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ETF-Securities Marktbericht – KW 41/2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Rohstoffe

Gold profitiert von steigender Unsicherheit an den Aktienmärkten. In der 4. Woche in Folge können Gold ETPs (WKN: A0N62G) nun schon Mittelzuflüsse verzeichnen, letzte Woche in Höhe von 18,4 Mio. USD. Schwächere Arbeitsmarktdaten und eine geringere Wahrscheinlichkeit eines Zinsanstiegs noch dieses Jahr unterstützen Gold. Silber ETPs (WKN: A0N62F) hingegen verzeichneten Abflüsse in Höhe von 11,8 Mio. USD, nach einem Anstieg von 7,3% in der letzten Woche wohl ein deutliches Zeichen von Gewinnmitnahmen. Silber profitierte von der erhöhten Volatilität im Markt und bewies gleichzeitig, dass es wie immer als der volatilere Bruder von Gold agiert.

Weiterhin Nettomittelzuflüsse in Erdgas. Die Winterheizsaison in den USA steht an und Erdgas ETPs (WKN: A0KRJ3) konnten erneut Mittelzuflüsse verzeichnen. Obwohl die Energy Information Agency (EIA) von einem 10% niedrigerem Bedarf als letztes Jahr ausgeht so prognostiziert sie doch durchschnittlich höhere Preise. Der Erdgaspreis lag dieses Jahr durchschnittlich bei 2,75 USD/MMBtu, Preise von 2,81 USD/MMBtu hält die EIA für realistisch.Brent und WIT Rohöl (WKNs: A1N49P, A0KRJ) waren jedoch die am stärksten performenden Rohstoffe mit 11,2% und 10,5% Zuwachs respektive. Grund dafür waren Daten der EIA, die eine niedrigere US Produktion zeigen sowie eine steigende globale Nachfrage: 1,3 Mio b/d in 2015 und 1,4 Mio. b/d in 2016 und damit 100’000 Barrel mehr als noch im September ausgewiesen wurde.

Kupfer stieg aufgrund revidiertem Angebot/Nachfrage Verhältnis. Kupfer ETPs (WKN: A0KRJU) verzeichneten Mittelabflüsse in Höhe von 8,1 Mio. USD. Die Internationale Copper Study Group geht von einem geringeren Überangebot in 2015 aus, von 364T. Tonnen nun nur noch 41T. Tonnen. Grund dafür sind sich nun auswirkende Produktionskürzungen der Minenbetreiber, daher auch das voraussichtliche Defizit im nächsten Jahr von 127T. Tonnen.

Geringere Zuckerernte stärkt den Zuckerpreis. Indien verzeichnete weitaus weniger Regenfälle als im Durchschnitt, Brasilien weitaus mehr und zusammen mit einem Produktionseinschnitt in China verhalf es Zucker zu einem 7 Monatshoch. Seit dem niedrigsten Stand im August legte Zucker um 35% zu was zu Gewinnmitnahmen in ETFS Sugar (WKN: A0KRJ8) und ETFS Leveraged Sugar (WKN: A0V9Y8) in Höhe von 5,2 Mio. USD führte.

Aktien

FOMC Tauben lassen Aktienmärkte um 2,5 Trillionen USD steigen. Der globale Aktienmarkt erfreute sich seiner stärksten Handelswoche in 2015 dank der zurückhaltenden FED Aussagen, welche auf einen Aufschub der Zinserhöhung deuten. Die Arbeitsmarktdaten in Oktober und November werden wohl endgültig die Entscheidung für oder gegen einen Zinsanstieg geben. Der chinesische Aktienmarkt ging nach einer „goldenen Woche“ am Donnerstag wieder in den Handel und endete um 4,2% höher. Investoren reagierten kaum auf die negativen industriellen Produktionsdaten von -1,2% und Auftragseingänge von -1,8% (der VW Skandal ist in diesen Daten noch nicht erfasst) in der Hoffnung auf weiteren Stimulus seitens der EZB. Frankreich hingegen konnte zum ersten Mal seit Januar ein positives Wachstum verzeichnen, die Produktionsdaten stiegen um 1,6%. Von Öl abhängige Staatsfonds sind die neuesten Opfer der anhaltend niedrigen Ölpreise, manche Länder begannen, ihre Staatsfonds anzuzapfen um das Budget aufzubessern.

Währungen

Der nach hinten verschobene Zinsanstieg durch die FED drückt den USD. Der USD verzeichnete seinen größten Wochenverlust in 2015 nachdem die Marktteilnehmer einen Zinsanstieg in diesem Jahr für mehr und mehr unwahrscheinlich halten. Die EZB hat ebenso eine weiterhin unterstützende Geldpolitik bestätigt und zusammen mit schwachen industriellen Produktionszahlen verhalfen sie dem EURO zu Kurszunahmen. Auch die Bank of England wird einen Zinsanstieg aufgrund der schwächsten Konstruktionszahlen seit 2002 und einem steigenden Handelsdefizit im August weiter aufschieben. Das wiederum schwächte das Britische Pfund. Die australische Zentralbank ließ die Zinsrate bei 2%, nun 6 Monate in Folge, und dank erstarkender Rohstoffpreise stieg der AUD. Erwartete Stimulus Pakete durch die BoJ blieben aus, was den Yen schwächte. Trotz schwächerer Arbeitsmarktdaten konnte der CAD dank der Ölpreisrallye zulegen.

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