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ETF-Securities Marktbericht – KW 32/2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Rohstoffe

Mittelzuflüsse in Long WTI und Brent-ETPs seit fünf aufeinanderfolgenden Wochen.WTI (A0KRJX) und Brent (A1N49P) erreichten mit 43,94 USD und 48,55 USD ihren tiefsten Stand seit dem 20. März und 29. Januar diesen Jahres. „Unserer Meinung nach werden kostenineffiziente Produzenten bei diesen niedrigen Preisen angehalten sein ihre Produktion zurückzufahren, woraufhin der Weg für einen Preisanstieg zum Ende 2015 frei gemacht wird“, meint Bernhard Wenger, Executive Director – Head of European Distribution von ETF Securities. Investoren nutzen weiterhin die niedrigen Preise um ihre Positionen zu erhöhen, wonach Öl-ETPs vergangene Woche 88,6 Mio. USD an Mittelzuflüsse verbuchten, den größten Zufluss seit März 2015.

Historisch niedrige Preise locken Investoren in Industriemetall-ETPs.ETFS Aluminium (A0KRJS ) und ETFS Copper ETPs (A0KRJU) verbuchten jeweils 15,5 Mio. USD und 10,7 Mio. USD an Mittelzuflüssen, die höchsten Zuflüsse seit 12 bzw. 18 Wochen. Ein mit 50 schwächer als erwarteter Einkaufsmanagerindex (PMI) in China sowie ein unerwarteter Rückgang der deutschen Industrieprodukten um 1,6 Prozent, drückten Kupfer und Aluminium vergangene Woche auf ein 6-Jahrestief. China gab bekannt, eine Billionen Yuan in Anleihen für die Finanzierung von Projekten zur Infrastruktur aufzubringen, was die Nachfrage für Industriemetalle unterstützen sollte. Money Manager Netto-Short-Positionen in Kupfer haben sich in der vergangenen Woche laut LME und Shanghai Futures Exchange mehr als verdreifacht. ETP Investoren setzen hingegen auf eine Rallye, sollte es auf der Angebotsseite zu wetterbedingten Ausfällen bei chilenischen Minen kommen.

Mittelabflüsse bei physisch hinterlegten Gold-ETPs setzen sich seit 11 aufeinanderfolgenden Wochen fort. Nach einem Goldpreisanstieg in zwei aufeinanderfolgenden Wochen haben sich die Mittelabflüsse aus Gold-ETPs (A0N62G) auf 41,1 Mio. USD verringert. Die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsanstieg durch die FED im September hat sich aufgrund von robusten Arbeitsmarktdaten nun auf 56 Prozent erhöht. Die rückläufigen Mittelabflüsse und stabileren Preise könnten das Ende der fallenden Goldpreise bedeuten. „Historisch gesehen entwickelt sich Gold im dritten Quartal saisonal gut“, so Wenger.

Physisch hinterlegte Platin-ETPs (PHPT) verbuchten 4,3 Mio. USD an Mittelzuflüssen während Palladium-ETPs 7,4 Mio. USD an Mittelabflüssen erfuhren. Die schwache Automobilnachfrage in China führte vergangene Woche bei BMW AG zu Produktionskürzungen. „Ungefähr 70 Prozent der Palladiumnachfrage (A0N62E) kommt aus der Produktion von Katalysatoren in der Automobilindustrie. Hingegen ist die Nachfrage nach Platin (A0N62D) diversifizierter, was erklären würde warum Investoren unterschiedliche Prognose für die beiden PGMs vertreten“, berichtet Wenger.

Aktien

Europäische Aktienmärkte im Plus, obwohl griechische Aktien nach der Marktwiedereröffnung schwere Verluste verbuchten. Mit der Wiedereröffnung der griechischen Börse konnten Investoren nach einer fünfwöchigen Handelsunterbrechung ihre Positionen nun verkaufen. Griechische Aktien fielen vergangenen Montag zum Handelsbeginn um 23 Prozent, bis Freitag konnten die Verluste auf 16 Prozent begrenzt werden. Die europäischen Einkaufsmanagerindizes überraschten positiv und verbesserten die Stimmung der Anleger zur wirtschaftlichen Erholung. DAX, FTSE MIB und FTSE 100 stiegen um jeweils 2,7, 1,8 und 1,3 Prozent. MSCI China A-Aktien (A1XEFE) konnten ein Wochenplus von 0,4 Prozent verbuchen, der Markt reagierte positiv auf die Unterstützung durch die Regierung. „Es wurden schätzungsweise 144 Mrd. USD an Unterstützungsgeldern von der Regierung zur Verfügung gestellt und wir glauben, dass eine beachtliche Menge an Ressourcen für die China Securities Finance Corp., der landeseigenen Agentur für Investitionen mit Fremdkapital, welche eine wichtige Verbindung zu den Märkten darstellt, zur Verfügung steht“, meint Wenger.

Währungen

Divergierende Rohstoffwährungen. Nachdem die Reserve Bank of Australia ihren Leitzins unverändert bei 2,0 Prozent behielt, stieg der Australische Dollar (AUD) gegenüber dem US-Dollar (USD) um 1 Prozent. Trotz enttäuschender Konjunkturdaten durch schwache Rohstoffpreise zeigt sich der Immobilienmarkt lebhaft. Daher bleibt die RBA mit einer Zinssenkung vorerst zurückhaltend, besonders weil die Wirksamkeit von weiteren Zinssenkungen schwächer wird, je näher man sich in Richtung der Null bewegt. Die fallenden Rohölpreise belasteten ölexportierende Länder, demnach fielen die Norwegische Krone (NOK) und der Kanadische Dollar (CAD) um jeweils 1,4 und 1,0 Prozent gegenüber dem USD. „Wir gehen davon aus, dass sich in den kommenden Monaten CAD (A1EK0R) und NOK (A1DFSG) gegenüber AUD (A1EK0P) und NZD mit der Ölpreiserholung durchsetzen werden“, so Wenger. Der USD (A1EK0V) konnte gegenüber den meisten Währungen steigen und nach den jüngsten Arbeitsmarktzahlen spricht einiges für eine Zinsanhebung durch die FED Ende des Jahres. Die Bank of Japan behielt während ihrer letzten Sitzung den Leitzins unverändert und half dem Yen damit zu einer weiteren Abwertung.

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.