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ETF-Securities Marktbericht – KW 38/2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Rohstoffe

Investoren suchen Gold in Zeiten der Unsicherheit auf. Im Vorfeld der Fed Sitzung am vergangenen Donnerstag verbuchten Gold-ETPs vergangene Woche bereits Mittelzuflüsse von 40,9 Mio. USD. Obwohl man allgemein an den Futures-Märkten von einem unveränderten Zinsniveau ausging, so waren Ökonomen vor der Zinsentscheidung geteilter Meinung. Gold stieg am Freitag um 2,15 Prozent, während der US-Dollar um 0,6 Prozent nach der Entscheidung der FOMC nachgab. Eine lockerere Geldpolitik wirkt sich abwertend auf eine Währung aus, während Gold als sichere und defensive Anlageklasse profitieren kann. Seit Mitte August wurden beinahe jede Woche neue Mittelzuflüsse in Gold-ETPs (A0KRJZ) verbucht. Seitdem der Goldpreis zum ersten Mal unter die 1.100 USD Marke fiel, nutzen Investoren dies für einen relativ günstigen Einstiegszeitpunkt. Vergangene Woche wurden die höchsten Mittelzuflüsse in Gold-ETPs (A0LP78) in vier Wochen verbucht und viele Investoren profitierten von einem Plus von über 3 Prozent in nur zwei Tagen. „Sollte das aktuelle Momentum in Gold weiter an Fahrt gewinnen, so rechnen wir mit weiteren Mittelzuflüssen in die als sicherer Hafen bekannte Anlageklasse“, mein Bernhard Wenger, Executive Director – Head of European Distribution von ETF Securities.

Investoren bevorzugen breitere Rohstoffkörbe. Vergangene Woche wurden Nettomittelzuflüsse in breit gestreute Edelmetall-, Industriemetall- und Energie-ETPs verbucht. „Viele Investoren erkennen die Vorteile der Diversifikation, indem sie breit gestreute Rohstoffkörbe zu ihrem Portfolio hinzufügen, denn diese weisen eine geringe Korrelation zu anderen Anlageklassen auf“, berichtet Wenger. Der Effekt einer Diversifikation ist über einen Rohstoffkorb größer als mit einem Einzelrohstoff. Breit gestreute Energie-ETPs (A1CXBV) verzeichneten ihren bisher größten Nettomittelzufluss von 25,2 Mio. USD. Investoren nutzten die günstigen Einstiegsmöglichkeiten am Energiemarkt. Seit der Ölpreis (A0KRJX) zu Beginn des Jahres unter 50 USD / Barrel fiel, verbuchten Energie-ETPs (A0KRKD) Nettomittelzuflüsse von insgesamt 117 Mrd. USD. ETPs auf Industriemetall- und Edelmetallkörbe (A0KRKK)verbuchten Mittelzuflüsse von jeweils 14,3 Mio. USD und 9,8 Mio. USD, was auf einen möglichen Wendepunkt in der Marktstimmung bisherigen Abflüssen in diesem Jahr hindeutet.

Nettomittelzuflüsse in Short Kupfer-ETPs. Nach einer kurzen Erholung verzeichneten jedoch die meisten Industriemetalle vergangene Woche Verluste, welche jedoch von vorherigen Gewinnen teilweise kompensiert wurden. Zink (A0KRKA) und Nickel (A0KRJ4) bildeten das Schlusslicht mit einem Preisrückgang von 5,5 und 4,4 Prozent. Ein schweres Erdbeben in Chile sorgte in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag dafür, dass der Kupferpreis (A0KRJU) kurzfristig über 5.400 USD / Tonne steigen. Da es sich nur um vorübergehende Kursgewinne handelt, entschieden sich ETP Investoren 8,1 Mio. USD in ETFS Short Kupfer (SCOP) zu investieren, die größten Mittelzuflüsse seit März 2014.

Aktien

Eine taubenhafte Fed überrascht die Märkte. Obwohl die Futures-Märkte es bereits vorweggenommen hatten, dass die Fed ihren Leitzins nicht anheben wird, überraschte jedoch das Federal Open Market Committee (FOMC), zu deutsch Offenmarktausschuss, die Märkte, in welchem Ausmaß sie die globalen Risiken betonten. „Im Mittelpunkt steht eine mögliche Ansteckungsgefahr durch China, was zu Verwerfungen am Markt führen könnte, sofern diese nicht in Chinas Reformplan, welcher für ein stabiles Wirtschaftswachstum entwickelt wurde, diskutiert werden“, so Wenger. Chinesische Aktien gaben vergangene Woche um weitere 4,1 Prozent nach. Obwohl die Fed ihre Arbeitsmarktprognose verbessert hat, wurden Inflationsziele und Wachstumszahlen für 2016 nach unten korrigiert. An den US-Futures-Märkten wird die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Dezember auf unter 50 Prozent gehandelt.

Währungen

US-Dollar baut Verluste aufgrund von globalen Wachstumssorgen der Fed weiter aus. Der US-Dollar fiel gegenüber den meisten Währungen, nachdem die FOMC den Leitzins unverändert lies und dies mit der niedrigen Inflation sowie den Auswirkungen der globalen Risiken auf die Wirtschaftsaktivitäten begründete. „Der Euro bleibt im Zuge der US-Dollar Schwäche stark und wird durch den Wahlsieg für Syriza in Griechenland unterstützt, was die Wahrscheinlichkeit für die Umsetzung neuer Sparmaßnahmen erhöht“, sagt Wenger. Ein Anstieg der Löhne in Großbritannien um 2,9 Prozent, der größte Zuwachs seit sechs Jahren, sorgt in Verbindung mit falkenhaften Anmerkungen von BoE Gouverneur Carney für Unterstützung im GBP. Der Kanadische Dollar leidet weiterhin unter den schwachen Ölpreisen, trotz der wie erwarteten Verbraucherpreisindex (VPI) Lesung. Das taubenhaften Verhalten der FOMC sowie das weltweit risikoscheue Anlegerverhalten erhöhen die Nachfrage für Yen als sicheren Hafen.

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.