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ETF-Securities Marktbericht – KW 35

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Aktien und Industriemetalle sind in der Vorwoche erneut stark gestiegen, nachdem der deutsche Einkaufmanagerindex robuste Zahlen lieferte und die schwachen Daten aus China kaum Beachtung fanden. Dem Sitzungsprotokoll des kürzlich abgehaltenen Meetings der Bank of England zufolge, haben einige Mitglieder überraschenderweise für eine baldige Zinserhöhung gestimmt. Die Sitzungsberichte des US Federal Open Market Komitees (FOMC) haben im Vergleich zur Vergangenheit aggressive Töne angeschlagen, was dem US Dollar Aufwind verschaffte und die Performance von Industriemetallen belastete. Die Arbeitslosigkeit innerhalb der Eurozone und die Inflationsdaten werden im Fokus der Märkte bleiben um den Zeitpunkt herauszufinden, wann die EZB Ihre Politik lockert. Wenn die zweite Schätzung des Q2 BIP aus den USA unverändert bleibt oder nach oben korrigiert werden sollte, könnte das ebenfalls dem US Dollar zu weiterer Stärke verhelfen.

Entwicklung der wichtigsten ROHSTOFFE

Industriemetalle wurden von den enttäuschenden Daten aus China nicht beeinflusst und führten ihre Rallye fort. Zink, Aluminium, Kupfer und Blei haben 3,9 %, 3,0 %, 2,6 % und 2,1 % an Wert gewonnen. Der schwächere chinesische Einkaufsmanagerindex wurde zusammen mit schlechten Krediten und dem Geldwachstum eher als kurzfristige Abweichung denn als Trend angesehen. Ebenfalls werden gezielte Konjunkturpakete Ende dieses Jahres der Nachfrage nach Metallen weiter Rückenwind bescheren. Nach Berichten aus Zimbabwe über Minenschließungen und gestiegenen chinesischen Importen von Platin, könnte das Edelmetall seine Verlust von 3,3% aus der Vorwoche diese Woche wieder revidieren.

Neben Platin mussten auch die anderen Edelmetalle Verluste verzeichnen, weil politische Entscheidungsträger in den amerikanischen und britischen Zentralbanken offen für frühere Zinserhöhungen scheinen, als der Markt erwartet hatte. Gold und Silber fielen entsprechend um 2,9% und 2,3%. Die bereits seit 6 Wochen anhaltenden Zuflüsse in Gold und Öl ETPs spiegeln die Sorgen vor geopolitischen Risiken seitens der Investoren wieder. Ebenso konnten signifikante Zuflüsse in WTI-Rohöl, Mais und Weizen verzeichnet werden

Was tut sich bei den AKTIEN

Weltweite Aktien im Aufwärtstrend, während Goldpreis schwächelt. Die besser als erwarteten Zahlen des Industrie- und Dienstleistungseinkaufsmanagerindex (PMI) für Deutschland verhalfen in der zweiten aufeinanderfolgenden Woche europäischen Aktienwerten zu weiterem Auftrieb. Während der Goldpreis um 2,9% fiel, stieg der Russell 2000 um 1,5% über die gleiche Zeitspanne, da dieser durch die weiteren Zeichen der amerikanischen Erholung profitieren.

Seitdem Kinder Morgan seine Konsolidierungspläne vor zwei Wochen vorgestellt hat, welche eine Umstrukturierung von bisherigen Partnerschaften in eine einzige Aktiengesellschaft vorsieht, hat sich der Preis der Aktie von Kinder Morgan Energy Partners LP und der El Paso Pipeline Partners LP sehr positiv entwickelt. Beide Werte erfuhren eine rasante Rallye von 27% und 23% in den letzten zwei Wochen. Da beide Werte im Solactive US Energy Infrastructure MLP Index TR vertreten sind, verhalf es diesem zu einem siebenprozentigem Anstieg im selbigen Zeitraum.

WÄHRUNGEN

Ausgang von Jackson Hole gibt den Ton für zukünftige Zinserhöhungen an. Der US Dollar wird aufgrund der robusten Erholung in den USA weiterhin stark erwartet. Während Yellen’s zurückhaltende Töne die letzten Kommentare des Treffens des FOMC wiederspiegeln, hat sie auch die entstandenen Probleme mit der Politik nach der großen Rezession hervorgehoben. Der USD konnte nach dem letzten Meeting des FOMC weiter an Wert zulegen und brach aus seiner jüngsten Handelsspanne auf über 103 JPY aus. Bis zur Veröffentlichung der Inflationsdaten in der nächsten Woche wird mit einem Handel über dieser Marke gerechnet. In der Zwischenzeit konnten enttäuschende Inflationsdaten innerhalb der Eurozone den Euro weiter schwächen, weil der anhaltende fehlende Preisdruck Erwartungen an weitere EZB-Aktionen hervorruft. Die erste Meinungsverschiedenheit innerhalb einer Abstimmung der Bank of England seit Mitte 2011 führte zu keiner nachhaltige Rallye des GBP, was Potential für weitere Preisschwäche darstellt. Während zwei Mitglieder des Monetary Policy Committees (MPC) in der letzten Sitzung für eine Zinserhöhung gestimmt hatten, dürften enttäuschende Daten für UK voraussichtlich zu weiterer GBP-Schwäche führen.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.