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ETF-Securities Marktbericht – KW 37

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Durch die Fortschritte zu einer Beendigung des Konflikts in der Ukraine und den überraschend positiven Daten des chinesischen Einkaufsmanagerindex (PMI) hat sich die Investorenstimmung verbessert und unterstützend auf Industriemetalle und China A Aktien ausgewirkt. Während geopolitische Risiken nach zu lassen scheinen, bleibt die Ungewissheit über die Erholung der Eurozone und den Ausgang des schottischen Referendums weiterhin groß. Beides wirkt sich dementsprechend belastend auf den Euro und das britische Pfund aus.

Rohstoffe

Nickel steigt um 4% nach Exportverbots-Berichten aus den Philippinen.
Nickel kann mit seinem 40-prozentigem Anstieg seit Jahresbeginn die beste Performance unter den Industriemetallen aufweisen. Nach Berichten über einen Exportbann aus Indonesien (größter Nickelproduzent der Welt) wurde diese Preisentwicklung weiter getrieben. Bis jetzt hat China die in der Nickel-Roheisen Industrie notwendigen Bauxite aus den Philippinen bezogen. Sollten die Gerüchte eines Exportverbots in den Philippinen jedoch bestätigt werden, würden 45% des Nickelangebots vom Markt genommen werden. Zink konnte sich wie in den vergangenen Monaten festigen und auch in der letzten Woche kräftig zulegen. Aufgrund geplanter Minenschließungen und einer starken Nachfrage nach verzinktem Stahl aus China wird für das Metall ein Defizit im zweiten Jahr in Folge erwartet.
Weizen und Korn verlieren weiter an Wert, mit 7,3% und 6,2%. Die Erklärung hierfür dürfte in den reichen Ernteerwartungen liegen.
Da die Preise auf einem Jahrestief sind und es in einigen Teilen der USA Frostbedenken hinsichtlich der diesjährigen Ernte gibt, könnten sich die Preise in den nächsten Wochen erholen und ihre Verluste wett machen.

Aktien

Schub für europäische Aktien nach unerwarteter Zinssenkung der EZB
Nach der Ankündigung der EZB über neue Konjunkturpakete für die Eurozone, sahen sich europäische Aktienbenchmarks in der letzten Woche deutlich im Plus. Durch die wieder auflebende gute Stimmung am Aktienmarkt konnte die höchste wöchentliche Veränderung seit Dezember letzten Jahres verzeichnet werden. Gehebelte europäische Indizes konnten im Durchschnitt um 6,1% zulegen.
Die Ungewissheit über den Ausgang des schottischen Referendums über eine Abspaltung Schottlands von Grossbritannien hat britische Aktien unter Druck gebracht. Ein starker Abwärtsdruck ist wahrscheinlich, wenn Umfragen die Befürworter einer Unabhängigkeit weiter in der Oberhand sehen. Die derzeitige Stärke des USD, welche durch das Treffen der EZB beeinflusst wurde, hat Verluste im Goldpreis und des DAXglobal Gold Miners Index von 1,6% und 4,7% verursacht. In der Zwischenzeit hatten die besser als erwarteten Daten des Einkaufmanagerindex aus China dem MSCI China A Index zu einem Auftrieb verholfen. Die Preisdynamik wird wahrscheinlich anhalten, sollte sich Chinas Wirtschaft weiter erholen.

Währungen

Nach Umfragen zur schottischen Unabhängigkeit stürzt das britische Pfund.
Das Pfund erreicht sein 10-Monatstief nachdem Umfragen die schottischen Befürworter einer Unabhängigkeit in Führung sahen. Die Wahl über eine Unabhängigkeit Schottlands wird in zwei Wochen stattfinden. Das Pfund wird wegen der gestiegenen Volatilität wahrscheinlich kurzfristig weiter unter Druck geraten. Investoren werden wohl daher die Umfragen bis zum 18. September sehr genau verfolgen.
Der Euro fiel auf sein größtes Tief seit 14 Monaten nach den getrübten Inflationsaussichten und dem Dahinschwinden der wirtschaftlichen Dynamik. Die EZB überraschte den Markt mit weiteren unterstützenden Maßnahmen, wie der Senkung des Leitzinssatzes um weitere 0,10%, dem Programm zum Ankauf gedeckter Schuldverschreibungen sowie ein Asset-backed Security Programm, was eine Belebung der Kreditflüsse zur Realwirtschaft zur Folge haben soll.
Trotz der enttäuschenden Arbeitsmarktdaten aus den USA erwarten wir einen stärkeren USD. Steigendes Wachstum in den USA wird die Zinssatzunterschiede im Sinne der USA vergrößern und den USD unterstützen.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.