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ETF-Securities Marktbericht – KW 34/2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Rohstoffe

Gold ETPs mit den größten Mittelzuflüssen seit Januar.Physische Gold-ETPs (A0N62G) konnten vergangene Woche 230,6 Mio. USD an Mittelzuflüssen verbuchen, die negative Stimmung gegenüber Gold wurde durch steigende Preise wieder verbessert. Short-Positionen am Futures Markt verringerten sich seit vier aufeinanderfolgenden Wochen. „Obwohl mehrere Faktoren für den steigenden Goldpreis verantwortlich waren, fiel der Anstieg des VIX Index vergangene Woche um 85 Prozent besonders auf. Dies signalisiert, dass sich die Marktstimmung signifikant gedreht hat. Traditionell gilt Gold in schwierigen Marktsituationen als wichtigster sicherer Hafen.“ meint Bernhard Wenger, Executive Director – Head of European Distribution von ETF Securities.

Acht aufeinanderfolgende Wochen an Mittelzuflüssen in Öl-ETPs bei gleichzeitig starkem Preisumfeld. Die Suche nach günstigen Einstiegsmöglichkeiten setzte sich vergangen Woche fort. Long Öl-ETPs verbuchten 71,8 Mio. USD an Mittelzuflüssen. Aufgrund des weltweiten Überangebots fiel Brent (A1N49P) um 5,3 Prozent und WTI (A0KRJX) um 2,6 Prozent auf ein 6 ½ Jahrestief. „Investoren gehen bei den niedrigen Preisen von rückläufigen Investitionen aus, was zu einer möglichen Produktionskürzung führen könnte“, so Wenger. Jedoch stiegen die Rohöllagerbestände in den USA weiter an und drückten den Preis nach unten. Zudem stieg die Anzahl an US-Ölförderanlagen wieder an. ETP Investoren müssen sich gedulden und verzögerte Reaktionen von Produzenten in Kauf nehmen.

ETFS Daily Leveraged Erdgas (LNGA) mit dem größten Mittelzufluss seit 11 Wochen.  Erdgaslagerbestände steigen weniger als erwartet (53Bcf vs. 59Bcf erwartet), was zu einer Preisrallye vergangenen Mittwoch und Donnerstag führte. „Die saisonal starke Nachfrage für Erdgas (A0KRJ3) aus dem Energiesektor für Klimaanlagen wird voraussichtlich im Herbst zu Ende sein und könnte daraufhin zu einem Preisrückgang bei Erdgas führen“, berichtet Wenger. LNGA verbuchte vergangene Woche 4,3 Mio. USD an Mittelzuflüssen.

Investoren verringerten ihr Long Kaffee-ETP Exposure um 4,3 Mio.USD. Die Ernte in Brasilien geht dem Ende zu und die Dürre im vergangenen Jahr führte dieses Jahr zu kleineren Bohnenstangen, was den Preis in den vergangenen Wochen nach oben trieb. Ein warmer Winter hingegen führte zu geringen Frostschäden und damit ist das Defizit in der Qualität der Bohnen durch ein höheres Angebot wieder ausgeglichen, was die Preise wieder fallen ließ. Kaffee (A0KRJT) leidet unter einem starken brasilianischen Real, weswegen Kaffeebauern ihre Ernten aktuell günstig veräußern. Zucker konnte vergangene Woche um 1,2 Prozent steigen, da ein schwacher Monsunregen in Indien wohl zum ersten Mal seit 6 Jahren zu einem ausgeglichenen Markt führt. Long Zucker-ETPs (A0KRJ8) konnten 1 Mio. USD an Mittelzuflüssen verbuchen.

ETFS Palladium Trust (PALL) mit 12 Mio. USD an Mittelabflüssen, dem größten Abfluss seit September 2014. Die Automobilnachfrage aus China ist weiterhin schwach und die Nachfrageaussichten für Autokatalysatoren, welche 70 Prozent der Palladiumnachfrage (A0N62E) ausmachen, bleiben damit eingeschränkt. Hingegen könnten verschärfte Regulationen für Emissionen in Europa im September zu einem Anstieg der PGMs (Platinum Group Metals) führen.

Aktien

Verstärkte Volatilität an den Aktienmärkten seit China den Yuan abgewertet hat und damit über 5 Billionen an den globalen Aktienmärkten verloren gingen. Stärkere Einkaufsmanager-Index Daten (EMI) aus Europa unterlagen den schwächeren EMI Daten aus China (A1XEFE), was zu einem beschleunigten Abverkauf an den globalen Aktienmärkten führte. Frankreichs Wirtschaft stagnierte im zweiten Quartal und obwohl Industriedaten aus Deutschland auf ein Vier-Jahreshoch stiegen fiel der DAX um 7,8 Prozent. Rohstoffaktien, die etwa ein Fünftel der Gewichtung im FTSE 100 ausmachen, sorgten im Index für den größten Rückgang seit Dezember. Besonders heftig traf es den bekannten Bergbaukonzern Glencore PLC, der mit einem Gewinnrückgang von 56 Prozent im 1. Halbjahr zum nächsten Opfer der fallenden Rohstoffmärkte wurde. Durch ihre geplanten Vorhaben Eland Plan in Südafrika zu schließen und 23,9 Prozent ihrer Holdings in Lonmin Plc (der weltweit drittgrößte Platinproduzent) zu investieren, erhöhte sich der Druck auf das Angebot für Platin weiter.

Währungen

Euro, Yen und Schweizer Franken bleiben inmitten risiko-aversen Zeiten am Stärksten. Niedrig verzinste Währungen wie der Euro und Yen profitieren von den Auflösungen der Carry Trades. Dennoch könnte die anstehende Wahl in Griechenland nach Syriza’s Parteispaltung für Risiken im Euro sorgen. Fehlende Signale aus der letzten FED-Sitzung sowie ein tiefer als erwarteter EMI Index verringerten die Wahrscheinlichkeit auf einen Zinsanstieg durch die FED im September von 50 Prozent auf 28 Prozent, was den aufwertenden US-Dollar (A1EK0W) etwas abschwächt. Die weiterhin schwachen Ölpreise lasten schwer auf dem Kanadischen Dollar CAD. Positive VPI Daten aus Großbritannien unterstützen zum Wochenstart das Britische Pfund, da Investoren von Anzeichen einer möglichen Zinserhöhung in Großbritannien ermutigt wurden.

 

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.