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ETF-Securities Marktbericht – KW 43/2015

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

Rohstoffe

Mittelzuflüsse in diversifizierte Rohstoff-ETPs über einen Monat. ETPs auf breite Rohstoffkörbe haben einen Monat lang Mittelzuflüsse in Höhe von 52 Mio. USD erfahren. Der Trend deutet auf eine sich drehende Anlegerstimmung für Rohstoffe hin, die in vier Jahren zuvor noch der schlechteste performende Sektor war. Die einzelnen Sektoren trafen bei Anlegern ebenfalls auf Beliebtheit, sodass beispielsweise ETFS Agriculture (A0KRKB), ETFs Industrial Metals (A0KRKG) und ETFS Energy (A0KRKD) die vergangenen Wochen allesamt Mittelzuflüsse verbuchten.

Mittelzuflüsse in ETPs aus dem Landwirtschaftssektor erreichen 7-Wochenhoch. ETFS Agriculture (AIGA) verbuchte die höchsten Mittelzuflüsse in 10 Wochen. AGRI Zuflüsse in Höhe von 5,7 Mio. USD waren die höchsten innerhalb des Landwirtschaft Sektors, dicht gefolgt von 5,1 Mio. USD an Mittelzuflüssen in Kaffee-ETPs (A0KRJT). Zuflüsse in Kaffee erreichten ihr 16-Wochenhoch, nachdem ein rapider Kaffeepreisverfall die Aufmerksamkeit von Investoren weckte. Längst überfällige Niederschläge in Brasilien hatten vergangene Woche den Kaffeepreis um über 10 Prozent nach unten gedrückt, dass die Erwartungen für eine bessere Ernte gestiegen sind.

Sieben Wochen in Folge Mittelzuflüsse in Energie-ETPs, angeführt von Rohöl. Der Energiesektor hat lediglich eine Woche in den vergangenen vier Monaten Mittelabflüsse gesehen. Die kumulierten Mittelzuflüsse liegen bei 550 Mio. USD seit Ende Juli. Nachdem die Energy Information Administration (EIA) über einen Anstieg der Öllagerbestände berichtete, der mehr als das Doppelte der Markterwartung entsprach, fielen Ölpreise vergangene Woche. Sowohl WTI (A0KRJX) als auch Brent (A1N49P) sind inzwischen um über 10 Prozent von ihrem Hoch im Oktober gefallen. „Auch wenn die Lagerbestände seit vier Wochen steigen, ging die Anzahl der aktiven Bohrplattformen in den letzten 8 Wochen zurück, was Investoren Vertrauen gibt, dass die Preise eine Bodenbildung erfahren sollten“, meint Bernhard Wenger, Executive Director – Head of European Distribution von ETF Securities. Die Nachfrage, vor allem aus China, ist scheinbar robust, was Bedenken über eine Verlangsamung der zweitgrößten Volkswirtschaft wieder etwas aufhebt.

Lockere Geldmarktpolitik unterstützt Mittelzuflüsse in Gold. Der Goldpreis verhielt sich letzte Woche relativ stabil und konnte die Gewinne aus dem vergangenen Monat halten. „Sorgen über die jüngst schwächeren globalen Wirtschaftsaussichten, zusammen mit einer zunehmend proaktiven Geldmarktpolitik der Notenbanken um die Märkte mit Geld zu versorgen, stärkten den Goldpreis“, Wenger. Die Europäische Zentralbank ist bereit, „Abwärtsrisiken“ in der Wirtschaft weiterhin zu unterstützen, wobei zusätzliche Eingriffe für eine weitere Abwertung der Gemeinschaftswährung sorgen. Gold (A0N62G) würde von diesen Maßnahmen, wie die meisten Geldmetalle, profitieren.

Aktien

Lebhafte Stimmung am Aktienmarkt deutet auf erhöhte Risikobereitschaft hin. Globale Aktien starteten vergangene Woche vorerst negativ, als das chinesische Wirtschaftswachstum in Q3 zum dritten Quartal in Folge verlangsamte. Während sich die großen Aktienindizes am Donnerstag im Anschluss an die EZB-Sitzung bereits wieder erholten, sorgte Chinas Zentralbank am Freitag mit einer unerwarteten Zinssenkung auf 4,35 Prozent für Überraschung. „Zum 6. Mal in Folge hat die chinesische Zentralbank seit November 2014 ihre Zinsen gesenkt, wobei Investoren sich unschlüssig sind, ob dies ein gutes oder schlechtes Zeichen ist“, Wenger. Der MSCI China A Index (A1XEFE) ging am Freitag mit einem Plus von 1,5 Prozent aus dem Handel, während der Eurostoxx 50 bereits am Donnerstag 2,5 Prozent zulegte, als EZB-Präsident Draghi betonte, dass sie bereit sind zu handeln, sollte Chinas langsames Wirtschaftswachstum eine Bedrohung für die Anstrengungen der EZB bei der Unterstützung für eine Erholung der Eurozone darstellen. US-Aktien zeigten vergangene Woche, nach insgesamt besser als erwarteten Q3-Ergebnissen von 172 Unternehmen (35%) die bisher berichtet haben, ebenfalls eine starke Performance.

Währungen

Zinssenkung bei der PBOC, keine Veränderung seitens der EZB. Die Europäische Zentralbank (EZB) scheint für weitere Impulse einer lockeren Geldmarktpolitik bereit zu sein, was den Druck auf die Gemeinschaftswährung erhöhte. Wir erwarten weitere Schwächen im Euro, vor allem gegenüber dem USD. Inzwischen hat die PBOC ihren einjährigen Refinanzierungssatz um 25 Basispunkte und den Mindestreservesatz (RRR) um 50 Basispunkt gesenkt. Grund dafür sei das schwache Binnenmarktwachstum, das derzeit unterhalb des Jahresziels von 7 Prozent liegt. „Die PBOC hat nach wie vor Spielraum die chinesische Wirtschaft mit weiteren geldmarktpolitischen Maßnahmen zu unterstützen. Weitere Abwertungen im CNY können demnach nicht ausgeschlossen werden, sollte sich die PBOC für eine aggressivere Geldmarktpolitik entscheiden“, Wenger. Während die PBOC ihre Zinsen senkt, steht eine Zinserhöhung in diesem Jahr durch die FED in den USA noch aus. Starke Hausverkäufe und Auftragsdaten in den USA unterstützten den US-Dollar (+2,1 Prozent). Das FOMC-Sitzungsprotokoll wird diese Woche im Mittelpunkt stehen, ob in diesem Jahr noch mit einem Zinsanstieg gerechnet werden kann.

 

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