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ETF-Securities Marktbericht – KW 36/2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Angst über schwächelndes chinesisches Wirtschaftswachstum nimmt ab, Investoren bleiben jedoch weiter defensiv. Eine sich bessernde Wirtschaftsstimmung sorgte für entsprechende Erholung in den Kursen von zyklischen Rohstoffen, mit Ausnahme des Agrarrohstoffsektors. Trotz optimistischer Wirtschaftstätigkeit in den USA, mit einem sich weiter bessernden Arbeitsmarkt und einem insgesamt robusten Konjunkturbericht, behielten Investoren weiterhin eine relativ defensive Haltung, sodass Gold (A0N62G) die größten Zuflüsse im Rohstoffsektor verbuchen konnte. „Wir erwarten, dass der vorherrschende Optimismus über das globale Wachstum die Befürchtungen über eine Verlangsamung des chinesischen Wachstums in den Schatten stellen wird, woraufhin Rohstoffmärkte profitieren dürften, selbst angesichts eines steigenden US-Dollars, wie wir es vergangene Woche gesehen haben, meint Bernhard Wenger, Executive Director – Head of European Distribution von ETF Securities.

Rohstoffe

Die generelle Marktunsicherheit der vergangenen Wochen hat zu konstanten Mittelzuflüssen in Gold ETPs geführt, und dass nun die dritte Woche in Folge. Ein Treffen der G20 zu den anhaltend volatilen chinesischen Aktienmärkten hat keinerlei konstruktive Details zustande gebracht. Die dazu potenziell noch für dieses Jahr angesetzte Erhöhung der Zinsen in den USA lässt Investoren vorsichtig agieren und bescherten Gold und Silber ETPs (A0N62F) solide Mittelzuflüsse. So sammelten Gold ETPS knapp 265 Mio. USD in den vergangenen 3 Wochen ein, während das verwaltete Vermögen in Silber in einer Woche alleine um 7,9 Mio. USD stieg. „Die Angst einer weiteren EUR Abwertung veranlasste sicherlich einige Investoren in Gold zu investieren, um dem Kaufkraftverlust entgegen zu steuern, so stieg Gold in EUR bewertet dieses Jahr um 3 Prozent“, Wenger.

Öl ETPs erfuhren zum ersten Mal seit 9 Wochen Mittelabflüsse. Der Ölpreis Anstieg der letzten Tage hat vermutlich viele Investoren dazu veranlasst, Gewinne mitzunehmen. „In Anbetracht der Tatsache, dass die bis an den Rand gefüllten Lagerstätten 20 Prozent über den 5-Jahres-Lagerungs-Durchschnitt liegen, vermuten wir, dass der Ölpreisanstieg nur von kurzer Dauer sein wird“, so Wenger. So verzeichneten Öl ETPs Abflüsse in Höhe von 45,9 Mio. USD, allen voran dabei WTI ETPs (A0KRJX). ETFs Daily Short WTI Crude Oil (A0V9XY) dagegen erfuhr Zuflüsse in Höhe von 6,9 Mio. USD, so scheinen viele Investoren auch der Meinung zu sein, dass der Rohölpreis weiter fallen wird.

ETFS Short Copper (SCOP) mit größten Mittelabflüssen in 17 Wochen. Investoren trennten sich von 5,8 Mio. USD SCOP ETPs (A0KRJU) und wechselten auf die Long Seite, wo es zu Zuflüssen in Höhe von 3,3 Mio. USD kam. „Es scheint zu einer Trendwende in der bisher überaus negativen Marktstimmung gegenüber Industriemetallen zu kommen, die bisweilen stark unter dieser gelitten haben“, berichtet Wenger. In ETFS Aluminium (A0KRJS) kam es nun in der Vorwoche zu 7,7 Mio. USD Nettomittelzuflüssen, nachdem Lagerbestände ein 6-Jahres Tief erreicht hatten.

Aktien

Weltweiter Abverkauf von Aktien hält aufgrund schwacher PMI und US-Arbeitsmarktdaten weiter an. Die Einkaufmanagerindex Daten aus Frankreich enttäuschten Anleger, wohingegen PMI Daten aus Deutschland zu einer Erholung im Dax in der zweiten Wochenhälfte führten. Der Dienstleistungssektor in Großbritannien wuchs so langsam wie seit zwei Jahren nicht mehr, woraufhin der FTSE100 unter Druck geriet. Ein gemischtes Bild ergaben die Arbeitsmarktdaten aus den USA, wo zwar weniger als erwartet neue Arbeitsplätze geschaffen wurden, die Arbeitslosenrate jedoch überraschenderweise zurückging. Die Aktienmarktvolatilität war entsprechend hoch und die amerikanischen Nebenwerte fielen um 0,7 Prozent. Chinesische Aktien reagierten positiv auf die Zinssenkung der Vorwoche; jedoch hinterlassen anhaltende Eingriffe in die Märkte seitens der Regierung einen schalen Beigeschmack über die Nachhaltigkeit dieser Gewinne.

Währungen

USD nach Arbeitsmarktdaten wieder erstarkt. Die Währungen Rohstoff exportierender Länder wurden am stärksten von der Dollar-Stärke betroffen. Zwar nahmen die neu geschaffenen Arbeitsstellen weniger als erwartet zu, jedoch stieg das durchschnittliche Lohnniveau pro Stunde auf seinen Höchsttand seit März und die Arbeitslosenrate fiel auf den niedrigsten Stand seit April 2008 (was von der FED als Vollbeschäftigung angesehen wird). Der Euro (A1EK0V) fiel im Zuge des EZB-Meetings, da aus diesem die Möglichkeit für weitere Lockerungsmaßnahmen hervor ging. Nachdem die Riksbank den Reposatz bei 0,35 Prozent unverändert hielt, stieg die Schwedische Krone gegenüber dem Euro auf ein Sechs-Wochenhoch. Enttäuschende Wachstumsdaten für das zweite Quartal, sowie ein unerwarteter Rückgang in Einzelhandelsumsätzen drückten den Australischen Dollar (A1EK0P) auf ein Sechsjahres-Tief.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.