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ETF-Securities Marktbericht – KW 32

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs und Aktienmärkten, liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Starke GDP Daten aus den USA für das zweite Quartal dieses Jahres bestätigen, dass die schwachen Q1 Daten auf den ungewöhnlich kalten Winter zurückzuführen sind. Der chinesische Einkaufsmanagerindex (PMI) zeigt sich positiv und stieg im Juli auf ein 18 Monats-Hoch. Die Aktivitäten im verarbeitenden Gewerbe nehmen weiter zu, trotz der ursprünglich pessimistischen Erwartungen. Obwohl das Wachstum am amerikanischen Arbeitsmarkt hinter den Erwartungen zurückbleibt, weisen die meisten Daten auf ein globales, gesundes Wachstum hin, was positiv für zyklische Anlagen ist. Nichtsdestotrotz bleiben die geopolitischen Risiken mit den sich ausweitenden Konflikten in Ukraine und im Nahen Osten weiterhin ungelöst. Darüber hinaus bereitet die zweite argentinische Staatspleite in 13 Jahren Investoren Sorgen. Dies wiederum sollte die aktive Suche nach Absicherungen in defensiven Anlagen wie Gold vermehren.

Entwicklung der wichtigsten ROHSTOFFE

Arabica-Kaffee steigt um 9.4 Prozent in einer Woche. Nach Berichten über kälterem und regnerischem Wetter in Brasilien (45 Prozent der weltweiten Produktion) hatte der Kaffeepreis deutlich dazugewonnen. Heftige Regenfälle könnten die Ernte noch weiter hinauszögern und Frostschäden hervorrufen. Den Berichten zum Trotz haben nun neuere Aussagen ein wärmeres und trockeneres Wetter prophezeit, was zu einer umgehenden Trendwende in der Kursentwicklung in der nächsten Woche führen könnte.

Ein milderes Klima in den Vereinigten Staaten ermöglichte eine längere Aufzuchtdauer und damit höheres Schlachtgewicht für Schweine, was wiederum zu einem Preisrückgang von 4.4 Prozent in der vergangenen Woche führte.

Nach den langerwarteten Änderungen der Export-Regulierungen in Indonesien, welche in November in Kraft treten werden, stieg der Zinnpreis um 3.2 % an. Obwohl ein Bann auf Barrenexporte seit vergangenem September besteht, haben die Behörden nun einen Reinheitsgrad für Barren und Lötzinn festgelegt. Darüber hinaus wurden Standards für Verpackung und Etikettierung geregelt. Das sollte weltweite Zulieferer weiter belasten.

Aufgrund von weiter zunehmenden geopolitischen Risiken und dem bevorstehenden möglichen Staatsausfall Argentiniens, haben Investoren sich nun mehr in defensiven Anlagen wie Gold engagiert. Nach dem verpassten Fristablauf für die Zahlung von Zinszahlungen über 13 Milliarden US-Dollar für neu strukturierte Staatsanleihen hat die amerikanische Ratingagentur Standard and Poor’s Argentinien als zahlungsunfähig eingestuft. Physische Gold ETPs verzeichneten den höchsten Zufluss seit März 2013.

Ebenfalls konnten gestiegene Aktivitäten in Weizen, Mais, Erdgas und eben dem vorhergenannten Kaffee festgestellt werden.

Was tut sich bei den AKTIEN

Chinesische A-Aktien profitieren weiter von der deutlichen Verbesserung der chinesischen Wirtschaft. In der dritten aufeinanderfolgenden Woche konnte der MSCI China A Index um 5.1 % zulegen, da der Einkaufmanagerindex (PMI) der HSBC in China im Juli ein 18-Monats-Hoch erreichte. Da die politischen Stimulierungsmaßnahmen nun zu greifen scheinen und weitere Impulse für die kommenden Monate erwartet werden, erwarten wir eine verbesserte Stimmung der inländischen und ausländischen Investoren.
Aufgrund der anhaltenden, weltweiten Bedenken und den historischen Börsenhöchstwerten stieg der EURO STOXX 50 Investable Volatitliy Index in der letzten Woche um 8 Prozent. Der deutsche Aktienindex DAX hingegen fiel um fast 4 Prozent, da verstärkte Sanktionen der europäischen Union und der Vereinigten Staaten gegenüber Russland eine erhebliche negative Auswirkung auf die deutsche Wirtschaft haben könnte. Die zugenommene Feindseligkeit zwischen den Supermächten hat ebenfalls zu einer gestiegenen Nachfrage nach sicheren Anlagen geführt.

WÄHRUNGEN

Auch vergangene Woche gab es weitere Gewinne des US-Dollar. Die verbesserte Aussicht der amerikanischen Wirtschaft wird durch das Plus der Non Farm Payroll Daten von 200.000 zusätzlich geschaffenen Arbeitsplatzdaten weiter bestärkt. Die Beschäftigungsaussichten werden ein Schwerpunkt für die Rohstoffwährungen in dieser Woche sein, da in Australien und Kanada ebenfalls Daten erwartet werden. Die Beschäftigungszahlen in beiden Ländern scheinen an Dynamik gewonnen zu haben, weiter verstärkt durch das Treffen der australischen Notenbank in dieser Woche. Während keine korrigierenden politischen Maßnahmen erwartet werden, hat die Zentralbank jedoch die Währung im schlechten Licht erscheinen lassen, was sich erwartungsgemäß abwertend auf den australischen Dollar auswirken sollte. Nachdem eine Deflation die Eurozone weiter bedroht, wird eine weitere Schwächung des Euros erwartet. Trotz der mittelfristigen Einschätzung steigender Inflation innerhalb der Eurozone waren die Preise allerdings nur 0.4 Prozent höher (entgegen dem angepeilten Ziel von 2 Prozent), was die Lockerungspolitik der ECB in absehbarer Zukunft beibehalten sollte.

 

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.