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ETF-Securities Marktbericht – KW 36

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Auch in der letzten Woche stand die Absicherung vor geopolitischen Risiken im Fokus. Vor allem Palladium und Goldminenfirmen profitieren von dem eskalierenden Konflikt in der Ukraine. Da Russland sich zunehmend eskalierend gibt und die ukrainische Souveränität in Frage stellt, hat die UN westliche Staaten zum Einschreiten aufgefordert.
In dieser Woche wird der Fokus wahrscheinlich auf Zentralbankenpolitik liegen, nachdem die zurückhaltenderen Töne den USD jüngst unterstützten.

Rohstoffe

Arabica Kaffee steigt aufgrund schwacher Ernteerwartungen für 2015/2016. Die Ängste, dass die diesjährige Dürre Anfang dieses Jahres sich auch auf die Produktion im nächsten Jahr auswirken könnte, haben dem Arabica Kaffeepreises zu einem sprunghaften Anstieg von 5,5% in der letzten Woche verholfen.
Da der Ukrainekonflikt eskaliert, hat der Preis für Palladium in der letzten Woche 2,4% dazugewonnen und wird nun bei über $ 900 per Unze gehandelt. Russland ist mit 42% der weltweitgrößte Produzent von Palladium. Sollten weitere Handelssanktionen gegen das Land verhängt werden, könnte das erhebliche Angebotsschwierigkeiten des Metalls nach sich ziehen. In der letzten Woche wurden allerdings Gewinnmitnahmen aus Palladium verbucht, was zu Abflüssen von
$3,7 Millionen geführt hat.
Auch wenn Palladium von geopolitischen Risiken profitieren dürfte, ist die schlechtere Performance von Platin nicht gerechtfertigt. Wir erwarten deswegen, dass sich die Preisdifferenz in den kommenden Wochen wieder ausweiten wird.
Mit einem Verlust von 2,1% hat Zinn am schlechtesten unter den Metallen in der letzten Woche abgeschnitten. Das entsprechende Forschungsinstitut für Zinn hat angekündigt, dass es aufgrund gestiegener Produktion in 2014 nicht länger ein Angebotsdefizit auf dem Zinnmarkt erwartet.

Die oben erwähnten geopolitischen Risiken haben in der 7. aufeinanderfolgenden Woche hohe Zuflüsse in Gold und Öl-ETPs beschert.
Ebenso sah Kupfer einen Zufluss von insgesamt $6,9 Millionen, weil sich das amerikanische Wachstum weiter beschleunigt.
Investoren nutzen eine Preiskorrektur im Sojabohnenmarkt (4-Jahrestief) dazu, ihre Positionen wieder aufzubauen. Nach nunmehr 18% Korrektur seit Jahresbeginn kam es zu den höchsten Zuflüssen im Mai.

Aktien

Vor dem Meeting der EZB legen europäische Aktien weiter zu.
In der letzten Woche sind europäische Aktienbenchmarks zum dritten Mal in Folge gestiegen, weil Investoren sich vom Treffen der EZB in dieser Woche eine erneute Ankündigung von weiteren Maßnahmen erwarten. Diese Erwartungshaltung folgte der gemäßigten Rede von Draghi in Jackson Hole.
Die amerikanischen Aktien haben trotz des unerwarteten starken BIP-Wachstums von 4,2% in Q2 die Handelswoche unverändert beendet. Die starken BIP Daten heben allerdings das schnelle Tempo der wirtschaftlichen Erholung hervor.
In der Zwischenzeit ist der Goldpreis auf knapp $1300 per Unze gestiegen, da die Spannungen in der Ukraine wiederaufleben. Dies verhalf dem DAXglobal Gold Miners Index zu 1,1% im selben Zeitraum. Unserer Meinung zufolge wird die Preisdynamik von Gold weiter anhalten, sofern Russland die ukrainische Souveränität weiter in Frage stellen wird.

Währungen

Der US Dollar bleibt nach der gemäßigten Rhetorik der Zentralbanken stark.
Von den kommenden Treffen in dieser Woche von der europäischen Zentralbank, der Bank of England, der Bank of Japan und der Zentralbank von Australien, werden weiterhin gemäßigte Töne seitens der Entscheidungsträger erwartet. Die Hauptaussage wird weiterhin die Bekämpfung einer potentiell aufkeimenden deflationären Bedrohung sein. Wir erwarten keine weiteren Maßnahmen an dieser Stelle, sondern dass die Zentralbanken im abwartenden Zustand verbleiben. Während neue Refinanzierungsmaßnahmen (TLTRO) der EZB erst im September in Kraft treten, wird sich Präsident Draghi weiter für eine Unterstützung der Wirtschaft aussprechen, was den Euro weiter belasten wird.
Deflation ist sowohl in Europa, wie auch Japan das Hauptproblem. Aber während eine weitere Yen-Schwäche wahrscheinlich ist, wird Governor Kuroda nach Beweisen für ein Lohnwachstum suchen, bevor zusätzliche Konjunkturpakete verabschiedet werden. Der Arbeitsmarkt bleibt weiter im Hauptfokus der Entscheidungsträger. Hier erwarten wir einen starken Anstieg an Arbeitsplätzen außerhalb der Landwirtschaft in den USA, was ein Erholen der Wirtschaft bestätigen würde. Weitere Gewinne des US Dollars sind daher wahrscheinlich.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.