analyseetf

 

Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Ungeachtet der taubenhaften Töne des zurückliegenden FED Meetings und dem damit verbundenen kurzzeitigen Rückenwinds, fielen die meisten weltweiten Aktienbenchmarks in der vergangenen Woche. Die enttäuschenden Wirtschaftsdaten aus Deutschland vermehrten die Sorgen um Europas Wirtschaft und belasteten erkennbar die Stimmung der Investoren. Nach den taubenhaften Tönen der FED wertete der US Dollar ab, was zu moderaten Gewinnen von Gold und anderen Rohstoffsektoren führte. Die Hauptausnahme innerhalb der Rohstoffe waren die Energiewerte, wo das üppige Angebot auf der Performance lastet. Nach den enttäuschenden Wirtschaftsdaten aus China des vergangenen Monats, werden in dieser Woche das chinesische Kreditwachstum, die Inflation und das Wachstum der Reserven genau betrachtet.

Rohstoffe

Rohstoffe am Wendepunkt angekommen? Die meisten Rohstoffpreise konnten sich in der vergangenen Woche erholen, was in verschiedenen Commodity ETCs Kapitalzuflüsse nach sich zog. Gold-ETPs sahen erstmals seit einem Monat nach dem gemäßigten Sitzungsprotokoll der FED wieder Kapitalzuflüsse, da sich die taubenhaften Aussagen schwächend auf den USD auswirkten. Enttäuschende Daten aus Deutschland haben unterdessen das Interesse an realen defensiven Anlagen wiederaufleben lassen.

Wie oben bereits erwähnt, sahen Gold-ETPs erstmals wieder Zuflüsse seit nunmehr fünf Wochen (WKN: A0LP78, A0N62G, A0KRJZ). Nach der Veröffentlichung des FED-Protokolls und einem schwächeren Dollar stieg der Goldpreis um 1,2% aus der Dollarperspektive. Gold-ETPs konnten so Zuflüsse von 18,3 Millionen US-Dollar verbuchen. Da sich der Goldpreis derzeit Nahe der Grenzproduktionskosten befindet und sich die spekulativen Short-Positionierungen im Futures-Markt nahe Ihrem Allzeithoch befinden, könnte die letztwöchige Erholung zu einer Rallye aufgrund der Deckung dieser Shortpositionen führen und so den Aufwärtstrend unterstützen. Zusätzlich zu den ohnehin schwachen europäischen Wirtschaftsdaten haben schwache Daten aus Deutschland den fragilen Zustand der Euro-Zone bestätigt, was eine noch stärkere Lockerung der europäischen Zentralbank zur Folge haben könnte. Dies wiederum könnte die Nachfrage nach Gold als Währungsersatz verstärken. Ebenso könnte die physische Nachfrage nach Gold einen saisonalen Schub aufgrund der bevorstehenden indischen Diwali Feierlichkeiten, am 23. Oktober erfahren.

Die Preise für Rohöl fielen erneut in der vergangenen Woche aufgrund des Überangebots (WKN: A0KRKM, A0KRKN, A0V9XY). Das amerikanische WTI fiel um 5,7%, während Brent 3,9% verlor. Wie der am Freitag veröffentlichte Bericht der OPEC zeigte, hat sich die durchschnittliche Tagesproduktion der OPEC Länder um 0,40 mb/d gegenüber dem Vormonat vermehrt und ist damit auf 30,47 mb/d angestiegen. Die Produktion in Libyen, Irak, Angola und Nigeria hat zugenommen, während die Förderleistung von Rohöl in Saudi Arabien abnahm.

Mit Ausnahme von Kakao, sind in der vergangenen Woche alle Agrarrohstoffe gestiegen. So sahen die Agrarrohstoffkörbe ihre größten Zuflüsse in 20 Monaten, was die Nettomittelzuflüsse seit Jahresbeginn wieder in den positiven Bereich bringt.

Aufgrund der starken US-Exporte stieg der Preis von Mais um 6,8% (WKN: A0KRJV). Durch die niedrigen Preise wurden die Exporte unterstützt. Die erwartete Rekordernte für dieses Jahr hat den Preis von Mais auf seinen niedrigsten Stand seit 2010 gedrückt. Der am vergangenen Freitag veröffentlichte USDA-Bericht zum Angebot-und-Nachfrage der hat die Gewinne wieder revidiert, da die Prognosen über die Maisproduktion erneut angehoben wurden.

Der Preis für Kaffee konnte aufgrund der erwarteten schwachen brasilianischen Ernte für das kommende Jahr um weitere 6,2% zulegen (WKN: A0KRJT). Unterdessen ist die derzeitige Kaffeeernte in Brasilien noch im Gange und das unberechenbare Wetter in diesem Jahr wird die Kaffeesträucher für die nächstjährige Ernte wahrscheinlich schwächen.

Aktien

Schub für China A-Aktien im Anschluss der chinesischen Feiertage („golden week“). In China öffneten nach der nationalen Feiertagswoche am vergangenen Donnerstag die Börsen wieder ihre Türen. Mit einem Zugewinn von 1,3% des MSCI China A Index öffnete der heimische Markt stark in Woche (WKN: A1XEFE). Der Index notiert derzeit rund 12% über seinem gleitendenden 200-Tagesdurchschnitt, sowie 4,3% über seinem gleitenden 50-Tagesdurchschnitt, was die optimistische Stimmung gegenüber der chinesischen Wirtschaft wiederspiegelt.

Die Sitzungsprotokolle der FED der vergangenen Woche konnten die weltweiten Aktienwerte nicht unterstützen, woraufhin diese auf ihre niedrigsten Stände in diesem Jahr fielen. Besonders die niederschmetternden Wachstumszahlen der Eurozone belastete die Stimmung der Investoren.

Währungen

Kurzfristige Schwäche des USD nutzen. Trotz der späten Erholung des US-Dollar (USD) zum Ende der Woche, musste die Währung seit Juli erstmals wieder einen Wochenverlust verbuchen. „Vorübergehende Schwächen des USD sehen wir als optimale Einstiegsmöglichkeit für langfristige Investoren“, meint Bernhard Wenger, Leiter des europäischen Vertriebs. Das stimmberechtigte Mitglied der US-Notenbank Dudley gab Aufschluss darauf, dass Mitte 2015 der richtige Zeitpunkt für eine erste Zinserhöhung wäre. Wie wir bereits in der Vergangenheit geäußert haben, schließt exzessive Liquidität innerhalb des Systems (aufgrund des Aufblähens der Bilanz der FED) eine Zinserhöhung nicht aus. Eine straffere Zinspolitik kann durch schrittweise Zinserhöhungen signalisiert werden, was dazu verhelfen würde, Inflationserwartungen gemäß der Zentralbanken-Ziele zu halten. Zinserhöhungen gemeinsam mit dem großen Liquiditätspool zur Kreditvergabe werden das Wachstum und Kreditwürdigkeit der FED unterstützt. In der Tat ist der Aufwärtstrend des USD durch die Positionierungen im Futures-Markt angetrieben worden, und die jüngste Schwäche der Aktienmärkte trug ebenfalls zu einer Flucht in Qualitätswerte wie den USD bei (WKN: A1EK0V).

 

 

 

Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.