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ETF-Securities Marktbericht – KW 37/2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Die Ruhe vor dem FED Sturm

Die US-Notenbank FED wird diese Woche in ihrer geplanten Sitzung erneut die Möglichkeit haben, die Leitzinsen zu heben oder aber auf gleichem Niveau zu belassen. Wir glauben nicht daran, dass sich die FED diese Woche zu einer Anhebung entscheiden wird, vor allem wegen der schwachen Wirtschaftsdaten Chinas und Europas und der anhaltenden Volatilität der Kapitalmärkte. Das letzte Mal wurden 2006 die Zinsen erhöht, eine Entscheidung also, die wohlüberlegt sein will. Aus diesen Gründen wird die FED dazu angehalten sein, Vorsicht walten zu lassen um die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Inflation weiterhin prüfen zu können. Sollten die Zinsen jedoch wider erwarten doch angehoben werden, wird sich das sicherlich negativ auf den Gold Preis auswirken.

Rohstoffe

Öl ETPs verzeichnen erneut Mittelzuflüsse. Nach einer Woche Pause haben ÖL ETPs wieder Zuflüsse in Höhe von 12,5 Mio. USD gesehen. Vor allem auf WTI ETPs (WKN: A0KRJX) hatten es Schnäppchenjäger abgesehen. Aufgrund hoher Lagerdaten fiel der Preis von WTI letzte Woche erneut. Die Internationale Energiebehörde hat in ihrem Bericht jedoch darauf hingewiesen, dass das Angebot von Seitens nicht OECD Ländern auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten fallen wird. Bis zu 0,5 Mio. Barrel werden so vom Markt genommen werden, vor allem Russland, der Nordsee und den USA ist dieser Rückgang zu verdanken. Die aktuellen niedrigen Preise haben die Nachfrage angekurbelt und es liegt an der OPEC, darauf zu reagieren. Deren Kapazität ist jedoch fast ausgelastet, und so bleibt die Lage für einen eventuellen Angebotsschock angespannt.

Zuflüsse in Agrarprodukte vor dem Report der WASDE (World Agricultural Supply and Demand Estimate Report). Die Aufzeichnungen des sich anbahnenden El Nino deuten auf den schlimmsten seit 1997 hin, es wird vermutet, dass es der extremste seit Menschengedenken werden könnte. Investoren zeigen daher verstärkt Interesse an Agrargütern, Weizen und Mais (WKNs: A0KRJ9, A0KRJV) sahen Zuflüsse von 4,3 Mio. USD und 1,1 Mio. USD vor Herausgabe des WASDE Report. Die Weizenernte in den USA ist zu Ende, die australische Erntezeit ist jedoch noch im vollen Gange und könnte von dem El Nino noch beeinflusst werden. Mais befindet sich gerade in einem empfindlichen Wachstumszustand, eine Dürreperiode würde sich in diesem Stadium stark negativ bemerkbar machen. Am 15. September wird CONAB, die brasilianische Behörde für Agrarprodukte, die voraussichtlichen Erntezahlen für Kaffee herausgeben. Das sollte den anhaltenden Spekulationen über die Höhe der Ernte, die durch sehr volatiles Wetter beeinflusst wurde, ein Ende bereiten. Wir glauben, dass die Ernte relativ normal ausfallen wird, wobei die Qualität der Bohnen gelitten haben sollte. Kaffee ETPs (WKN: A0KRJT) verzeichneten Zuflüsse in Höhe von 2 Mio. USD.

Industriemetalle steigen, lösen Gewinnmitnahmen aus.Nickel, Kupfer und Palladium (WKNs: A0KRJ4, A0KRJU, A0N62E) stiegen um 4,4, 2,9 und 1,0 Prozent und haben somit die Verluste von vor 2 Wochen wieder aufgeholt. Die Befürchtung, dass China weit weniger Industriemetalle als geplant nachfragen würde, erwies sich als überholt. So zogen Investoren Volumina in Höhe von 1,1 Mio. USD, 6,7 Mio. USD und 6,5 Mio. USD respektive ab.

Aktien

Dank kurzer Handelswoche relative Stabilität auf den Weltmärkten. Durch die Feiertage Labor Day und Victory Day in den USA und China fielen viele Marktteilnehmer aus. Der US Volatilitäts Index S&P 500 fiel etwas, markierte jedoch noch immer über seiner historischen Trendmarke, während der S&P 500 und der Russell 2000 Index die Woche leicht im Plus endeten. Der chinesische Aktienindex MSCI China A-Shares gab alle seine Gewinne aufgrund schlechter als erwarteter Industrieproduktionszahlen wieder ab. Europäische Aktienmärkte notierten niedriger, obwohl BIP Wachstumszahlen nach oben revidiert wurden, was auf eine erhöhte Wirtschaftsaktivität schließen lässt. Die offene FED Entscheidung und generelle negative Marktstimmung färbten jedoch auf die europäischen Märkte ab.

Währungen

Zentralbanken weiterhin Preistreiber für Währungen. Der Neuseelländische Dollar (NZD) fiel im Wert, als die Neuseeländische Zentralbank eine Senkung ihrer Zinsraten ankündigte. Diese Woche wird der Währungsmarkt von der FED Entscheidung dominiert werden. Die Mehrheit der Marktteilnehmer geht anscheinend von einer Anhebung der Zinsen noch diese Woche aus, der Futures Markt indiziert eine Anhebung im Dezember. Dezember ist allerdings ein Monat mit geringerer Liquidität, deswegen lässt auch dieses Datum einige Fragzeichen offen. Das Problem der FED sind gute Inlandsdaten, die aber von schlechteren ausländischen Konjunkturdaten beeinflusst werden können. Die Schweizerische und Japanische Nationalbank halten deren geldpolitische Treffen diese Woche ab. Als „Sichere Hafen“ Währungen werden sie ihre Meinungen über das aktuelle Marktumfeld wider geben. Wir glauben, dass CHF und JPY abwerten werden.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.