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ETF-Securities Marktbericht – KW 31/2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Rohstoffe

Schnäppchenjagd signalisiert Stimmungsumschwung

Spekulanten treiben Nettomittelzuflüsse in Long Öl ETPs auf 19 Wochenhoch. „Wir haben die fünfte Woche in Folge Nettomittelzuflüsse in Höhe von US $52,5 Mio. in Brent und WTI Öl ETPs verzeichnen können (A0KRJX, A0KRKM). Bereits im Anschluss der vorangegangenen Ölpreiskorrektur zwischen November 2014 und März 2015 haben Investoren verstärkt Öl ETPs gekauft.“ meint Bernhard Wenger, Executive Director – Head of European Distribution von ETF Securities. Nach der Preiserholung zwischen März und Juni dieses Jahres haben Investoren auch entsprechende Gewinne mitgenommen, als sie sich wieder von den ETPs trennten. „Die jüngste Preiskorrektur lockt die Schnäppchenjäger nun wieder in den Markt. Wir sind der Meinung, dass das derzeitige Niedrigpreisumfeld zu Investitionskürzungen bei Hochkostproduzenten führen wird, was sich mittelfristig positiv auf die Preise auswirken wird.“ so Wenger weiter. Die OPEC wird jedoch weiterhin im erhöhten Maße Öl fördern, um sich Marktanteile zu sichern. Die US-Schieferöl Industrie wird preiselastisch bleiben und bei potentiell steigenden Preisen die eigene Produktion steigern. Der Großteil der Produktionskürzungen wird hingegen von den Hochkostproduzenten außerhalb der OPEC und USA kommen (Tiefseebohrungen, Ölsande, etc.). Sobald diese Projekte verschoben oder gar aufgehoben sind, werden sie so schnell nicht reanimiert werden, da sie lange Vorlaufzeiten benötigen. Da die OPEC bereits nahe deren Kapazitätsgrenzen operiert, könnte ein etwaiger Marktschock zu einer Preissteigerung führen. Potentielle Preissteigerungen erscheinen somit bei gegebenen Preisniveaus als wahrscheinlicher als weitere Preisrückgänge.

Agrarrohstoffe (A0KRKB) mit höchsten Mittelzuflüsse seit Oktober 2014. Da Agrarrohstoffpreise die vergangene Woche, bzw. den gesamten Monat hinweg in breiter Front gefallen sind, haben Investoren dies als guten Einstiegszeitpunkt gesehen. „Das Wetterphänomen El Niño gewinnt weiter an Stärke, was die Wahrscheinlichkeit von Anbaustörungen vergrößert und damit möglicherweise die Preisrückgänge in bestimmten Agrarrohstoffen umkehren dürfte.“ Wenger. Investoren positionierten sich daraufhin mit US $19,8 Mio. in Agrarrohstoffen und US $5,4 Mio. in Weizen ETPs (ein 12 Wochenhoch, A0KRJ9). Die Getreidepreise kamen letzte Woche besonders unter Druck, nachdem der internationale Getreiderat die Ernteerwartungen trotz Trockenheit in Europa und Kanada erhöhte. 

Palladium (A0N62E) und Platin (A0N62D) mit den höchsten Mittelzuflüsse seit November 2014 bzw. Januar 2015. Die beiden Metalle konnten mit US $30,6 Mio. bzw. US $ 16,9 Mio. Nettomittelzuflüssen einen mehrwöchigen Trend mit fallenden Preisen und Ausflüssen umkehren. Eine Verbesserung des Wirtschaftsklimas und der Fundamentaldaten, einschließlich strengeren Umweltverordnungen (eine wichtige Quelle für PGM Nachfrage), und eingeschränkter Minenversorgung werden sich positiv auf die beiden Edelmetalle auswirken.

Gold ETPs (A0LP78, A0N62G) werden weiterhin gemieden, da Investoren sich von defensiven Vermögenswerten trennen. Weitere Gold-Nettomittelabflüsse in Höhe von US $163,5 Mio. in der vergangenen Woche unterstreichen das Ausmaß der Rotation weg von defensiven Vermögenswerten hin zu unterbewerteten zyklischen Anlagen.

Aktien

Die Berichterstattungssaison in den USA und Europa bringt positives Momentum für Aktien. „Trotz eines volatilen Wochenstarts mit fallenden Kursen in China, konnte das Vertrauen in die globalen Aktienmärkte dank robuster Unternehmenszahlen in den USA und Europa insgesamt gestärkt werden.“ so Wenger. Europäische und US amerikanische Unternehmen überraschten positiv in 8,3% und 4,5% der Fälle respektive, gemessen an den 65% und 70% der Unternehmen im Eurostoxx 600 und S&P 500, welche bisher ihre Quartalszahlen veröffentlicht haben. Investoren schichten Ihr Portfolio zunehmend um, weg aus amerikanischen, hinein in europäische Aktien aufgrund günstigerer Unternehmensbewertungen, eines schwächeren Euros sowie sich verbessernden wirtschaftlichem Wachstum. In der Zwischenzeit beendet der MSCI China A-Shares (A1XEFE) die Woche 9,8% tiefer.

Währungen

Federal Reserve (Fed) erwartet Zinserhöhung bereits in diesem Jahr, US Dollar steigt. In Ihrem jüngsten Kommentar nannte die Fed „weitere leichte Erholung des Arbeitsmarktes“ als Bedingung für einen Zinsanstieg. Das hinzunehmen des Wortes „leichte“ deutet an, dass man dem Ziel einer Zinserhöhung bereits näher ist. Von daher wird den US Arbeitsmarktzahlen Ende dieser Woche hohe Bedeutung zugewiesen. In Kanada haben sich die niedrigen Ölpreise negativ auf das BIP ausgewirkt, welches im fünften Monat in Folge abfiel. Die Zinssenkung der Kanadischen Zentralbank vom 15. Juli wurde somit als korrekt bestätigt. Der Kanadische Dollar fiel um 4,2% gegenüber dem US Dollar (A1EK0R). In Schweden lag das BIP im Vergleich zum Vorjahr mit 3,0% über den Erwartungen von 2,5%, jedoch fiel die Schwedische Krone weiter in Erwartung des Markets, dass die Zinsen weiterhin negativ bleiben werden um die Wachstumsrate hoch zu halten (A1DFSJ).

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Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.