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ETF-Securities Marktbericht – KW 43

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Aktuelle Hintergrundinformationen über die wichtigsten Rohstoff-, Währungs- und Aktienmärkte liefert der wöchentliche ETF Securities Marktüberblick.

In der vergangenen Woche waren globale Aktien und Öl-Werte besonders volatil, da Investoren auf die enttäuschenden Wirtschaftsdaten reagierten. Von Wochenbeginn an bis zum vergangenen Donnerstag verlor der S&P 500 3,4 Prozent, während das Rohöl Brent in der gleichen Periode um 6,2 Prozent fiel. Am Freitag sahen wir dann aber wieder teilweise eine Erholung, was zu Gewinnen des S&P 500 mit 1,2 Prozent und bei Brent zu 2,0 Prozent innerhalb eines Tages führte. Hierfür waren die Kommentare von James Bullard von der amerikanischen Zentralbank und Andres Haldane von der Bank of England verantwortlich, die sich für ein Szenario einer länger anhaltenden lockeren Geldpolitik aussprachen.

Rohstoffe

Rohstoffe wieder beliebter nach der jüngsten übertriebenen Preiskorrektur. Während in der vergangenen Woche die meisten Rohstoffpreise weiter an Boden verloren, begannen viele Investoren das günstige Preisniveau für einen Einstieg auszunutzen. Investoren gehen von einer Bodenbildung aus und das die Rohstoffpreise nicht viel tiefer fallen können. Aufgrund dessen konnten Zuflüsse in Edelmetallen (WKN: A0N62H, A0KRKK), dem WTI-Öl (WKN: A0KRKN) und den Agrargütern (WKN: A0KRKB) verzeichnet werden. Da die meisten Rohstoffe nahe oder unter Ihren Produktionsgrenzkosten gehandelt werden, erwartet Bernhard Wenger, Leiter des europäischen Vertriebs, dass die jüngste Abwärtskorrektur nur noch von kurzer Dauer sein wird. „Das derzeitige Preisniveau von Rohstoffen scheint zunehmend attraktiv für Investoren zu sein“, meint Wenger.

Die zunehmende Unsicherheit auf den Währungs- und Aktienmärkten sollte sich positiv auf die Kursentwicklung von Gold auswirken. Als sicherer Hafen in turbulenten Zeiten konnte das Edelmetall bereits in der vergangenen Woche 0,9 Prozent an Wert zulegen (WKN: A0LP78, A0N62G, A0KRJZ). Ebenso konnten zum ersten Mal seit August dieses Jahres wieder ein Anstieg der Netto-Positionierungen in Gold beobachtet werden.

Platin wird derzeit 10 Prozent unter seinen Produktionsgrenzkosten gehandelt. Die kürzlich veröffentlichten Daten über gestiegene Autoverkäufe sollten sich unterstützend auf das Metall auswirken (WKN: A0N62D).
Mit Ausnahme von Palladium konnten in der vergangenen Woche alle Edelmetalle Zuflüsse verzeichnen und dem Negativtrend in den Wochen zuvor trotzen. Insgesamt konnten Edelmetalle so 13 Millionen US-Dollar Zuflüsse verbuchen.

Da der Preis für WTI (WKN: A0KRKN) seit dem ersten Mal seit Juni 2012 unter 80 US-Dollar fiel, konnten die Long ETPs auf WTI die größten Zuflüsse seit April 2014 verzeichnen. Insgesamt lagen diese bei 20 Millionen US-Dollar. Während im Moment die Stimmung im Rohöl-Markt nach wie vor negativ ist, hat die US Energy Information Agency hingegen ein Produktionsdefizit für das verbleibende Jahr prognostiziert. Unserer Meinung nach, ist das Defizit derzeit nicht eingepreist. „Wenn die Nachfrage weiter so schwach bleibt, wird die OPEC Ihre Produktion kürzen um die Preise zu stabilisieren“, meint Wenger.

Nach den letztwöchigen Gewinnen von Getreide aufgrund von starken Exportzahlen, haben Regenfälle in der vergangenen Woche die Getreideernte in den USA gestört, was zu einem weiteren Kursanstieg führte (WKN: A0KRKF). Der Preis für Weizen stieg um 4,8 Prozent (WKN: A0KRJ9), von Mais um 2,2 Prozent (WKN: A0KRJV) und von Sojabohnen um 2,6 Prozent (WKN: A0KRJ7). Aufgrund von derzeitigen besseren Wettervorhersagen, könnte es allerdings wieder zu Gewinneinbußen kommen.

Aktien

Heftige Schwankungen an weltweiten Aktienmärkten.Aktienwerte der Industrieländer reagierten sehr negativ auf die schwächer als erwarteten Wirtschaftsdaten in der vergangenen Woche, bevor sie sich am Freitag teilweise wieder erholen konnten. Für den Stimmungswechsel der Investoren am Freitag war hauptsächlich der Kommentar von James Bullard (Präsident der FED in St. Louis) ausschlaggebend, welcher sich für ein länger als geplantes Anleihekaufprogramms der FED aussprach. Nach den enttäuschenden europäischen Industriedaten fiel der FTSE MIB zuvor um 6,7 Prozent und der DAX um 4,7 Prozent. Ebenso gerieten europäische Börsen nach den Streitigkeiten zwischen Mitgliedern der Eurozone über die früher als geplante Rückkehr Griechenlands aus dem Rettungsprogramm unter Druck. Aufgrund des schwachen Kreditwachstums und den Inflationsdaten in China, verloren auch die chinesischen Aktienmärkte. Der chinesische A-Aktienmarkt verlor 1,5 Prozent.

Währungen

Ist das Risiko oder die Inflation der Treiber des japanischen Yen (JPY)? Der Abbau von weltweiten Risikopositionen in der vergangen Woche führte zu einem Kursgewinn des JPY (WKN: A1DFSE). Wenger meint, dass dies von kurzer Dauer sein wird. Die Positionierungen im JPY bleiben stark negativ und der letztwöchige Trend wird wahrscheinlich kurzfristig verblassen aufgrund von nachlassenden Ängsten der Investoren. In dieser Woche wird das Sitzungsprotokoll der Bank of England im Hauptfokus von Sterlinginvestoren sein. Im vergangenen Monat hatten zwei Entscheidungsträger den Markt mit Ihrer Stimme für eine Zinserhöhung überrascht (die anderen 7 Mitglieder stimmten für den derzeitigen Status quo). Der Markt hat Erwartungen einer geplanten Zinserhöhung von Q2 nach Q3 zurückgeschoben. Wir erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Eine weniger strikteres Treffen wird wahrscheinlich den Abwärtstrend des Britischen Pfundes (GBP) noch weiter fortsetzen (WKN: A1DFSD). Nach der letztwöchigen Erholung des Öl-Preises, glauben wir, dass sich der Preis weiter stabilisieren wird und damit auch den Druck auf den Kanadischen Dollar (CAD) und die Norwegische Krone (NOK) nehmen wird.

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.