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ETF-Securities Marktbericht – KW 40/2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Rohstoffe

Im Vorfeld der Arbeitsmarktdaten verbuchten Gold-ETPs Nettomittelzuflüsse von 5,5 Mio. USD. Die dritte Woche in Folge konnte Gold (A0N62G) von Mittelzuflüssen profitieren, wobei diese deutlich unterhalb der Mittelzuflüsse vor zwei Wochen mit 16,6 Mio. USD und 40,9 Mio. USD lagen, jedoch der Umsatz ausgesprochen hoch. Hohe Ausgaben sowie hohe Rücknahmen deuteten in der vergangenen Woche auf ein polarisiertes Investorenverhalten hin. Manch Anleger wird von den zunehmenden Goldimporten in China und der saisonalen Nachfrage in Indien ermutigt, während andere ihre Investitionen in Gold aufgrund der potenziellen Zinserhöhung durch die FED wieder reduzierten. „Wir glauben jedoch nicht, dass ein einziger schwacher Arbeitsmarktbericht die FED von ihrem geplanten Zinsanstieg abhalten wird (welcher unserer Meinung nach im Dezember stattfinden wird). Doch sollten weiterhin schwache Daten veröffentlicht werden, könnte dies die FED zu einem Überdenken ihrer Vorhaben veranlassen“, meint Bernhard Wenger, Executive Director – Head of European Distribution von ETF Securities.

Platinmetalle entwickeln sich in verschiedene Richtungen. Palladium (A0N62E) legte vergangene Woche um 1,4 Prozent zu, während Platin (A0N62D) um 2,9 Prozent nach unten korrigierte. Im Zuge des Volkswagen-Skandals gehen viele Anleger von einer Gegenreaktion von Verbraucher bei Diesel-PKWs aus, was normale Benzin-PKWs wiederum begünstigt. Dieselfahrzeuge haben einen höheren Platinverbrauch in Autokatalysatoren, Benzinfahrzeuge hingegen einen höheren Palladiumanteil. „Der Skandal verkörpert einen bereits aktiven Trend. Aufgrund strengerer Emissionsvorschriften hinsichtlich Stickoxide (NOx) und Kohlenmonoxide (CO) in Europa verlor Platin bereits an Nachfrage“, berichtet Wenger. Während Platin sehr effektiv bei der Umwandlung von CO in weniger schädliche Gase ist, trifft dies bei der Umwandlung von NOx nicht optimal zu. Palladium entfernt NOx effizienter und findet daher eine höhere Anwendung in Autokatalysatoren. Platin-ETPs verbuchten 11,3 Mio. USD an Mittelabflüssen. Gewinnmitnahmen in Palladium führten hier ebenfalls zu Mittelabflüssen in Höhe von 17,1 Mio. USD.

Mittelzuflüsse in WTI Öl-ETPs, Brent mit Mittelabflüssen. Brent Öl-ETPs (A1N49P) verbuchten nach 14 Wochen erstmals wieder Mittelabflüsse, nachdem der Preis des Basiswertes vergangene Woche 1,0 Prozent verlor. Mit einem Minus von 0,4 Prozent ging es bei WTI moderat abwärts. WTI Öl-ETPs (A0KRJX) hingegen verbuchten nach einer 2-wöchigen Pause erstmals wieder Mittelzuflüsse. Schwache Ölpreise verringern Investitionen in die Ölförderung und erhöhen die Nachfrage. „Bis zu einem Überangebot wird es einige Zeit dauern, wobei das Ziel für ein ausgeglichenes Angebots- / Nachfrageverhältnis bei einem Ölpreis von 60-70 USD pro Barrel liegen und in der zweiten Jahreshälfte in 2016 erreicht werden könnte“, so Wenger.

Anleger verkaufen ihre bärischen Positionen, ETFS Daily Short Copper ( SCOP ) mit 5,3 Mio. USD an Mittelabflüssen.Kupfer (A0KRJU) legte vergangene Woche um 0,9 Prozent zu, da Befürchtungen für ein knapperes Angebot an Momentum gewinnen. Große Minenbetreiber wie Glencore kündigten Produktionskürzungen an, damit könnte es, sofern sich dieser Trend durchsetzt, das es nunmehr das sechste Jahre in Folge zu einem Angebotsdefizit kommen kann.

Aktien

Vier enttäuschende Arbeitsmarkberichte in Folge drückten die Aktienmärkte in den Keller.
Die globalen Aktienmärkte verbuchten in der vergangenen Woche ihr schlechtestes Quartal seit 2011. Weltweit wurden Aktienindizes sehr volatil gehandelt, nachdem schwache US-Arbeitsmarktdaten eine Zinserhöhung erneut verzögert hatten. In China (A1XEFE) stiegen die Fertigungsdaten für September zwar leicht, die Anzeichen einer Kontraktion bleiben jedoch bestehen. „Hauptsächlich aufgrund der niedrigen Ölpreise fiel die Inflationsrate für die Eurozone im September negativ aus, was wiederum einen Anstoß zu neuen Lockerungsmaßnahmen durch die Europäische Zentralbank bedeuten könnte“, Wenger. Das jüngste Opfer des schwachen Rohstoffmarktes wurde vergangenen Montag Glencore. Analysten äußerten sich misstrauisch gegenüber den 30 Mrd. USD Schulden auf Glencores potentielle Gewinne. Das Unternehmen konnte jedoch im frühen Handel in London mit 10 Prozent ein kleines Comeback feiern, nachdem laut jüngsten Berichten potenzielle Käufer an Glencores (A0KRKB) landwirtschaftlichem Geschäft interessiert seien. Investoren bleiben im Hinblick auf die Q3 Berichtsaison vorsichtig, da Analysten von einer bärischen Prognose ausgehen.

Währungen

Schwache Arbeitsmarktdaten verzögern einen Zinsanstieg durch die FED. Vier enttäuschende Lesungen der US Arbeitsmarktdaten außerhalb der Landwirtschaft (US Non-Farm Payrolls) in Verbindung mit einer negativen Korrektur des Vormonats um 35.000 Stellen bei bereits schwacher Lesung von 173.000, beflügelten die wichtigsten Währungen gegenüber dem US-Dollar (A1EK0V). Die Märkte agierten schnell und preisten einen Zinsanstieg im Dezember raus, dessen Wahrscheinlichkeit inzwischen nur noch auf 8 Prozent gefallen ist. Das Protokoll der FOMC-Sitzung wird diese Woche im Mittelpunkt stehen. Das britische Pfund kam vergangene Woche trotz einer erhöhten Kreditvergabe und steigenden Genehmigungen für Hypotheken aufgrund von schwachen Produktionsdaten unter Druck. Der Australische Dollar (A1EK0P) profitiert von leicht positiven chinesischen Daten Anfangs der Woche. „Wir erwarten, dass die Reserve Bank of Australien diese Woche ihre Zinsen unverändert hält“, meint Wenger. Die Reserve Bank of India hat aufgrund der unsicheren Weltwirtschaft ihren Leitzins auf 6,75 Prozent gesenkt, das sind 50 Basispunkte mehr als erwartet.

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.