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ETF-Securities Marktbericht – KW 30/2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Rohstoffe

Investoren meiden Gold und suchen weiter nach guten Einstiegspunkten in Öl

Fallender Ölpreis lockt Investoren. ETFS WTI Crude (WKN: A0KRJX) und ETFS Leveraged WTI Crude Oil (WKN: A0V9YX) haben die dritte Woche in Folge Mittelzuflüsse verbuchen können. „In der Regel werden zu diesem Zeitpunkt aufgrund saisonaler Faktoren die Lagerbestände abgebaut, jedoch nicht dieses Jahr. Anstatt der erwarteten 2,3 Mio. Barrel Rückgang in Lagerbeständen stiegen diese um 2,5 Mio. Barrel.“ laut Bernhard Wenger, Executive Director – Head of European Distribution von ETF Securities. Investoren gehen weiterhin von einem steigenden Ölpreis aus, nachdem der Preis das erste Mal seit Anfang April unter die 50 USD-Marke fiel. „Wir sind der Auffassung, dass der jüngst schwache Preis die Ölproduzenten zu Angebotskürzungen veranlassen wird.“ so Wenger weiter. Eine aktuelle Studie von Wood Mackenzie deutet darauf hin, dass Investitionen in zukünftige Produktion um 200 Mio. USD gekürzt wurden, insbesondere im Segment der Hochkostproduzenten von nicht OPEC Mitgliedern.

Edelmetalle verzeichneten mit 309 Mio. USD die größten Mittelabflüsse in 19 Wochen. Als der Goldpreis auf seinen niedrigsten Stand seit März 2010 rutschte, stoßen Investoren 284 Mio. USD ETFS Physical Gold (WKN: A0N62G) ab. Wenger: „Die Marktstimmung gegenüber dem Edelmetall verschlechtert sich weiter, da Immobilienverkäufe in den USA auf ein 8 ½ Jahreshoch stiegen und Arbeitslosenansprüche auf der anderen Seite auf ein 8 ½ Jahrestief zurückgingen. Eine Zinserhöhung für September wird somit nochmals wahrscheinlicher, was den USD unterstützte.“ Es gab einen deutlichen Rückgang der Netto-Long Positionierungen in Gold auf den niedrigsten Stand seit Juni 2013. In der vergangenen Woche wiesen die vom schweizerischen Zoll gemeldeten Goldausfuhrdaten für Juni mit 98,5 Tonnen den niedrigsten Stand seit August vergangenen Jahres auf. Schweizer Goldlieferungen an China sanken deutlich im Vergleich zum Vormonat um 25 Prozent, während die Ausfuhren nach Indien um 12,5 Prozent zurückgegangen sind. Die anstehende Hochzeitssaison in Indien könnte sich jedoch als unterstützend für den Goldpreis erweisen.

Investoren verkauften weitere Positionen in Platin-ETCs (WKN: A0N62D), nachdem der Preis das erste Mal seit 6 Jahren unter die 1.000 USD fiel. Die Ausflüsse beliefen sich auf 22,4 Mio. USD und damit den höchsten Ausflüssen seit März 2015. Der fallende Preis in PGMs sorgte dafür, dass sich Investoren auch von 7,3 Mio. USD Palladium-ETCs (WKN: A0N62E) trennten. Investoren sind scheinbar von den starken Preisschwankungen verschreckt, trotz der erwarteten Versorgungsdefizite und einer sich erholenden Nachfrage seitens Emissionsminderungstechnologien.

Aktien

Chinesische Aktien brechen wieder ein, gemischte Unternehmensergebnisse belasten Aktien der Industrieländer. Die positive Stimmung im Anschluss der Marktinterventionen Chinas ist im frühen Handel verflogen und die Märkte stürzten ab (WKN: A1XEFE). „Die Politik muss nun einen gesunden Mittelweg finden zwischen einer Wiederherstellung des Vertrauens in die lokalen Märkte für inländische Investoren und gleichzeitig ausländische Investoren davon überzeugen, dass Reformen für Markttransparenz vorangetrieben werden und dieser weniger für Manipulation anfällig ist.“ so Wenger. Wir erwarten, dass es zu einer Lockerung der existierenden Beschränkungen und daraufhin zu einer größeren Beteiligung am Markt einhergehender Stabilität kommen wird. Die Quartalszahlen der Industrieländer Aktien waren gemischt, was gemeinsam mit der anhaltenden Unsicherheit über Griechenland dazu geführt hat, dass die Gewinne von Anfang der Woche wieder abgegeben wurden. Die Diskussionen über die Art der Finanzierung von Griechenlands weiterem Rettungspaket werden vermutlich verlängert werden, woraufhin Investoren mit Spannung abwarten werden, ob sich Gläubiger und/oder Einleger mit Abschlägen an dem Prozess beteiligen werden müssen.

Währungen

FOMC im Mittelpunkt, anhaltende USD Stärke (DE000A1EK0V2). Wir erwarten, dass sich die Fed weiterhin ausgeglichen in ihrer Rhetorik zeigen und dazu auf die Verbesserungen im Arbeitsmarkt hinweisen wird. Es liegt jedoch eine interessante Abweichung über den erwarteten Zeitpunkt einer Zinsanhebung zwischen dem was aktuell der Markt einpreist und dem wirtschaftlichen Konsens vor. Der Markt erwartet eine Anhebung im November, während Ökonomen dies bereits für September erwarten. „Dementsprechend glauben wir, dass der USD davon profitieren wird, sobald der Markt beginnt, auch eine Zinserhebung für September einzupreisen“, sagt Wenger. Die kurze Atempause für Rohstoff-Währungen wird vermutlich nicht lange anhalten, da derzeit die negative Stimmung gegenüber fundamentalen Bedingungen die Oberhand hat. Ein schwächerer Ölpreis hat sich negativ auf den Kanadischen Dollar CAD (JE00B68GS291) und die Norwegische Krone NOK (JE00B68GTS22) ausgewirkt, während die Rhetorik der Zentralbanken und die schlechte Stimmung gegenüber China auf dem Australischen Dollar AUD (JE00B68GQZ83) und Neuseeländischen Dollar NZD (JE00B68GTN76) lasteten.

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.