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ETF-Securities Marktbericht – KW 41

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Die weiterhin negative Stimmung in Rohstoff- und weltweiten Aktienmärkten hat viele Investoren dazu veranlasst, ihre Verlust-Positionen zu schließen. Die bemerkenswerte Verbesserung der amerikanischen Wirtschaft und des Arbeitsmarktes sollten für zyklische Anlageklassen jedoch unterstützend sein, da Investoren die derzeit positiven Rahmenbedingungen zum Anlass nehmen könnten, um sich hier zu positionieren. Vor dem Hintergrund der überraschend guten Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche werden Investoren wahrscheinlich ein wachsames Auge auf das Sitzungsprotokoll des FOMC Meetings in dieser Woche haben. Wenn sich die wirtschaftliche Erholung zusammen mit einem stärkeren USD fortsetzten sollte, könnte sich der zuletzt konservative Ton der FED schnell ändern.

Rohstoffe

Arabica Kaffee gewinnt über 14 % in einer Woche aufgrund Angebotsbedenken. Aufgrund der schlimmsten Dürre seit Jahrzehnten in Brasilien, dem größten Kaffeeproduzenten weltweit, stieg der Kaffeepreis seit Anfang des Jahres um 88% (WKN: A0KRJT). Trotz der Bedenken über Angebotsengpässe in 2015 nahmen Exporte jedoch weiter zu. Gewinnmitnahmen führten zu 7 Millionen US-Dollar Abflüssen in Long ETPs von Kaffee. Mit 248.000 neu geschaffenen Arbeitsplätzen überraschten die amerikanischen Arbeitsmarktdaten die Märkte. Die eindrucksvolle Erholung der amerikanischen Wirtschaft und Arbeitsmarktdaten hat die FED veranlasst, die Konjunkturpakete zu reduzieren und eine frühere Zinserhöhung zu prüfen. Von einer stärkeren US-Wirtschaft sollten zyklische Vermögenswerte profitieren können. Aufgrund den derzeitigen langjährigen Tiefständen der Rohstoffpreise und den damit verbundenen Short-Positionen der Investoren, glaubt Bernhard Wenger, Leiter des europäischen Vertriebes, dass das aktuelle Niveau von Rohstoffen immer attraktiver als Einstieg wird.

Da die LME-Lagerbestände um 37% in diesem Jahr angestiegen sind, verlor Nickel um 7 Prozent in der vergangenen Woche (WKN: A0KRJ4). Trotzdem hält Indonesien, der größte Produzent, an seinem Exportverbot von Erz fest, was bereits die erwarteten Überschüsse reduziert hat. Die jüngste massive Preiskorrektur scheint daher übertrieben. Entgegen des negativen Trends in Industriemetallen sah ETFS Nickel in der vergangenen Woche Zuflüsse von  4,5 Millionen US-Dollar. Investoren sehen nach der Preiskorrektur die derzeitige Lage günstig als Einstiegspreis.

Aktien

US-Energieinfrastruktur profitiert weiterhin von steigender US-Ölversorgung. Da die amerikanische Öl-Versorgung sich ihrer Fördermenge von vor 30 Jahren nähert, stieg der Solactive US Energy Infrastructure MLP Index TR um 1,3 % (A1XE2Q). In der Zwischenzeit hat der Präsident der europäischen Zentralbank, Mario Draghi, vergangenen Donnerstag angekündigt, die Wirtschaft der Eurozone weiter zu unterstützen, was auch den Zinssatz niedriger als 0,5 % halten wird. Trotzdem konnte das Treffen der EZB jedoch die europäischen Aktienmärkte nicht stützen. Die schwächer als erwarteten Einkaufsmanagerindexdaten für September ließ die Aktienmärkte in der zweiten aufeinanderfolgenden Woche fallen. Wachstumssorgen gegenüber der wirtschaftlichen Entwicklung in der Eurozone trugen hierzu bei. Im Gegensatz dazu konnte der MSCI China A Index in der zweiten Woche in Folge durch bessere Daten des verarbeitenden Gewerbes im September Gewinne erzielen (WKN: A1XEFE).

Währungen

Gute Arbeitsmarktdaten bestätigen die wirtschaftliche Erholung in den USA – Aufwärtstrend des USD ungebrochen. Die besser als erwarteten Arbeitsmarktdaten aus den USA haben die fundamentale Stärke des Arbeitsmarktes bekräftigt, was das Potential von höheren Konsumausgaben von privaten Haushalten steigen lässt. Tatsächlich sank die Arbeitslosenquote das erste Mal seit sechs Jahren unter 6 Prozent. Wenn die wirtschaftliche Erholung zusammen mit einem stärkeren USD weiter anhält, könnte sich der bis zuletzt konservative Ton der FED schnell ändern. Da das duale Mandat der FED auf dem Arbeitsmarkt bestätigt wurde, erwarten wir, dass die Inflationserwartungen diesen folgen werden. Dies dürfte die FED auf einem strikteren Haushaltskurs im H1 2015 führen. Solche Erwartungen werden den USD weiter stärken (WKN: A1EK0V). Inzwischen hat die Wachstumsdynamik in den UK weiter abgenommen. Die Entscheidungsträger der Bank of England sind weiterhin bei der Frage des Zeitpunktes einer Zinserhöhung gespalten. „Die neuesten Entwicklungen werden dabei helfen, das Gremium bei dieser Frage zu vereinen und den Abwärtsdruck auf das britische Pfund aufrecht erhalten“, meint Bernhard Wenger von ETF Securities. Wir erwarten, dass die neuesten Entwicklungen das Gremium bei dieser Frage vereinen könnte, was den Abwärtsdruck auf das britische Pfund aufrechterhalten sollte (WKN: A1DFSC).

 

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.