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ETF-Securities Marktbericht – KW 38

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Vor dem Hintergrund des unsicheren Ausgangs des schottischen Referendums und des Treffens der FED in dieser Woche, sind Investoren aktuell eher zurückhaltend. Zyklische Rohstoffe und europäische Aktien fielen dementsprechend in der vergangenen Woche. Unterdessen könnten die von der EU neu verabschiedeten Sanktionen gegen Russland wahrscheinlich das zuletzt risikoscheue Verhalten der Investoren noch verstärken. Ebenfalls beeinflussten die schwächer als erwarteten Daten aus China die weltweite Stimmung. Der MSCI China A Index hingegen scheint diese News ignoriert zu haben und konnte in der vergangenen Woche Gewinne verbuchen.

Rohstoffe

Günstiges Preisniveau für Öl und Gold verstärken Zuflüsse: Der Gold- und Ölpreis ist in den vergangenen Wochen gefallen, da nach dem vereinbarten Waffenstillstand in der Ukraine die geopolitischen Risiken zurückgingen. Da sowohl Brent als auch WTI unter der Marke von $100/bbl gehandelt werden, scheinen Investoren die günstigen Preise besonders für einen Einstieg auszunutzen. Die hat bereits zu 7,4 Millionen US-Dollar Zuflüssen in Long-Positionierungen geführt. Diese Bewegungen werden von der Prognose der US Energy Information Agency (EIA) unterstützt, welche ein Angebotsdefizit für die zweite Jahreshälfte vorhersagt und mit der Einschätzung der OPEC, die mit einem weltweiten Nachfrageanstieg in den verbleibenden Monaten rechnet. Wir denken, dass die OPEC die Ölproduktion zurückfahren wird, wenn die Nachfrage weiterhin schwach bleiben sollte. Das wird sich unterstützend auf den Ölpreis auswirken. Sollte sich keine Trendwende der aktuellen Nachfrage ergeben, denken wir, dass die OPEC ihre derzeitige Produktion von 30mb/d kürzen wird.

Trotz des schwachen Goldpreises haben Investoren ihre Anlagen in den letzten Monaten gehalten. Die täglichen Daten hingegen weisen darauf hin, dass einige Investoren die Geduld mit dem Goldpreis in den letzten Tagen verloren haben. Die aktuelle relativ stabile geopolitische Situation könnte die Ausdauer mancher Investoren weiter auf die Probe stellen.

Long-ETPs für Weizen haben in der 17. aufeinanderfolgenden Woche Zuflüsse verzeichnen können, weil Investoren auf einen optimistischeren Bericht der USDA hofften. Nach der Überproduktion und Anhäufung von Lagerbeständen, hofften Investoren auf stabilisierende Informationen. Der Bericht am letzten Donnerstag war aber enttäuschend. Der Weizenpreis fiel allein in der letzten Woche um 4,2% und wird nun auf dem niedrigsten Niveau seit 2010 gehandelt. Aufgrund des günstigen Niveaus wird mit weiteren Einstiegen von Investoren gerechnet.

Auch die Industriemetalle mussten in der letzten Woche Abflüsse verzeichnen. Bedenken über die chinesische Nachfrage und des Angebotsüberschüssen sind für die höchste kumulierte Serie von Abflüssen verantwortlich. Trotz alledem konnte China aber eine gestiegene Kreditvergabe berichten, was die Nachfrage für rohstoffintensive Vorhaben wie den Häuserbau oder Infrastrukturvorhaben zur Folge haben könnte. In der gleichen Zeit hat sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Philippinen dem Beispiel des indonesischen Exportverbots für Erz folgen würden, verringert. Die Aufschläge für ein solches Metall haben sich daher vermindert.

Nach den massiven Gewinnen der letzten Monate erlitt der Kaffeepreis nun eine Preiskorrektur von 8,4%. Da sich die brasilianische Kaffeeerntezeit dem Ende nähert und Spekulanten eine negative Auswirkung der diesjährigen Dürre vermuten, wurden die Preise nun volatiler.

Aktien

Russische Sanktionen und schottisches Referendum verunsichern Investoren – Europäische Aktien geben nach: Neben den Bedenken über die Auswirkungen von geopolitischen Risiken auf das Wachstum, hat sich nun die Unsicherheit des möglichen Ergebnisses des schottischen Referendums auf die Stimmung der Investoren niedergeschlagen. Nachdem die Befürworter der Unabhängigkeit in den letzten Wochen scheinbar weiter aufgeholt haben, scheint sich nun wiederum eine Trendwende abzuzeichnen, da die „Better Together“- Kampagne Ihre Wirkung zu entfalten scheint. Trotzdem belastet die Unsicherheit vor der Abstimmung am Donnerstag die europäischen Aktien. Der FTSE 100 Index schloss in der vergangenen Woche mit einem Verlust von 0,70%, was das letzte Mal im August der Fall war. Der EURO STOXX 50Investable Volatility Index konnte um 8,2% zulegen. Dies war der größte Gewinn innerhalb einer Woche im letzten Jahr. In der Zwischenzeit schien der MSCI China A Index die schwächeren wirtschaftlichen Daten aus China zu ignorieren und verzeichnete in der letzten Woche einen Gewinn von 1%.

Währungen

Rohstoffwährungen nach gestiegener Devisenvolatilität unter Druck: Während die gestiegene Volatilität den USD unterstützt hat, wirkte sich diese auf Rohstoffwährungen negativ aus. Das Hauptrisiko, der eine weitere USD-Stärke verhindern könnte, wäre ein gemäßigter Ton der FED aufgrund der zuletzt schwächer als erwarteten Arbeitsmarktdaten. Da die schottische Abstimmung einem Kopf an Kopf Rennen gleicht, wird das britische Pfund weiterhin im Fokus bleiben. Nach einer Abstimmung über den Verbleib Schottlands im Vereinigten Königreich rechnen wir mit einer kurzfristigen Erholung des britischen Pfundes. Dies wäre eine Möglichkeit, um gleichzeitig in der Rallye verkaufen zu können und bärisch dem Pfund gegenüber dem USD zu bleiben. In dieser Woche wird auch das Ausmaß der Konjunkturmaßnahmen (TLTRO) der EZB bekannt gegeben. Die EZB ist weiterhin darauf aus die wirtschaftliche Erholung der Eurozone stärker zu unterstützen, was zu weitere Euro-Schwäche beitragen wird.

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.