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ETF-Securities Marktbericht – KW 42/2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Rohstoffe

Gold auf einem 4 Monats Hoch. Gold (A0N62G) stieg vergangene Woche um 3,9 Prozent, die zweite positive Woche in Folge und schloss am Donnerstag mit 1184 USD/oz auf einem 4 Monats Hoch. Grund für den Preisanstieg waren wohl schlechter als erwartete Wirtschaftsdaten aus den USA und der Eurozone sowie ein schwächerer US-Dollar (A1EK0W). Am Mittwoch wurde außerdem ein wichtiger technischer Faktor ausgelöst, Gold stieg über die 200 Tage Linie des gleitenden Durchschnittpreises, was oft ein Auslöser für weitere positive Performance ist. „Damit konnten unsere Gold ETPs nun schon in der 5. Woche in Folge Mittelzuflüsse verzeichnen, in der vergangenen Woche um 42 Mio. USD”, meint Bernhard Wenger, Executive Director – Head of European Distribution von ETF Securities. Allerdings musste Gold wieder etwas der positiven Performance abgeben, da die US Inflationszahlen besser als erwartet ausfielen und der USD wieder stieg. Der Markt geht noch immer von einer FED-Zinserhöhung Anfang nächsten Jahres aus, was Rohstoffen zusätzlichen Aufwind gibt.

Starke chinesische Importzahlen verhelfen Öl ETPs zu Nettomittelzuflüssen. ETFS WTI Crude Oil (A0KRJX) und ETFS Daily Leveraged WTI Crude Oil (LOIL) konnten vergangene Woche Zuflüsse in Höhe von 29 Mio. USD verzeichnen. Grund dafür waren chinesische Öl Import Zahlen von September, die höher ausfielen als die des Vorjahres. Über das ganze Jahr hinweg importierte China 8,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Gestiegene Lagervorkommen in den USA wirkten sich jedoch negative auf den WTI Rohölkurs aus, WTI fiel um 6,2 Prozent, Brent (A1N49P) sogar um 8,25 Prozent. Somit wurden die Gewinne der Vorwoche teilweise wieder abgegeben. „Der Ölmarkt befindet sich nach wie vor in einem Überangebot, wir gehen aber davon aus, dass eine starke chinesische Nachfrage und niedrigere Produktion aus den USA den Ölpreis mittelfristig unterstützen wird“, Wenger.

Positiver Stimmungsbarometer für Kupfer. Investoren scheinen zunehmend bullisch für Kupfer (A0KRJU) gestimmt zu sein. ETFS Copper (COPA) verbuchte Nettomittelzuflüsse in Höhe von 9,1 Mio. USD (10-Wochenhoch), während ETFS Daily Short Copper (SCOP) Mittelabflüsse von 31,1 Mio USD verbuchte,  der volumenstärkste Verkauf in Short-ETPs seit Juni 2014. Datenrevisionen der International Copper Study Group (ICSG) haben zur positiven Stimmung für Kupfer beigetragen. Das Metall hat seit der Veröffentlichung von ICSGs aktualisierter Zahlen am 6. Oktober 2,5 Prozent zugelegt und 7,3 Prozent seit dem 6-Jahrestief im August. Darüber hinaus stiegen Chinas Kupferimporte in September 2015 um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was die Markterwartung für knappere Bedingungen im Jahr 2015 und 2016 untermauert.

Aktien

Geringere Margen dominieren die Q3 Berichtssaison in den USA. Chinas Benchmarkindex, der Shanghai Composite stieg um 6,54 Prozent und verbuchte damit seine beste Woche seit vier Monaten. „Nach einer Reihe von schwachen Konjunkturdaten ist man für weitere Staatsreformen optimistisch“, Wenger. In Europa dreht die Stimmung nach einer drastischen Verschlechterung der deutschen ZEW-Umfrage und dem Einbruch der europäischen Inflationsdaten in den negativen Bereich. Die US-Berichtssaison verlief enttäuschend, 27 Prozent der Unternehmen berichteten negative Ergebnisse im Quartalsvergleich, vor allem im Energie-, Finanz- und Grundstoffsektor. Die Margen der Quartalsgewinne fielen erstmals seit 2012 unter 10 Prozent. Dies ist auf steigende Unternehmensumsätze, einen stärkeren US-Dollar und die steigende Nachfrage nach Lohnerhöhungen zurückzuführen. Arbeitslosenansprüche in den USA sind derzeit auf ihrem tiefsten Stand seit 1973 und es ist wahrscheinlich, dass geringere Margen das Thema der kommenden Berichtssaison sein werden.

Währungen

Stärkere Kerninflationsdaten beflügeln den US-Dollar gegenüber den G10 Währungen. Im Gegensatz zu dem negativen Inflationsszenario in Europa verzeichneten die Verbraucherpreise in den USA, ausgenommen Nahrungsmittel und Kraftstoff, ihre größte Zunahmen seit 3 Monaten. Der US-Dollar stieg auf ein 7-Wochen Hoch gegenüber dem Euro. In Großbritannien wurde die niedrigste Arbeitslosenquote (5,4 Prozent) seit 7 Jahren festgestellt, was das Britische Pfund nach den negativen monatlichen VPI-Daten unterstütze und vom anfänglichen Verkaufsdruck wieder befreite. Die Europäische Zentralbank wird diese Woche ihre geldmarktpolitische Entscheidung verkünden, wobei Investoren auf eine Erweiterung der quantitativen Lockerung (QE-Programm) nach den jüngst schwachen Wirtschaftsdaten hoffen. Die australische Notenbank hat in dieser Woche ihre Sorgen über einen überhitzten Immobilienmarkt geäußert, was daraufhin den australischen Dollar (A1EK0P) deutlich schwächte. Der kanadische Dollar (A1EK0R) zeigte sich vor der Zinsentscheidung der Bank of Canada am Donnerstag robust. Das Sitzungsprotokoll der Bank of Japan lässt keine Anzeichen von weiteren quantitativen Lockerungsmaßnahmen

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