelzuflüssen verzeichnen. Die negative Stimmung in China aufgrund der Unsicherheiten am Aktienmarkt führte zu sinkenden Preisen bei Industriemetallen. „Wir glauben, sobald Fundamentalwerte wieder die Oberhand gewinnen, werden die Preise am Markt gesamtheitlich unterstützt“, meint Wenger

Aktien

Chinesische Behörden fangen die kapitulierenden Märkte entschlossen auf. Zwischen dem 12. Juni und 7. Juli fielen die MSCI China A-Aktien (A1XEFE) um 35 Prozent. Am 8. Juli konnten die A-Aktien wieder 5,8 Prozent zulegen und am 9. Juli weitere 4,5 Prozent. Zu den Hauptursachen der massiven Kursrückgänge zählten die starken Einschränkungen für Investitionen mit Fremdkapital. Aufgrund der schweren Kurseinbrüche setzte sich die Zentralbank mit der chinesischen Organisation für Wertpapierfinanzierungen in Verbindung, einer staatlichen Agentur, die für Investitionen in qualifizierte Wertpapiere von Unternehmen mit Fremdkapital verantwortlich ist, um den Kapitalmarkt wieder mit Geld zu versorgen. Zudem untersuchen die chinesischen Behörden derzeit Vorfälle von „schädlichen“ Leerverkäufen. „Ein langsames Wirtschaftswachstum in China könnte mit weiteren Zinssenkungen und anderen Maßnahmen behoben werden, um den Kapitalfluss weiterhin sicherzustellen“, berichtet Wenger. Die Regierung verfüge über bedeutsame Möglichkeiten, dass ihre Reformagenda nicht durch Kurseinbrüche am Aktienmarkt oder durch ein sinkendes Wirtschaftswachstum beeinflusst werde. „Auf weitere Lockerungsmaßnahmen könnten die Aktienmärkte positiv reagieren“, sp Wenger weiter.

Währungen

Rohstoffwährungen korrigieren mit dem Rohstoffmarkt. Aufgrund der Preisrückgänge am Rohstoffmarkt vergangener Woche fiel der Australische Dollar (A1EK0P) um 2,7 Prozent, die Norwegische Krone (A1DFSG) um 2,0 Prozent und der Neuseeland Dollar (NZD) um 1,5 Prozent gegenüber dem US-Dollar. Während weitere Ölpreisrückgänge möglich sind um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen, dürften sich andere Rohstoffe erholen, da Preise nicht mit den Fundamentaldaten übereinstimmen. Die niedrigen Ölpreise werden kurzfristig Druck auf die Norwegische Krone ausüben, während der Australische Dollar und Neuseeländische Dollar von Chinas geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen profitieren könnten, welche der negativen Stimmung bei anderen zyklischen Rohstoffen entgegenwirken könnten. Diese Woche wird die Bank of Canada eine Sitzung zur Zinspolitik abhalten. Die von Bloomberg befragten Ökonomen sind gespalten, was eine etwaige Zinssenkung angeht. Aufgrund der unterschiedlichen Meinungen könnte der Kanadische Dollar diese Woche entscheidende Preisbewegungen erfahren.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.