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ETF-Securities Marktbericht – KW 39/2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Rohstoffe

Kurzfristige Gold-Rallye erhöht die Nachfrage nach Gold-ETPs. Vergangene Woche wurden 16,6 Mio. USD an Nettomittelzuflüsse in Gold ETPs (A0N62G) investiert, als Gold um 3,3 Prozent zulegte und am Donnerstag bei 1.154,50 USD / Unze aus dem Handel ging. US-Notenbankchefin Janet Yellen stoppte die Rallye jedoch, als sie am späten Donnerstagabend die Möglichkeit eines Zinsanstiegs in den USA bis Jahresende bestärkte. Mit dieser Ankündigung stieg der US-Dollar und Gold fiel auf 1.146,20 USD / Unze zurück. „Bis zur nächsten FED Sitzung im Oktober dürfte der Goldpreis weiter sehr volatil bleiben“, meint Bernhard Wenger, Executive Director – Head of European Distribution von ETF Securities.

Wachsendes Interesse an Energie ETPs. Energie ETPs (A0KRKD) verbuchten 7 Mio. USD Mittelzuflüsse, hauptsächlich in ETFS Energy und Erdgas ETPs. „Zu dieser Jahreszeit dreht sich die Erdgas Futures-Kurve typischerweise aus der Backwardation in Contango, da ein Auffüllen der Lager zwischen April und Oktober nun zu Ende geht und sich die Nachfrage in den USA für Heizen erhöht und damit die Nachfrage nach Erdgas vor der Wintersaison unterstützt“, berichtet Wenger. Die US-Energy Information Administration (EIA) prognostiziert einen Erdgaspreis bei durchschnittlich 2,84 USD / MMBtu (= Million British therminal Units.) für 2015, der YTD-Durchschnitt liegt derzeit bei 2,77 USD / MMBtu. Anleger dürften von einer Long-Position profitieren. Öl-ETPs verzeichneten in der vergangenen Woche Mittelabflüsse, hauptsächlich Gewinnmitnahmen aus WTI-ETPs. WTI-Öl (A0KRJX) konnte sich seit dem Tief im August um 17,4 Prozent erholen, was nun zu Mittelabflüssen in den vergangenen drei Wochen führte.

Beständige Mittelzuflüsse in Short-Kupfer ETPs. Vergangene Woche wurden 4,5 Mio USD an Nettomittelzuflüsse in ETFS Short Copper (SCOP) verbucht. „Seit zwei Wochen erhöhen sich die Mittelzuflüsse in Short Kupfer, da Anleger einen bärischen Standpunkt für das Metall einnehmen; sie knüpfen damit an die schwächer als erwarteten PMI-Daten aus China an“, meint Wenger. Nettopositionen in Kupferkontrakten, die an der LME und COMEX gelistet sind, deuten auf eine sich drehende Marktstimmung hin. Chinas offizieller Einkaufsmanagerindex sollte diese Woche für mehr Klarheit sorgen.

Abverkauf in Platin. Platin-ETPs (A0N62D) verbuchten 9,3 Mio. USD Mittelabflüsse, nachdem der Platinpreis den niedrigsten Stand seit 6 Jahren erreicht hat. Gefolgt von einer Rallye von über 8 Prozent, verbuchen Palladium ETPs (A0N62E) 1 Mio. USD an Mittelzuflüssen. Niedrigere Platinpreise könnten die wirtschaftliche Zukunft von Bergbauunternehmen weiter gefährden. „Bei durchschnittlichen Produktionskosten von 1,209 USD / Unze ist es schwierig, das aktuelle Produktionsniveau beizubehalten, daher sind Produktionskürzungen dieses Jahr nicht auszuschließen“, Wenger.

Aktien

Überraschend positive US-BIP Daten helfen den globalen Märkten aus der Verlustzone.
Ein erneuter Rückgang der chinesischen Fertigungsdaten auf ein 6 ½ Jahrestief und der Emissionsskandal von Volkswagen sorgten zu Beginn der Woche für einen heftigen Rückschlag an den Märkten. Starke US-BIP Daten in Verbindung mit positiven Kommentaren von Fed Präsidentin Yellen hinsichtlich eines wahrscheinlichen Zinsanstiegs in 2015, erhöhten jedoch die Risikobereitschaft der Anleger. Aktien konnten sich von ihren Verlusten zu Beginn der Woche wieder erholen. EZB-Präsident Mario Draghi bleibt unentschlossen, ob weitere quantitative Lockerungsmaßnahmen nach einem Anstieg der Beschäftigung in Europa für den 11. Monat in Folge in Verbindung mit stabilen PMI-Daten nötig sind. Investoren verhalten sich vor den Q3-Ergebnissen jedoch vorsichtig, nachdem Caterpillar 10.000 Arbeitsplätze streicht und von einer unsicheren globalen Konjunkturaussicht warnt.

Währungen

Dollar fester, starke US-BIP Daten unterstützen einen Zinsanstieg durch die FED in 2015.Falkenhafte Bemerkungen von FED Präsidentin Yellen deuten auf einen wahrscheinliche Zinsanstieg dieses Jahr hin, was dem US-Dollar vergangene Woche zu einem Plus von 0,92 Prozent verhalf. Ein Anstieg der Konsumentenausgaben half der US-Wirtschaft im zweiten Quartal schneller zu wachsen als erwartet (A1EK0V), was eine potentielle Zinswende befürwortet. Der Euro beendete die Woche, trotz der ausbleibenden taubenhaften Kommentare von EZB-Präsident Mario Draghi und einer Rallye aus den risikobehafteten Anlagen, niedriger. Die Norwegische Zentralbank senkte ihren Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr auf nun 0,75 Prozent. „Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass weitere Zinssenkungen folgen könnten, um die norwegische Wirtschaft, welche unter den fallenden Ölpreisen und der steigenden privaten Haushaltsverschuldung leidet, wieder zu anzukurbeln“, so Wenger. Der kanadische Dollar bewegt sich inzwischen auf einem 11-Jahrestief, nachdem die Unsicherheiten vor Kanadas hart umkämpften Wahlen, die nun weniger als einen Monat entfernt sind, zunehmen.


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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.