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ETF-Securities Marktbericht – KW 39

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Zyklische Anlagen kamen in der vergangenen Woche aufgrund von Wachstumsbedenken in China, einer möglichen Stagnation in Europa und Erwartungen einer Zinserhöhung in den USA unter Druck. Dies beeinflusste vor allem rohstoffabhängige Aktien und Nebenwerte negativ, wie auch eine Reihe von Rohstoffen die besonders stark auf Zins- und Wachstumsbewegungen reagieren. Besonders die zunehmende Erwartung einer Zinserhöhung in den USA im 1. Halbjahr 2015, sowie die verhaltenen Auswirkungen der jüngsten Konjunkturpakete der EZB und das enttäuschende chinesische Wachstum sorgten für Volatilität in den Märkten. Aus unserer Sicht werden die Konjunkturpakete der chinesischen Regierung dabei helfen, das Wirtschaftswachstum zum Ende des Jahres zu beleben. Ebenso sollte sich die anhaltende Erholung der amerikanischen Wirtschaft unterstützend auf das weltweite Wachstum auswirken. Die möglichen Zinserhöhungen in den USA und ein starker Dollar spiegeln die verbesserten Wirtschaftsdaten der USA wider, wovon zyklische Anlagen profitieren sollten. Angesichts der jahrelangen unterdurchschnittlichen Performance von Rohstoffen und der Tatsache, dass viele unterhalb der Produktionskosten gehandelt werden, denken wir, dass Rohstoffe vor einer möglichen Trendwende stehen könnten.

Rohstoffe

Starker Dollar, chinesische Wachstumsbedenken und verringerte weltweite Risiken belasten Rohstoffe. Zusätzlich zu den oben beschriebenen makroökonomischen Gegebenheiten haben sich die abnehmenden geopolitischen Risiken negativ auf die Performance von Rohstoffen ausgewirkt, was zu größeren Abflüssen in Rohstoff-ETPs in der vergangenen Woche geführt hat. Vor allem Edelmetalle, besonders Silber und Gold-ETPs, sahen mitunter die höchsten Abflüsse innerhalb eines Jahres. Gold schloss nur knapp über den von uns geschätzten Gesamtproduktionskosten und dem Unterstützungslevel von 1200 USD pro Unze. Wir sehen somit den aktuellen Goldpreis als einen sehr attraktiven Einstiegspunkt für langfristige Investoren. Die Preiskorrektur in Öl und Weizen und das daraus resultierende attraktive Preisniveau hingegen zieht vermehrt spekulative Investitionen an. So konnten die Öl-ETPs die 10. Woche in Folge Zuflüsse verbuchen, welche sich bei 192 Millionen USD in diesem Zeitraum befinden. Während die IEA die weltweite Öl-Nachfrage für 2014/2015 nach unten revidierte, wird die Nachfrage in Q3/Q4 2014 bis in 2015 hinein trotzdem stärker erwartet. Sollten die Ölnachfrage und –preise weiterhin gedrückt sein, wird erwartet dass die OPEC Produktionskürzungen für 2015 bekannt geben wird, was unserer Meinung nach den Preis für Brent und WTI über die Marke von 110 USD / bbl und 105 USD / bbl bringen könnte.
Aufgrund der gefallenen Preise für Weizen auf sein 4-Jahrestief, konnte Weizen auch in der 18. Woche in Folge Zuflüsse verzeichnen. Denn trotz der verkündeten Rekordproduktion der USDA in 2014, hoffen Investoren, dass die optimistischen Erwartungen nicht erfüllt werden können. Ein kleiner Wetterrückschlag oder auch Ausfuhrbeschränkungen könnten so eine neue Preisrallye verursachen. Aufgrund derzeitiger Befürchtungen, dass der Ebola-Virus sich noch weiter ausbreiten könnte, kletterte der Preis für Kakao auf ein 3-Jahres-Hoch. Das Virus könnte auch die Elfenbeinküste treffen, wo die größten Hersteller von Kakao angesiedelt sind. Dies scheint aber nur eine Frage der Zeit, bis das Virus das Land erreicht, da das angrenzende Liberia und Guinea bereits dadurch geplagt werden. Aus unserer Sicht sind die meisten Faktoren, die sich in den vergangenen Wochen negativ auf Rohstoffe ausgewirkt haben, lediglich von vorübergehender Natur, wodurch sich interessante und attraktive Möglichkeiten für mittel- bis langfristige Investoren darstellt.

Aktien

Aktienmärkte nahe Allzeithochs. Mit Ausnahme des deutschen Aktienmarktes beendeten europäische Aktienbenchmarks die vergangene Woche unverändert. Der EURO STOXX 50 Investable Volatility Index fiel um 7,8 Prozent und ist wieder in der Nähe seines Allzeittiefs. Die besser als erwartete ZEW-Umfrage unterstützte den DAX, wobei der positive Entscheid der Schotten über ihren Verbleib im Vereinigten Königreich wahrscheinlich britischen Aktien diese Woche unterstützen dürfte. Unterdessen weißt die Underperformance des Russell 2000 Index (beinhaltet Nebenwerte aus den USA) gegenüber dem S&P 500 darauf hin, dass Anleger weiterhin Blue-Chip-Aktien den risikoreicheren Nebenwerten vorziehen.

Währungen

Weiterhin starker US Dollar, da die FED Anzeichen der Geldpolitischen Normalisierung signalisiert.
Die FED hat bereits den ersten Schritt in Richtung Zinserhöhung gemacht, indem sie andeutete, möglicherweise das Ende des quantitative easing-Programms bei der nächsten Sitzung zu verkünden. Wir erwarten eine weitere Stärkung des US Dollar, da die FED höhere Zinssätze in 2015 signalisiert hat. Der letzte Zyklus von Zinserhöhungen der FED dauerte von 2004-2006, wobei die Zinsen um 5 Prozent stiegen. Nach dem schottischem Referendum und der damit weiterhin verbundenen Einigkeit des Vereinigten Königreichs, sehen wir den besseren Kurs als Möglichkeit wieder eine Short Sterling-Position einzunehmen. Zudem könnte das wirtschaftliche Nord-Süd-Gefälle das britische Pfund belasten und mögliche Zinserhöhungen aufschieben. Die Banken in der Eurozone haben sich nicht im vollen Umfange der unbegrenzten Mittel der EZB (TLTRO) bedient und beanspruchten lediglich 83 Milliarden Euro der bereitgestellten langfristigen Finanzierungsmittel. Das Ziel der EZB eines signifikanten Bilanzwachstums könnte sich somit schwerer als erwartet gestalten und das gedrückte Preisumfeld somit noch hinauszögern.

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.